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Klägerin will Job behalten

Güteverhandlung Klägerin will Job behalten

Bei einer Krankenschwester am UKGM wurde ein Rückenleiden diagnostiziert - sie hatte Angst, künftig nur noch an der Pforte arbeiten zu müssen. Daher klagte sie.

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Eine Krankenschwester des UKGM darf aufgrund ihres Rückenleidens nicht mehr schwer heben, möchte aber nicht versetzt werden – daher klagte sie vor dem Arbeitsgericht.

Quelle: Thorsten Richter

Gießen. Was passiert, wenn eine Angestellte nach langjähriger Arbeit als Krankenschwester durch den berufsbedingten Verschleiß nicht mehr voll einsatzfähig ist? Der Fall einer betroffenen Krankenschwester des Universitätsklinikums Gießen-Marburg wurde jüngst am Arbeitsgericht Gießen unter Vorsitz von Richter Hans-Gottlob Rühle verhandelt.

Die Klägerin arbeitet seit 1994 im Klinikum und war zuletzt auf der Intermediärstation eingesetzt, wo die Arbeitsbelastung nach den Intensivstationen mit am höchsten sei. Seit gut einem Jahr traten bei ihr schwere Rückenschmerzen auf, die durch berufsbedingten Verschleiß entstanden. Die Ärzte stellten fest, dass diese Leiden chronischer Natur seien, die Schwester wurde als zu 50 Prozent behindert eingestuft.

Der vom Klinikum beauftragte Arzt kam zudem zu der Einschätzung, dass eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Krankenschwester prinzipiell durchaus möglich wäre. Bedingung dafür sei jedoch einerseits eine schonende Wiedereingliederung in den Beruf und andererseits, dass in Zukunft sowohl Nachtschichten als auch Hebetätigkeiten von über zehn Kilogramm zu vermeiden wären.

In beiden Punkten kam es dabei zu einem Missverständnis zwischen den Parteien. Zunächst nahm die Klägerin fälschlich an, dass der Wiedereingliederungsplan von der Klinik aus vorgelegt werden müsse. Auch fasste sie die Aussage ihrer Vorgesetzten, dass in solchen Fällen Pförtnertätigkeiten in Frage kämen, als direkten Vorschlag zum Umstieg auf.

„Meine Mandantin möchte aber weiterhin als Krankenschwester arbeiten, schließlich gibt es auch da Möglichkeiten, ohne entsprechende Belastung eingesetzt zu werden,“ erklärte ihr Anwalt. Auch der finanzielle Aspekt sei wichtig. Derzeit erhalte die Klägerin mit 3600 Euro brutto ein nach Maßstäben der Branche nicht unerhebliches Gehalt. Dass sich dieses durch den Wegfall der Nachtdienste verringere sei klar, eine weitere Abstufung würde sie aber gerne vermeiden.

Das Klinikum zeigte sich dabei durchaus entgegenkommend. „Prinzipiell sind wir natürlich bereit, auch nach einer Möglichkeit auf der Intermediärstation zu suchen, sodass die dortigen Zuschläge erhalten bleiben. Der Hinweis auf die mögliche Pfortenstelle war lediglich ein Vorschlag meinerseits“, erklärte die Oberschwester.

Da die Wiedereingliederung der Klägerin derzeit erst anläuft, einigten sich die Parteien schließlich darauf, die Gespräche in einigen Wochen neu aufzunehmen.

„Ich denke, wir haben da vielleicht etwas aneinander vorbei geredet und hoffe, dass wir dann demnächst zu einer guten Einigung kommen“, meinte die erleichterte Klägerin.

von Marcus Hergenhan

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