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Kassiererin stiehlt Pfandgeld

Aus dem Amtsgericht Kassiererin stiehlt Pfandgeld

Mehr als 80 Mal zweigte eine Kassiererin an der Supermarktkasse kleinere Summen Bargeld ab und erbeutete auf diesem Weg insgesamt rund 4800 Euro. Die Quittung bekam sie vor Gericht.

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Eine Kassiererin zahlte sich selbst Pfandgeld aus. Die Sache flog auf, weil keine Bons von Kunden vorlagen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ein voll umfassendes Geständnis und glaubhafte Beteuerungen brachten der sichtlich beschämten Angeklagten Bonuspunkte vor Gericht. Wegen Unterschlagung erhielt die noch nicht vorbestrafte junge Frau trotzdem eine saftige Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.

Insgesamt 84 Mal hatte die ehemalige Kassiererin Beträge aus falschen Leergut-Annahmen in die Firmenkasse eines Supermarktes im Südkreis eingegeben. Fast täglich betätigte sie über zwei Monate hinweg die Leergut-Taste, ohne dass tatsächliche Kunden Quittungen aus dem Automaten bei ihr ablieferten.

Die Beträge von durchschnittlich 20 Euro steckte sie in die eigene Tasche, gab sie „für Partys und Schnickschnack aus“, gestand die 24-Jährige am Donnerstag reumütig vor dem Marburger Amtsgericht. „Ich wollte einfach ein bisschen mehr haben und mit meinen Freunden mithalten.“

Ex-Kassiererin legt umfassendes Geständnis ab

Nach der fristlosen Kündigung unterzeichnete sie umgehend ein Schuldanerkenntnis, vereinbarte mit dem Supermarktbetreiber eine Rückzahlung auf Raten des gestohlenen Betrages. Auch vor Gericht legte sie ein volles Geständnis ab.

Die ganze Sache kam im Zuge einer Überprüfung heraus, nachdem sie für die verbuchten Beträge keinerlei Leergut-Bons vorzuweisen hatte. „Es war eigentlich klar, dass die Sache auffliegt“, sagte der Verteidiger, der erklären wollte, dass die Frau keine professionelle Betrügerin sei.

Ursprünglich angeklagt wurde diese wegen gewerbsmäßigem Diebstahl. Da ihr die Supermarktkasse anvertraut war, sie die Verantwortung und Verfügungsgewalt über deren Inhalt hatte, entschied das Strafgericht über eine veruntreuende Unterschlagung.

Staatsanwalt: „Das war eine dumme Idee“

Die Anklage wertete das Nachtatverhalten der Frau als durchweg positiv: Man erlebe es selten, dass ein Täter von Anfang an ein volles Geständnis ablege und Wiedergutmachung leiste, erklärte Staatsanwalt Christian-Konrad Hartwig. Trotzdem seien eine ganze Menge Einzeltaten zusammengekommen, ein „nicht unerheblicher Schaden“ entstanden.

Richterin Becker verurteilte die Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Darüber hinaus muss sie 50 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Als weitere Auflage hat sie die Schadenswiedergutmachung weiterhin zu zahlen.

„Das war eine dumme Idee und das wissen Sie auch“, stellte der Staatsanwalt klar. Dem konnte die Beschuldigte nur zustimmen. „Mit tut es unendlich leid, es war ein großer Fehler.“ Einen Gerichtssaal wolle sie „nie mehr von innen sehen“, beteuerte die junge Frau.

von Ina Tannert

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