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Karrierementoren für Blinde und Sehbehinderte gesucht

Studium Karrierementoren für Blinde und Sehbehinderte gesucht

Während des Studiums die Orientierung zu behalten und die Weichen für die Berufswahl zu stellen, ist schwierig. Zusätzliche Schwierigkeiten kommen auf sehbehinderte Studierende zu.

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Auch während des Studiums ergeben sich Probleme, zum Beispiel durch fehlende Fachliteratur in Punktschrift.Foto: DVBS

Marburg. Der Deutsche Verein für Blinde und Sehbehinderte (DVBS) hat sich dem Ziel verschrieben Blinde und Sehbehinderte auf dem Weg in den Beruf zu unterstützen und sich daher ein neues Projekt ausgedacht, das den Betroffenen den Karriereeinstieg erleichtern soll. Zwei Mentoren sollen den Blinden im „TriTeam“ zur Seite stehen, dass aus dem Studenten, sowie einem ebenfalls blinden „Handicapmentor“ und einem sehenden „Karrierementor“ besteht. Während der Handicapmentor besonders in Fragen des Umgangs mit der eigenen Einschränkung Erfahrungen weitergeben kann, soll der Karrierementor vor allem für Kontakte in die Wirtschaft sorgen und so etwa einen blindengerechten Praktikumsplatz beschaffen.

„Für Blinde und Sehbehinderte Studierende ist es extrem schwierig ein eigenes Karriereprofil anzulegen, da meist weder geeignete Praktikumsplätze noch 450 Euro-Jobs gibt“, sagt DVBS-Geschäftsführer Michael Herbst. Aufgrund fehlender EDV-Ausstattung und mangelnder Möglichkeiten zur Anleitung nehmen Firmen blinde oder sehbehinderte Menschen nicht an, da sich der Aufwand für ein unbezahltes Praktikum nicht lohnt. Der Karrierementor sollte sich daher in der regionalen Wirtschaft gut auskennen. Der DVBS sucht noch nach Freiwilligen, die sich bereiterklären mitzumachen.

Die ein Jahr lang dauernde Begleitung durch das „TriTeam“ soll Ende des Jahres zum ersten Mal starten und zunächst in einer „Modellphase“ mit sechs Teams laufen. Im Herbst sollen die sogenannten „Mentees“, also die blinden Studenten ermittelt werden, die an dem Projekt teilnehmen. Danach ist ein „Speed-Dating“ mit potenziellen Mentoren geplant. Da die Mentees möglicherweise Interesse an unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen haben wäre laut Herbst „ein Überangebot an Mentoren wünschenswert“.

Die Commerzbank-Stiftung unterstützt das Projekt finanziell, so dass unter anderem 1000 Euro für jedes „TriTeam“ zur freien Verfügung stehen. Sollte das Programm erfolgreich verlaufen, wäre es „eine spannende Herausforderung das TriTeam in andere Städte zu übertragen“, so Herbst. Zunächst müsse man jedoch abwarten „ob das Projekt ankommt“.

Mehr Infos: Christina Muth, 06421/9 48 88-13 oder E-Mail: muth@dvbs-online.de

von Peter Gassner

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