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Kaphingst plant Millionen-Investition

Umbau Kaphingst plant Millionen-Investition

Die Gesundheits-Branche boomt, der Internet-Handel floriert: Das einstige Sanitätshaus will diesen Wandel aktiv mitgestalten und erweitert den Standort im Kaufpark Wehrda.

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Andrea Suntheim-Pichler und Boris Pichler führen Kaphingst in der vierten Generation.

Quelle: Foto: Ingmar Hirt/mymedia GmbH

Marburg. Das Durchschnittsalter der Kundschaft sinkt, der Umsatz wächst. Längst ist Kap-hingst kein Sanitätshaus mehr, in dem nur die ältere Generation nach Gehhilfen oder Kompressionsstrümpfen Ausschau hält. Die Fitness- und Gesundheitswelle bringt auch 30-Jährige in den Gesundheitsmarkt. Von Nackenkissen über Pflegemittel bis hin zur Bademode: Das Geschäft des Familienunternehmens hat sich gewandelt. Aus einer kleinen Werkstatt für Chirurgiemechanik in Marburg aus dem Jahr 1912 ist ein Unternehmen entstanden, das weitere Innovationen und Investitionen plant, wie Boris Pichler, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Kaphingst, erklärt. „Der klassische Einzelhandel ist heute überhaupt nicht mehr überlebensfähig. Das Einkaufen muss Erlebnischarakter haben und die Verbindung mit virtuellen Welten anbieten“, erklärt Pichler.

Orthopädietechnik zieht ins neue Haus in Wehrda ein

Im Online-Geschäft ist das Unternehmen bereits tätig, nun gilt es, den Erlebnischarakter auszuweiten. Dafür beginnt Pichler zunächst mit einer räumlichen Ausweitung: Das Geschäfts- und Verwaltungsgebäude im Kaufpark Wehrda wird komplett umgebaut. „Wir werden einen Teil des Gebäudes abreißen lassen und neu errichten. Wir vergrößern die Fläche von 980 Quadratmetern auf 2300 Quadratmeter“, erklärt Andrea Suntheim-Pichler, Marketingleiterin und Urenkelin des Firmengründers Richard Kaphingst.

Die Orthopädietechnik, die bisher in der Uferstraße angesiedelt ist - dort, wo Richard Kaphingst 1912 das erste Geschäft eröffnete - wird in das neue Gebäude in Wehrda umziehen. Der neue Gesundheitsmarkt soll mehr Auswahl und neue Marken bieten, breitere Gänge und klimatisierte Räume „mit Wohlfühlambiente“ sind geplant. Kaphingst wird künftig auch alles rund ums Bad anbieten - auch Badezimmerkonzepte - und dafür mit dem Handwerk kooperieren.

Zehn neue Arbeitsplätze entstehen im Gesundheitsmarkt, erklären das Ehepaar Andrea Suntheim-Pichler und Boris Pichler. Denn auch wenn der Online-Handel zunehme, benötige man Berater im Verkauf vor Ort. „Die virtuelle Welt und die Fachkompetenz in der Beratung wachsen immer mehr zusammen“, erklärt Andrea Suntheim-Pichler. Ein Beispiel: Eine Fachverkäuferin analysiert, misst, stellt fest, welches Spezial-Kissen ein Kunde benötigt. Ist dies aber nicht vorrätig, geht der Kunde ins Internet - „aber nicht, ohne die Bestellung bei uns abzuschicken“, betont sie.

Verkauf im Zelt während der Bauarbeiten

Mit einer Investitionssumme in Millionenhöhe will das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Lahntal-Goßfelden hat, an der exponierten Lage im Kaufpark ein repräsentatives Geschäftshaus errichten, sagt Suntheim-Pichler. Dazu werde auch ein Café gehören, erklären Pichlers. Ein Teil der Erdgeschoss-Fläche und des Außen-areals werde an einen Cafébetreiber oder Bäcker mit Gastronomiekonzept vermietet. Auf dem Außengelände soll zudem eine Agility- und Teststrecke für Rollstuhlfahrer errichtet werden. Das komplett umgebaute Gebäude, das vor mehr als 15 Jahren noch ein Garten-Center war, wird nach Passivhausstandard mit eigenem Blockheizkraftwerk gebaut.

Der Umbau soll im Dezember fertig sein. Während der Bauzeit, die am 25. Februar beginnt, wird der Gesundheitsmarkt in einem großen Zelt gegenüber Begro untergebracht sein.

von Anna Ntemiris

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