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Kampf für Erhalt der Schichtzuschläge

Warnstreik bei CCL Label Kampf für Erhalt der Schichtzuschläge

Beschäftigte von allen drei Schichten der Firma 
CCL Label in Marburg sind am Montag für jeweils zwei Stunden in den Warnstreik getreten.

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Die Mitarbeiter von CCL Label streikten am Montag vor dem Werkstor in Cappel.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Im vergangenen Mai hatte das Unternehmen direkt vor Pfingsten bekanntgegeben, dass Eukerdruck ebenso wie das Schwesterunternehmen Pharma Druck CDM in Dresden an den Kanadischen Konzern CCL Industries übergehen solle ( die OP berichtete ). Im Juli war der Verkauf dann vollzogen worden.

„Durch den Verkauf unserer Unternehmen an die CCL sichern wir die langfristige Zukunft unserer Standorte“, sagte Robert Mägerlein, Geschäftsführender Gesellschafter der beiden Unternehmen, damals zum Verkauf. Mittlerweile firmiert das Unternehmen auch in Marburg unter dem Namen CCL Label.

am Montag traten die Beschäftigten nun in den kurzzeitigen Ausstand: Einerseits wollte die Belegschaft der Verdi-Forderung von einem Gehaltsplus von fünf Prozent mehr Nachdruck verleihen. Doch für Olaf Gruß, Gewerkschaftssekretär von Verdi, ist ein anderer Streitpunkt viel gravierender: „CCL Label will die Zulagen für die Schichtarbeit empfindlich kürzen. Das sind Einbußen zwischen 300 und 500 Euro – das wollen die Kollegen nicht hinnehmen.“

Belegschaft sieht sich in einer „Erpressersituation“

Bei den Tarifverhandlungen habe die Geschäftsführung bisher ein Plus „von 2,X Prozent“ in Aussicht gestellt, wie Gruß erläutert. Zudem soll ein weiteres Werk in Marburg geschlossen werden. „Dadurch, dass CCL an die Prozente will, ist das schon ein deutliches Zeichen, dass das Unternehmen den Standort günstiger in der Arbeit machen will“, sagt Gruß. In den Tarifverhandlungen habe man der Gewerkschaft bereits gesagt, „dass man jetzt mit England und Holland konkurriert und von der Tarifrunde abhängig sein wird, ob man hier in Marburg noch Investitionen tätigt“ – die Drohgebärden gingen schon los.

Nico Seekatz, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, brachte es auf eine einfache Formel: „Wir sind gute Leute, wir machen gute Arbeit – und wir wollen dafür mehr Geld haben.“ Zwar habe der Geschäftsführer ein kleines Lohnplus avisiert, „aber im Endeffekt nimmt man uns etwas weg“, sagte Seekatz. Sollte sich an der Situation nichts ändern, „so war es heute bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir hier draußen ein Zeichen setzen werden“, gab er sich kämpferisch.

Man habe in den vergangenen Jahren „immer wieder verzichtet und damit dafür gesorgt, dass das Unternehmen attraktiv wurde und verkauft werden konnte“. Die geplante Werksschließung komme nicht überraschend, „die war schon länger im Gespräch und der Betriebsrat ist auch nicht dagegen. Das Problem, das jetzt auftritt, ist aber, dass wir nun in einer Erpressersituation sind: Wenn wir nicht auf die Schichtzuschläge verzichten, wird nicht in einen Neubau investiert – das können wir uns nicht gefallen lassen“, verdeutlicht Seekatz.

Auch für Dr. Ulf Immelt vom DGB Mittelhessen ist klar: „Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen sind wir in der Mehrheit – dann können wir auch etwas erreichen.“ Daher sollten die Streikenden auch die Betriebsangehörigen ansprechen, die jetzt noch nicht auf die Straße gegangen waren. „Denn Ihr kämpft nicht nur für Euch, Ihr kämpft auch für Eure Familien. Es kann nicht sein, dass Euch etwas weggenommen wird und die da oben sich die Taschen voll machen.“

von Andreas Schmidt

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