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Kaffeehandel zum Schutz der Orang-Utans

Regenwald-Projekt Kaffeehandel zum Schutz der Orang-Utans

Alles andere als affig: Mit der Aktionsgemeinschaft Orang-Utan Kaffee wollen Händler und Kaffeebauern Pflanzen- und Artenvielfalt auf der indonesischen Insel Sumatra bewahren. Die Gemeinschaft im Lohraer Ortsteil Kehna röstet mit.

Kehna. Die sozialtherapeutische Lebensgemeinschaft in Kehna in der Gemeinde Weimar unterstützt ein Projekt, das die Schweizerin Regina Frey zum Schutz des Regenwaldes in Sumatra und der dort lebenden Orang-Utans initiiert hat. 1973 war die Biologin das erste mal nach Sumatra gereist, um dort im Auftrag des WWF und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt eine Wiederauswilderungsstation für Sumatra Orang-Utans aufzubauen.

Seit dieser Zeit setzt sich die Initiatorin Frey unermüdlich für den Lebensraum des Sumatra Orang-Utans in Indonesien ein.

Durch diesen schwindenden Lebensraum und die Bejagung durch Menschen gibt es heute nur noch etwa 6500 wild lebende Sumatra-Orang-Utans. Dies war der Grund dass Regina Frey die Schweizer Stiftung Pan-Eco für nachhaltige Entwicklung und interkulturellen Austausch, die seit 1996 für das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm verantwortlich zeichnet, ins Leben rief. Neueste Initiative von Regina Frey und ihren Mitarbeitern ist das „Orang-Utan-Kaffeeprojekt“.

Mit einem Netzwerk von kleinbäuerlichen Kaffeeanbauern in Dörfern der Provinz Aceh etabliert sie das Label „Orang-Utan-Kaffee.“ Auf diese Weise möchte sie einen Bio-Kaffee auf den Markt bringen und gleichzeitig den tropischen Regenwald und damit den Lebensraum der Orang-Utan schützen.

Das Ziel sei neben der Nachhaltigkeit ein wirtschaftlicher und sozialverträglicher Kaffeeanbau und -handel.

Durch den naturnahen Anbau und nach strengen Richtlinien werden die an die Kaffeeplantagen angrenzenden, im Hochland gelegenen Bergregenwälder geschützt und die Bauern erhalten eine gerechte Entlohnung plus einer Prämie für hochwertigen Rohkaffee - und gleichzeitig gibt es Hilfe für die vom Aussterben bedrohten Sumatra-Orang-Utans. Gewährleistet sei auch die Partnerschaft zwischen der Stiftung PanEco und professionellen Partnern der Kaffeebranche, um das Ziel zu realisieren.

Auf Sumatra gedeihe ein ganz besonderer Arabica-Kaffee, der von den Kaffeeanbauern nach strengen ökologischen Richtlinien auf den Plantagen bewirtschaftet werde, sie verzichten auf Rodungen des Regenwaldes, die Ernte und den Verkauf von geschützten Pflanzen und die Jagd oder den handle mit geschützten Tieren, damit der Regenwald seine Pflanzen- und Artenvielfalt wahren kann.

Die Kaffeeanbauer erhalten für ihre Leistungen in dieser Partnerschaft nach den drei genannten Richtlinien eine Prämie von 0,50 Euro pro Kilogramm Rohkaffee zum bereits höheren Preis für den direkten Handel. Weitere 0,50 Euro gehen an das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm.

Röstereien aus Großstädten beteiligen sich an Aktion

Dadurch soll der Lebensraum der bedrohten Orang-Utans nicht nur erhalten, sondern wieder ausgedehnt werden.

In Deutschland haben sich die Kaffee-Röstereien Speicherstadt-Kaffeerösterei Hamburg, Caffé Fausto in München, Heilandt Kaffeemanufaktur in Köln und die Rösterei der Gemeinschaft in Kehna angeschlossen.

Die Rösterei in Kehna nahm im Jahre 2000 ihren Betrieb auf und ist damit nach eigenen Angaben die älteste Rösterei Hessens, die ausschließlich Kaffee aus zertifiziertem Bio-Anbau verarbeitet.

von Ingrid Lang

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