Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Jungmeister erhalten Lohn für ihre Mühe

Feierstunde im Kreishaus Jungmeister erhalten Lohn für ihre Mühe

In einer feierlichen Zeremonie erhielten mehr als 40 Meister der Region am Freitag ihre Meisterbriefe im Kreishaus.

Voriger Artikel
Förderung sollte nur ein Anreiz sein
Nächster Artikel
„Eine neue Dekade der Außenpolitik“

Landrätin Kirsten Fründt, Rolph Limbacher und Heinrich Gringel überreichten die Briefe an die Meister im Kfz-Technikerhandwerk Abdulcelil Altay, Pahnid Gorgs, Dustin Hemke, Nicolas Paul Janning, Philipp Heinz Kluesmann, Mark Anthony Köhn, Marc Oliver Kraus, Oliver Lecybyl, Kevin Leinberger, Aaron Pohl, Chris René Roth, Michael Schardt, Benjamin Schmitt, Sebastian Timpe, André Moreno Martin, Robin Pfeiffer und Christopher Hermann.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Für Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher ist die Meisterfeier „der Wirtschaftsmacht von nebenan“ immer ein ganz besonderer Moment – und für die Jungmeister „der Höhepunkt der bisherigen Karriere“.

Warum, das verdeutlichte Landrätin Kirsten Fründt (SPD) in ihrem Grußwort: „Sie alle ­haben von etwas profitiert, was in Deutschland ganz besonders ist: Von der Ausbildung im Dualen System mit Betrieb und Schule. Das ist ein hohes Gut, welches Deutschland für Fachkräfte entwickelt hat, um das uns viele Länder beneiden.“

Für dieses System seien die Meister nun Multiplikatoren –, und Fründt wünsche sich, dass die jungen Fachkräfte ihr Wissen nicht nur an ihre Kunden weitergäben, „sondern auch an die jungen Menschen, die ihnen nachfolgen“. Für die Region sei es ein gutes Zeichen, mit so vielen jungen Meistern gut aufgestellt zu sein.

Meistertitel steht auch 
für soziale Kompetenz

Marburgs Oberbürgermeister­ Dr. Thomas Spies (SPD) verdeutlichte, dass Handwerk vor allem eine Art sei, „seine Arbeit­ mit den eigenen Händen zu erfahren. Was ich tue, kann man nur selten mit seinen Händen anfassen“. Kern des Handwerks sei es aber, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen – „und Sie arbeiten jetzt nicht nur mit Ihren Händen, sondern Sie tun es jetzt auch noch meisterlich“. Und das Attribut „meisterlich“ sei das, was wirklich Qualität bezeichne – „denn der Ausdruck für wirklich gut ist nicht präsidial oder doktorlich“.

Für Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) ist klar, dass der Meistertitel „für Fachkompetenz, technisches Know-how, Führungswissen und soziale Kompetenz“ stehe. Dies sollen die Meister auch an zukünftige Generationen weitergeben und bei ihrer Arbeit „immer das Ergebnis im Auge behalten“.

Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, sieht die Meister nun „in der Elite der Handwerks-Familie. Jeder Meisterbrief hat seine eigene Geschichte – heute können Sie Ihren Brief entgegennehmen.“

Festredner des Abends war Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks ­( Foto: Schmidt). „Zum Meister wird, wer den Mut hat, Bewährtes weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen“, sagte er. Die Jungmeister folgten einer großen Tradition und könnten auf das Erreichte Stolz sein.

Deutschland sei durch seine gut ausgebildeten Fachkräfte stark geworden – „durch Meister, die eben den Mut mitbringen, einen Schritt weiterzugehen, einen Betrieb weiterzuführen oder sich selbstständig zu machen“, betonte Schwannecke. Und die Zeit dafür sei hervorragend, denn die Konjunktur böte beste Aussichten.

Doch Handwerk sei nicht nur eine Wirtschaftsgruppe, „sondern auch eine Gesellschaftsgruppe“ – damit einher gehe ­eine hohe Verantwortung, „der müssen wir in vielen Facetten gerecht werden – bis hin zu der Frage, wie es gelingt, Menschen, die in Not sind, eine Perspektive zu geben“.

5,4 Millionen Beschäftigte ­arbeiten laut Schwannecke im Handwerk. Damit die Unternehmer auch in Zukunft konkurrenzfähig blieben, gelte es – neben der fortschreitenden Digitalisierung, an der das Handwerk schon lange beteiligt sei –, die Ausbildung auf solide Füße zu stellen und weiter qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.

„Gute Schulen und eine solide Ausbildung sind die Basis für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Daher dürfen wir nicht zulassen, dass fehlende Fachkräfte zur Bremse der konjunkturellen Entwicklung werden“, betonte der Generalsekretär. Die Politik hätte zu lange „Abitur und Studium als den Karriereweg anempfohlen“ – so gingen dem Handwerk viele Talente verloren. „Dabei brauchen wir beides: Gute Akademiker und gute Handwerker – beides macht im Ergebnis den wirtschaftlichen Erfolg aus.“

von Andreas Schmidt

Die Meister im Kfz-Technikerhandwerk Eugen Braun, Niclas Fichtner, Waldemar Fuss, Christian Hensel, Daniel Niklass, Jonas Quatember, Sebastian Reuter, Marius Rubik, Jan-Erik Stahl, Norman Tietze, Scheymus Zein, Franziska Burk, Andreas Kliner und Benjamin Mutzbauer erhielten ihre Briefe von ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, Heinrich Gringel und Rolph Limbacher.
 
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sowie Heinrich Gringel und Rolph Limbacher überreichten die Briefe an die Meister im Elektrotechnikerhandwerk Timo Gemmer, Maik Hammer, Johann Horn, Markus Jahn, Aron Margraf, Jack Müller und Reinhold Süß sowie an die Friseur-Meister Yvonne Grögel und Alexander Stephan und die Meister im Maler- und Lackiererhandwerk Viktor Kampen, Florian Lippert und Debora Nießen. Fotos: Andreas Schmidt
 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr