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Junggesellen erhalten Lohn für ihre Mühe

Winter-Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Marburg Junggesellen erhalten Lohn für ihre Mühe

Einmal mehr bildete das 
Cineplex am Donnerstag den festlichen Rahmen der Freisprechungsfeier für 108 junge Menschen, die ihren Gesellenbrief entgegennahmen.

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auf Wachstum aus

Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher (rechts) und sein Stellvertreter Hartmut Pfeiffer (von links) zeichneten die Innungsbesten Till Martin Rau, Daniel-Timon Spanka und Tarek Josias Oehler für deren herausragenden Leistungen aus.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Bevor die Ex-Azubis jedoch den Lohn für ihre Mühe entgegennahmen, wollten zahlreiche Festredner ihnen gratulieren. So etwa Konrad Schweinsberger, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die an der Organisation der Freisprechungsfeier beteiligt war.

„Sie können nun mit Ihrem Wissen und Ihrem Können dazu beitragen, dass wir alle gemeinsam mit Zuversicht in die Zukunft blicken können und es mit unserem Land weiter aufwärts geht“, sagte er. Der aktuelle Bildungsbericht zeige, dass sich die Investition in Bildung nicht nur für jeden selbst lohne, sondern auch für die Gesellschaft. Der Bildungsstand in Deutschland steige kontinuierlich, außerdem würden die Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss geringer.

Die Metallbauer Alexander Dieterle, Dominik Groß, Marwin Heiko Grothe, David Henkel, Sebastian Kissel, Johannes Leipold, 
Maximilian Schäfer und Leon Strack mit Obermeister Gerhard Fach, Harald Knörr, Helmut Emmerich und Dr. Benedikt Feldhaus. Es fehlen Eduard Groo, Robert Janzer und Sascha Pfeiffer.

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Gleichzeitig steige die Zahl der Studienanfänger – „die Akademisierung nimmt allmählich heikle Ausmaße an – zum deutschen Arbeitsmarkt passt sie allerdings nicht“, so Schweinsberger. Vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels benötige man mehr junge Leute, die sich für eine Ausbildung interessierten.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) rief die Junggesellen dazu auf, einen Moment innezuhalten und die vergangenen Jahre einmal Revue passieren zu lassen. „Machen Sie sich bewusst, was Sie alles erreicht haben und wie Sie so manche Hürde überwunden haben – und damit entdeckt haben, wie so manches, was zunächst schwierig erschien oder frustrierend war, sich doch gelohnt hat“, sagte er.

Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch den Partnern, der Familie und den Ausbildern – denn diese hätten ganz erheblich zum Gelingen beigetragen. „Jetzt können Sie mit Hand und Kopf arbeiten – damit haben Sie beste Voraussetzungen“, gab er den Junggesellen mit auf den Weg.

Volker Breustedt, Leiter der Marburger Arbeitsagentur, verdeutlichte den jungen Leuten, dass sie nun den Schritt in eine Selbstständigkeit vollzogen hätten, „um den Sie viele ein Stück weit beneiden können“. Die jungen Handwerker leisteten mit dem, was sie gelernt haben und nun könnten, einen wichtigen Beitrag für die Region. „Wir brauchen nicht nur Menschen, die Bleistifte halten können“, sagte Breustedt und verglich die Junggesellen mit Diamanten. „Sie sind noch nicht ganz fertig geschliffen – achten Sie darauf, dass Sie an den Ecken und Kanten Ihrer Qualifikation noch ein bisschen weiterfeilen.“

Handwerk sieht 
Flüchtlinge als Chance

Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher betonte, dass die „Neugesellen“ es geschafft hätten. „Was gestern noch eine verschwommene Perspektive war, ist heute das feste Fundament für Ihr weiteres Leben – Sie haben was erreicht“, betonte er.

Neben den handwerklichen Fähigkeiten hätten die jungen Leute auch gelernt, dass Leistungsbereitschaft sich auszahle – ebenso, wie den „inneren Schweinehund“ immer mal wieder zu überwinden. Dies seien Fähigkeiten, die dem Gesellen sowohl im Berufsleben als auch im Hinblick auf die mögliche Meisterprüfung und eine potenzielle Selbstständigkeit zugutekämen.

Limbacher griff zudem den Handwerks-Slogan „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt – sondern wo man hinwill“ auf: Das Handwerk sei offen für alle, biete Deutschen und Migranten gleichermaßen Ausbildung und Perspektiven. „Wir sehen die Flüchtlinge als Bereicherung und als Chance, den Azubi- und auch den Fachkräftemangel abzumildern“, sagte Limbacher, „das ist eine klassische Win-win-Situation.“

von Andreas Schmidt

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