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Jugendliche beweisen ihr Gespür für Teamwork

„Mein kleines Restaurant“ Jugendliche beweisen ihr Gespür für Teamwork

Mit einem selbst kreierten Drei-Gänge-Menü begeisterten Jugendliche 
aus dem Stadtwald ihre Gäste im „eigenen“ 
Mini-Restaurant.

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Neun Jugendliche aus dem Stadtwald rund um Projektbetreuer David Dieschburg (von links) und Koch Metin Eberling verwöhnten die Gäste mit einem Dinner.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Zubereiten, Dekorieren, Servieren – tagelang bereiteten sich neun ambitionierte Jungköche auf das große kulinarische Finale im „kleinen Restaurant“ vor.

Am Wochenende verwandelten sich die Räume der Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG) in einen kleinen, lebendigen Gastronomiebetrieb samt Empfangsbereich, Speisekarte, reich dekorierter Tische und professioneller Großküche.

Knapp 50 Gäste genossen das schmackhafte, kostenlose Dinner. Nach einem kleinen Aperitif startete der kulinarische Abend mit einer cremigen Bärlauchsuppe mit gebratener Kräutergarnele. Als wohlschmeckendes Highlight kredenzten die Jugendlichen gebratene Dorade Royal mit Kartoffeln und Sesamspargel an Orangenreduktion und Thymianschaum. Eine Schokoladentarte mit selbstgemachtem Waldbeer-Joghurteis rundete das Dinner ab.

Auf das schmackhafte Highlight hatten sich die Projektteilnehmer zwischen 13 und 22 Jahren tagelang vorbereitet, die gesamte Planung und gastronomische Rollenverteilung übernommen, eine Menükarte erstellt, die Zutaten organisiert und unter Anleitung von Profi-Koch Metin Eberling zubereitet.

Zwischen den Gängen herrschte im Hintergrund hektische Betriebsamkeit ( Foto: Tannert), der Spaß an ihrem Projekt kam dennoch nicht zu kurz. Stets ein Auge auf das Wohl der Gäste hatte das aufmerksame Servicepersonal, die Köche überwachten die Speisen, gemeinsam wurde geschnippelt, geschält, abgeschmeckt und angerichtet.

Im Vorfeld kümmerten die Teilnehmer sich um die Werbung, erstellten Flyer und absolvierten einen Hygieneworkshop. Begeisterung herrschte auf­seiten der Gäste, die gleich mehrfach einen Nachschlag bestellten und den gelungenen Abend mit viel Applaus und Lob honorierten.

„Es war toll, sehr lecker und eine gelungene Zusammenstellung“, fand etwa Mirco Niebuhr. „Ein tolles Projekt, das viel Arbeit macht. Darauf können die Jugendlichen stolz sein“, lobte Gabriele Ruffmann.

Das soziale, vom europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Justiq“ (Jugend stärken im Quartier). Ziel ist die schulische, soziale und berufliche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in sozialen Brennpunkten.

Völlig geschafft aber stolz

Träger des Projekts namens „Jump‘in“ ist die Stadt Marburg. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern organisiert die IKJG als freier Jugendhilfeträger über das Programm verschiedene Projekte für den Stadtteil.

Das kleine Restaurant wurde von der Juko Marburg und dem Gartencenter Pötschke unterstützt. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Erfahrung mit Gruppen- und Verhaltensregeln, Teamwork, Arbeitsteilung sowie der Umgang mit beruflichen Herausforderungen und der eigenen Kritikfähigkeit.

„Die Jugendlichen waren gut drauf und haben motiviert mitgemacht“, lobte Sozialpädagoge David Dieschburg von der IKJG seine „Truppe“. Die ließ den Abend sichtlich geschafft, doch ungemein stolz auf eine reibungslose Veranstaltung, mit Aufräumen und Abwaschen ausklingen.

„Es war richtig cool und hat Spaß gemacht“, lautete das zufriedene Fazit von Projektteilnehmerin Vivian Christ. „Als Jugendlicher wird man nicht immer ernst genommen – hier sind die Leute und auch wir selber stolz auf unsere Leistung“, freute sich die 15-Jährige.

von Ina Tannert

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