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Jubiläum im Zeichen von „Ärzte ohne Grenzen“

Zentrum für Osteopathie und Physiotherapie Jubiläum im Zeichen von „Ärzte ohne Grenzen“

Seit 25 Jahren besteht das Zentrum für Osteopathie und Physiotherapie in Wehrda. Die Geschenke gingen jedoch in Form von Spenden an „Ärzte ohne Grenzen“.

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Martin Hauck-Trampe und Ute Viewig sind die Geschäftsführer des Zentrums für Osteopathie und Physiotherapie in Wehrda.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Man kann mit so wenig so viel machen“, erklärte die Allgemeinmedizinerin Dr. Tanja Brandenburg während der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Zentrums für Osteopathie und Physiotherapie in Wehrda.

Weil die Geschäftsführer Martin Hauck-Trampe und Ute Viewig beschlossen hatten, das Jubiläum als Anlass für eine Spende an „Ärzte ohne Grenzen“ zu nutzen, hielt Brandenburg einen kurzen Vortrag über ihre Erfahrungen im Auftrag der Hilfsorganisation im Kongo.

Seit 20 Jahren herrsche dort Bürgerkrieg. Ackerbau und Viehwirtschaft seien nicht möglich, weil die Bevölkerung immer wieder vor marodierenden Truppen in den Wald oder die Berge flüchte. Nahrungsmittel müssten eingeflogen werden. Neun Monate arbeitete die Ärztin in einer medizinischen Einrichtung. „Es gibt keinen Strom, kein Labor, keinen Wehenschreiber.“ Die Hebamme stelle daher ein Hörrohr aus Metall auf den Bauch einer schwangeren Frau, um die Herztöne des Kindes zu hören.

Band „Red Booze“ brachte die Idee mit

In Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation habe „Ärzte ohne Grenzen“ ein Ernährungszentrum aufgebaut. Viele Kinder hätten Ödeme durch Eiweißmangel. Die bis Fünfjährigen bekämen therapeutische Milch, die bis Zehnjährigen eine kalorienreiche Erdnusspaste. „Die Kinder können dann wieder alleine essen, wieder laufen und spielen.“ Mit neun bis zwölf Euro könne die mehrere Monate dauernde Behandlung eines Kindes finanziert werden. Für rund 50 Euro könnten für eine Woche 3000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden.

Geschäftsführer Hauck-Trampe hat selbst lange in Afrika gelebt. „In Deutschland auf die Welt gekommen zu sein ist ein Sechser im Lotto.“ Statt selbst Geschenke zum Jubiläum zu bekommen, entschied er sich gemeinsam mit Kollegin Viewig dafür, 3000 Euro an die Hilfsorganisation zu spenden. Die Gäste, mit denen sie in der Evangeliumshalle in Wehrda feierten, legten noch mal knapp 4600 Euro drauf. Auch die Diakonie beteiligte sich mit einer Spende.

Auf die Idee kamen die beiden Geschäftsführer durch die Band „Red Booze“, die schon mehrfach für die Hilfsorganisation gespendet hat und bei der Feier für Unterhaltung sorgte.

Als Hauck-Trampe und Viewig die Praxis vor 25 Jahren gründeten, waren sie nur zu zweit. Nach drei Monaten kam die erste Mitarbeiterin dazu, heute sind sie ein 19-köpfiges Team. Zum Angebot der Physiotherapeuten gehören auch Manual-, Schmerz-, Bobath- und APM-Therapie.

von Freya Altmüller

 
 
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