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„Job direkt“ hat nun mehr Platz

Vermittlung von Langzeitarbeitslosen „Job direkt“ hat nun mehr Platz

Seit 2009 kümmert sich die Praxis GmbH mit 
„Job direkt“ in Stadtallendorf um die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen. Nun ist das Angebot 
in neuen Räumen zu ­finden.

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Michaela Goldmann (von rechts) informiert sich am PC über mögliche Ausbildungsstellen zur 
Friseurin oder Kosmetikerin. Im Hintergrund: Marian Zachow, Teilnehmerin Nadine Gimbel, ­
Gerlind Jäckle und Sandra Liebermann.

Quelle: Andreas Schmidt

Stadtallendorf. Die Statistik kann sich sehenlassen: Seit der Gründung vor siebeneinhalb Jahren hat Gerlind Jäckle mit ihrem Team gut 1600 Kunden des Kreisjobcenters in Stadtallendorf betreut.

„Und davon wurden bisher 993 Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt“, sagt Jäckel – eine Quote von fast 62 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Quote sogar noch höher: Von 205 Teilnehmenden nahmen 139 eine versicherungspflichtige Tätigkeit auf – was einer Quote von 67,8 Prozent entspricht.

Hinzu kommen auch einige wenige Vermittlungen in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. „Das kommt aber nur selten vor, in diese Verhältnisse vermitteln wir unsere Teilnehmer nicht gerne“, sagt Jäckel. Denn „sonst werden die Menschen in prekären Arbeitssituationen gehalten, die eigentlich beendet gehören – das ist eine ungute Situation“.

Gewachsen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, die an dem Angebot teilnehmen: Waren es in den gesamten siebeneinhalb Jahren 32,87 Prozent, stieg deren Quote im vergangenen Jahr auf 40,18 Prozent. „Traditionell ist in Stadtallendorf der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund hoch. Das stellt aber keine besondere Problematik dar, sondern macht auch den Charme dieser Stadt aus“, so Jäckel.

Am Anfang steht ein detailliertes Profiling

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow erläutert, dass die Idee zu den Job-Akademien aus den Niederlanden stamme. „Wir haben ihn adaptiert und für die Verhältnisse im Landkreis abgewandelt – der Weg geht in die richtige Richtung.“ Das Leitbild bei der Vermittlung orientiere sich an drei Idealen, wie er erläutert. So wolle man „begeistern statt bevormunden, das Motivieren steht im Vordergrund, damit sich die Menschen ihrer eigenen Stärken bewusst werden. Denn wir haben niemanden im KJC, der ohne Stärken zu uns kommt“.

Das zweite Credo laute „entdecken statt einordnen“, man wolle den Kunden keine Lebens- und Berufswege aufoktroyieren. Vielmehr sollten sie Perspektiven entdecken und Ideen entwickeln. Und als dritte Prämisse gelte „bilden statt parken“: „Wir wollen Sie nicht aus der Statistik raushaben, sondern aus der Arbeitslosigkeit“, sagte Zachow – und das funktioniere nur über Bildung und Weiterbildung. Dafür böten die neuen Räume in der Wetzlarer Straße 5 von „Job direkt“ nun auf 205 Quadratmetern die besten Voraussetzungen.

Herzstück ist dabei der Schulungsraum mit 20 PC-Arbeitsplätzen. Dort können die Teilnehmer beispielsweise nach Stellen suchen oder auch ihre Bewerbungen schreiben. Doch das ist nur ein Aspekt, der die Arbeit von „Job direkt“ ausmacht. Für Beratung und Coaching stehen je ein Besprechungs- und Seminarraum bereit. In Einzelgesprächen und Gruppenangeboten unterstützen die Mitarbeiter von Praxis GmbH und KJC die Kunden im Bewerbungsprozess.

Wenn die Teilnehmer in den Kurs kommen, findet zunächst ein ausführliches Profiling statt. Dann werden Ziele definiert, es gibt ein Rhetorik-Seminar, mit dem auch vor der Gruppe geübt wird, frei zu sprechen, um die Gespräche mit dem potenziellen Arbeitgeber zu verbessern.

Hinzu kommt etwa ein Telefontraining, bei dem den Teilnehmern vermittelt wird, wie sie persönlich Kontakt aufnehmen können und dabei dennoch nicht unsicher sind. Motivationstraining und ein Training für das Vorstellungsgespräch sind weitere Komponenten des Kurses.

von Andreas Schmidt

 
 
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