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Japaner auf Bio-Brau-Gersten-Tour

Franchiseunternehmer „Otaru Beer“ Japaner auf Bio-Brau-Gersten-Tour

Die Nachfrage nach dem deutschen Reinheitsgebot steigt in Japan. 58 Restaurantbetreiber bekamen bei der Handelsgesellschaft für oberhessische Naturprodukte in Mardorf Einblicke in die Produk­tion.

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Begrüßung der Delegation aus Japan bei echter Bierzeltatmosphäre.

Quelle: Klaus Böttcher

Mardorf. Seit sieben Jahren bezieht die japanische Brauerei „Otaru Beer“ ökologische Braugerste für das Malz von der Handelsgesellschaft für oberhessische Naturprodukte (OHN) aus dem Amöneburger Ortsteil Mardorf.

„Unsere Brauerei befindet sich im Norden Japans in der Stadt Otaru auf der Insel Hokkaido“, erklärt der Geschäftsführer der Brauerei Otaru Beer, Diplombrauingenieur Johannes Braun, im OP-Gespräch. Über 20.000 Hektoliter Bier und 10.000 Hektoliter alkoholfreie Getränke­ werden dort jährlich hergestellt. Damit ist sie die fünftgrößte Brauerei Japans. Zu Otaru Beer gehört außerdem eine eigene Molkerei, eine Kaffeerösterei und eine Wurstproduktion. Der Gesamtjahresumsatz liegt bei 10 Millionen Euro. Insgesamt sind in Produktion und Verwaltung 35 Mitarbeiter beschäftigt.

Sie beliefern sowohl die Gastronomiebetriebe und Supermärkte im Umkreis von 100 Kilometern als auch die brauereieigenen Restaurants. 58 der japanischen Franchisenehmer, die je eines der 350 firmeneigenen Restaurants der Brauerei, die über ganz Japan verteilt sind, betreiben, informierten sich nun vor Ort über die Bierproduktion nach dem deutschen Reinheitsgebot und die Verwendung von Malz und Hopfen aus biologischem Anbau in Deutschland.

Bio-Biersorten bewähren sich auf dem Markt

„Die Nachfragen in der japanischen Region nach Ökobier, was nach dem Reinheitsgebot gebraut ist, sind gestiegen“, weiß Johannes Braun. Die Verwendung von Rohstoffen aus biologisch kontrolliertem Anbau bei den verschiedenen Biersorten habe sich bewährt.

Nach der Begrüßung der Delegation und der Feldbegehung hörten die Japaner einen Vortrag zum ökologischen Landbau in Deutschland. Dabei ging die Referentin, Dr. Ute Williges vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, auf die aktuelle Situation und Entwicklung ein.

Karl Rhiel, der Geschäftsführer der OHN, betonte, dass durch die Zusammenarbeit mit der Brauerei Otaru Beer entsprechende Anbauverträge mit den ökologisch wirtschaftenden Landwirten aus der Hessischen Region zugrunde liegen.

Damit hätten nicht nur die Brauerei in Japan, sondern auch die „Bio-Siegel-Hessen“-Landwirte die notwendige Sicherheit, die landwirtschaftliche Betriebe heute brauchen würden, um ihre Unternehmen betriebswirtschaftlich sicher zu führen. Die Delegation wird auf ihrer Bio-Brau-Gersten-Tour noch ­einen Hopfenbauern und das Oktoberfest besuchen.

von Klaus Böttcher

Nach dem Abstecher ins Bierzelt wurden den Restaurantbetreibern die Maschinen gezeigt. Foto: Klaus Böttcher
 
 
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