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Jack Herberg freut sich auf mehr Musik

CSL Behring Jack Herberg freut sich auf mehr Musik

Hans, genannt Jack, Herberg ist wohl einer der bekanntesten Mitarbeiter im großen Unternehmen CSL Behring. Nach 30 Jahren geht er in den Ruhestand.

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Jack Herberg geht mit 63 Jahren in den Ruhestand. Viele Kollegen von CSL Behring, aber auch am ganzen Standort Behringwerke, werden ihn vermissen.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Es ist Zeit, um ein Gerücht endgültig aus der Welt zu räumen. Hans Herberg hat sich weder den einst amerikanischen Chefs noch jetzt den Australiern angepasst. Er nennt sich deshalb Jack mit Vornamen, weil ihn seit seiner Schulzeit alle – auch seine Eltern und seine Ehefrau – so nannten und nennen. „Mein damaliger Englischlehrer verpasste mir den Namen, der bis heute blieb“, sagt Jack Herberg. Eigentlich wollte Herberg auch Englisch-Lehrer 
werden, doch daraus wurde nichts.

Nach seinem Studium der Amerikanistik, Anglistik, Politikwissenschaft und Pädagogik gab es Mitte der 80er eine Lehrerschwemme in Hessen. Erfahrungen außerhalb des Studiums hatte der musikbegeisterte Student als Aushilfe in einer Werbeagentur, die Presseberichte für Musikinstrumente erstellte, gesammelt.

Nach dem Examen nahm er an einem Projekt des Arbeitgeberverbands Nordhessen teil, das Akademiker in die Wirtschaft bringen soll. Nach dem Projekt konnte er im Anschluss ein Praktikum bei den Behringwerken beginnen. 1987 wurde er als Werbeberater in einer Festanstellung übernommen. „Mein größtes Einstiegsprojekt war damals die Erstellung einer Ausstellung über die Wurzeln der Immunologie. Die Ausstellung wurde beim weltweiten Immunologiekongress 1989 in Berlin gezeigt“, sagt Herberg und zeigt die Fotos und Ausstellungstexte von damals. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe viel Archivarbeit gemacht, viel über die Väter der Immunologie, über Emil von Behring und Paul Ehrlich, gelernt“, erinnert er sich.

Jeder kennt Jack, jeder grüßt Jack

Herberg wird zum 1. Februar den Standort „Behringwerke“ 
als Ruheständler verlassen. Der Sprecher und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Behringwerke-Nachfolgeunternehmens CSL Behring ist ein Urgestein der Firma. Wer durch das Werksgelände in Begleitung des knapp zwei Meter großen Mannes läuft, wird schnell bemerken: Jeder kennt Jack, jeder grüßt Jack. „Ich bin auch für die interne Kommunikation zuständig und gehe selbst zu den Leuten in die Produktion, um mich zu erkundigen, wenn ich etwas schreiben will“, erklärt er. „Ich identifiziere mich mit dem Unternehmen, das eine sehr gute Entwicklung macht, und ich identifiziere mich mit der medizinischen Thematik. Es ist für mich eine Bestätigung, 
 für ein Unternehmen zu arbeiten, das Leben rettet“, sagt er.

Auch wenn er dies so nicht bestätigen würde: Es fällt ihm leicht, medizinische oder biochemische Prozesse bis ins Detail für den Laien erklärbar zu machen. Er habe sich im Laufe der Jahre viele Kenntnisse angelernt, weil er fasziniert sei von der Produktion der Arzneimittel, die zum Beispiel Menschen vor dem Verbluten retten können. Ein großer Vorteil sind seine Englischkenntnisse: Das globale Unternehmen kommuniziert in Deutsch und Englisch. Viele Pressemitteilungen des Konzerns sind nur auf Englisch, Herberg machte sich oft die Mühe, sie eigens für die OP zu übersetzen – keine Selbstverständlichkeit in der Branche. Die Branche kennt Herberg gut, hat Höhen und Tiefen erlebt.

1998 bekam er den Auftrag, die interne Kommunikation in der damaligen Behring-Firma Centeon als eigene Abteilung zu führen, kurze Zeit später erlebte er die Umorganisation zu Aventis Behring, später ZLB Behring. Das heutige CSL Behring gehört zur australischen CSL-Gruppe, 
die weltweit Standorte hat. „In Australien war ich noch nie, da müsste ich schon eine Stufe höher sein“, lächelt Herberg. Dass er für ein globales, erfolgreiches Unternehmen arbeite 
und dennoch so nah an den Mitarbeitern vor Ort sei, motiviere ihn, sagt er.

Nachfolger noch nicht bekanntgegeben

Mit 63 Jahren wird er sich nun mehr Zeit für Hobbys gönnen. Das ist vor allem die Musik. In seinem Haus in Amöneburg hat er sich eigens ein kleines Studio eingebaut, um Gitarre, Bass und Keyboard zu spielen. „Und ich werde mit drei früheren Bandkollegen wieder spielen“, sagt er. Einen öffentlichen Auftritt werde es aber wohl nicht geben. Herberg mag nicht den großen Auftritt. „Musik ist die größte Entspannung im Leben“, sagt er. Und natürlich freue er sich darauf, auch die neue Lebensphase mit seiner Frau Gaby zu genießen: „Mit unseren Freunden und auch unseren gemeinsamen familiären Aktivitäten wird es uns bestimmt nie langweilig.“

Wer sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird, werde in Kürze bekannt gegeben, heißt es aus dem Unternehmen. Geschäftsführer Craig Shelanskey sagt über Jack Herberg, er sei „ein absolut integrer und engagierter Kollege und Mitarbeiter, mit einer hervorragenden fachlichen Qualifikation. Wir wünschen ihm und seiner Frau Gaby einen guten Start in die neue gemeinsame Lebensphase.“ Stephanie Fuchs, seine Kollegin in der Öffentlichkeitsarbeit von CSL Behring, sagt: „Ich lasse Jack gar nicht gerne gehen. Mit seinem Weggang verliere ich nicht nur einen hochgeschätzten Kollegen, sondern auch einen sehr interessanten, einen sehr interessierten, einen sehr verlässlichen und offenen Gesprächspartner. Einen Partner, der annähernd jede Frage zu unseren Produkten und der Historie der Behringwerke beantworten kann. Die Lücke, die er hinterlässt, wird groß sein.“

von Anna Ntemiris

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