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Internetdiebe haben es schwerer

Online-Banking Internetdiebe haben es schwerer

Online-Banking ist bequem. Doch wer seine Überweisungen vom heimischen Computer aus tätigt, der setzt sich auch den Begehrlichkeiten von Betrügern aus. Viele Banken begegnen den Angriffen der Internetdiebe jetzt mit der Einführung von neuen Systemen, die die Transaktionen sicherer machen sollen.

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Beim TAN-Verfahren mit Generator muss der Bankkunde das Gerät vor einen „Flickercode“ auf der Homepage der Bank halten. Dann erhält er seine TAN, die für die jeweilige Transaktion gültig ist.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. Für jeden einzelnen Auftrag benötigt der Bankkunde eine Transaktionsnummer. Die gab es bisher meist über sogenannte TAN-Listen, mit Zahlenkombinationen die per Post zugestellt wurden und die dann nach und nach benutzt werden konnten. Dieses System wird jedoch zunehmend als unsicher kritisiert, da die TAN im Netz abgefangen werden können.

Auch das iTAN-Verfahren, bei dem der Kunde immer nur eine bestimmte, von der Bank vorgegeben Nummer eingeben kann, ist angreifbar. Betrüger schleusen „Trojaner“, also kleine Schadprogramme, auf Computer, mit deren Hilfe sie Überweisungen auf Konten im Ausland umleiten können. Oder Kunden werden auf gefälschte Seiten umgeleitet - mit unliebsamen Folgen.

Bei der zweiten Möglichkeit, der mTAN, wird die TAN per SMS auf das Handy geschickt, nachdem der Kunde per Online-Banking einen Auftrag erteilt hat. Auch hier muss der Kunde Kontonummer und Betrag noch einmal bestätigen. Allerdings sei bei diesem Verfahren die Sicherheit nur gegeben, wenn der Kunde kein Smartphone nutzt, das durch seinen Internetzugang von Schadprogrammen angegriffen werden kann, so Henning Wagner, verantwortlich für Electronic Banking bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Wichtig für die Sicherheit ist die Nutzung zweier voneinander getrennter Wege zur Autorisierung.

Die Kreditwirtschaft ist deutschlandweit dabei, umzustellen. Auch wenn die Banken das hergebrachte Verfahren mit den TAN-Listen noch anbieten, lassen es fast alle im Laufe dieses Jahres auslaufen. „Das Verfahren ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Stefan Spicker, Sprecher der Volksbank Mittelhessen.

n Bei der Volksbank Mittelhessen befindet man sich daher ebenfalls mitten in der Umrüstung. Angeboten wird neben den TAN-Listen auf Papier derzeit das mobileTan-Verfahren, ab März auch das Verfahren mit einem Lesegerät, das bei der Volksbank Smart-TAN plus heißt. Bis zum 23. September soll komplett auf die neuen Verfahren umgestellt sein.

Die Verbraucherzentrale Hessen begrüßt die Einführung der neuen Verfahren, die deutlich sicherer seien als TAN oder iTAN. Seit Jahren würden die Berater der Verbraucherzentrale Hessen mit Fällen konfrontiert, bei denen Betrüger am Werk waren. Allerdings bemängeln die Verbraucherschützer, dass die Kunden die Kosten für die Sicherheit selbst tragen sollen, so Sprecherin Ute Bittner. Die Bank sei für die Sicherheit verantwortlich und habe schließlich ein Interesse daran, dass ihre Kunden die personalsparende Variante der Bankgeschäfte wählen.

von Heike Döhn

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