Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Inspiration aus Vegas als Geschäftsidee

Salädchen Inspiration aus Vegas als Geschäftsidee

Von der umfunktionierten Lagerfläche zum Franchise-Unternehmen mit elf Geschäften: Felix und Peter Heinzmann wollen mit dem „Salädchen“ auch kommendes Jahr weiter expandieren.

Voriger Artikel
Banken-Fusion in Planung
Nächster Artikel
Ein Poet verlässt die Justiz

Felix (links) und Peter Heinzmann sind die Gründer des Konzepts „Salädchen“. Die Cousins wollen weiter expandieren – bald geht ein „Salädchen-Mobil“ an den Start.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Idee hinter dem „Salädchen“ ist denkbar einfach: Kunden können sich ihren Salat nach eigenen Vorlieben zusammenstellen lassen. Vor ihren Augen wird er gemischt, mit dem jeweiligen Dressing versehen und auch noch mit beispielsweise Rinderfiletstreifen, Thunfisch oder weiteren Zutaten „aufgepeppt“. Und das zweimal in Marburg – und bundesweit mittlerweile in elf Filialen.

Die Cousins Peter und Felix Heinzmann haben das „Salädchen“ gegründet. „Zu der Idee kam es, als wir das ,Tapas & Co‘ übernommen hatten. Die Ladenfläche, in der sich jetzt das ,Salädchen‘ befindet, war vom Vorbesitzer als Lagerfläche verwendet worden“, so Peter Heinzmann. Eine ziemlich teure Lagerfläche, waren sich die Cousins einig – es musste ein Konzept her. Klar war den beiden: Der klassische „Mittagstisch“ sollte es nicht sein.

Die zündende Idee kam während eines Urlaubs in Las Vegas. „Dort waren wir zur Mittagszeit in einem Buffet-Restaurant, und an einer Station hat ein Koch an einer Salatbar das, was man sich ausgewählt hat, in einer Schüssel gemischt und dann angerichtet“ – die Idee des „Salädchen“ war geboren. „Also machen wir Fast-Food in gesund“, so Peter Heinzmann. Hinzu kamen noch Suppen und Ofenkartoffeln mit verschiedenen Toppings. Im Oktober 2010 eröffnete das „Salädchen“ am Pilgrimstein.

Trotz Hindernissen von Potenzial überzeugt

Das Geschäftskonzept zum Franchise-Unternehmen auszubauen – „darum ging es anfangs gar nicht“, sagt Felix Heinzmann. Doch die Kundenreaktionen seien so positiv gewesen, „es gab auch immer wieder Anfragen, warum es das ,Salädchen‘ nicht in anderen Städten gebe. Wir selber konnten uns aber nicht weiter verzetteln, haben in Marburg genug zu tun – also haben wir uns mit dem Franchise-Verband in Verbindung gesetzt.“

Es kam zum Kontakt mit einem Anwalt, es wurden Verträge ausgearbeitet – und es kam zu Hindernissen, „mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Versuchen Sie beispielsweise nur mal, dasselbe Dressing bundesweit für jeden verfügbar zu machen – nach eigenem Rezept hergestellt“, so Felix Heinzmann. „Und so gab es eine Million Punkte, die wir anfangs falsch eingeschätzt haben“, gibt er zu.

Doch vom Potenzial waren die „Heinzmänner“ überzeugt. Also trieben sie die Idee weiter voran, entwickelten Handbücher für die Franchise-Nehmer, in denen alles genau festgelegt ist. „Das Handbuch alleine umfasst rund 500 Seiten“, so Felix Heinzmann. Ein halbes Jahr später kam das erste „Salädchen“ in Köln hinzu, es folgten „Marburg 2“ und ein weiteres in Köln.

„Anfangs haben wir die Pläne für die Restaurants noch selbst gezeichnet“, erinnert sich Peter Heinzmann. „Da haben wir die Planung im Grafikprogramm zusammengeflickt und es wurde eine Steckdose dreimal von rechts nach links gelegt – mal war ein Regal davor, dann ein Sofa.“ Um all diese Fehler zu umgehen und die Professionalität zu steigern, kam ab dem vierten Laden eine Architektin ins Team.

Konzept kommt auch in der Diakonie gut an

Im Sommer 2013 wurde eine Agentur engagiert, die sich bundesweit um Corporate Identity und Werbung sowie das Erscheinungsbild der Filialen kümmert. „Das hat das Markenbild spürbar nach vorne gebracht, jetzt macht es noch mehr Spaß“, sagt Peter Heinzmann.

Anfang des Jahres folgte ein „weiterer Meilenstein“, wie die „Heinzmänner“ sagen: Der Bereichsleiter des Diakoniewerks Schwerin stellte sich vor – er hatte die beiden Läden in Berlin gesehen und wollte das Konzept mit behinderten Menschen und psychisch Kranken umsetzen.

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht, ob das funktionieren könnte – und am Ende festgestellt: Das ist eine tolle Sache“, so Peter Heinzmann. Marke und Konzept seien stark genug, „dass wir gesagt haben, das können wir machen. Denn wenn der Ansatz des Diakoniewerks funktioniert, dann ist das eine Riesenchance.“ Der Standort ist eröffnet, „und er läuft, das Feedback ist positiv, und die Mitarbeiter identifizieren sich ganz stark mit dem Konzept“.

Mobil rollt ab Januar

Eine Erweiterung auf ähnliche Standorte sei durchaus denkbar. „Die Menschen profitieren davon – wenn wir dafür eine Basis bieten können, das wäre genial.“ Als Lohn für die bisherige Expansion und das Konzept ist das „Salädchen“ seit kurzem zertifiziertes Vollmitglied des Deutschen Franchiseverbands (die OP berichtete).

Und die „Heinzmänner“ haben schon das nächste Projekt auf den Weg gebracht: Ab Januar soll – zunächst in Mittelhessen – das „Salädchen-Mobil“ auf Tour gehen und an festen Standorten das Warenangebot mobil zugänglich machen. Auch dieses Modell kann nach erfolgreicher Testphase den Franchisepartnern zugänglich gemacht werden. Um die Ausweitung voranzutreiben, wird Helena Pauls ab dem 1. April als „Expansions-Managerin“ verpflichtet. Sie bringt unter anderem eine langjährige Erfahrung von „Vapiano“ mit.

Vier neue „Salädchen“ sind derzeit in Planung – an den Standorten Siegen, Gießen, Düsseldorf und Mülheim am Rhein. „Es wird also nicht langweilig“, so Peter und Felix Heinzmann unisono. Bei allen Plänen ist den beiden ein Punkt besonders wichtig: „Die Qualität muss in allen Filialen hoch bleiben – der Kunde muss wissen, was er bekommt, wenn er in ein ,Salädchen‘ geht.“

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr