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Innung setzt auf Modernisierung

Sanitär-Handwerk Innung setzt auf Modernisierung

Die Marburger Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) rechnet dank weiter wachsenden Investitionen in Wohneigentum mit einer steigenden Auftragslage.

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Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Marburg (links) und Obermeister Konrad Schweinsberger (rechts) ehrten die Meister-Jubilare Gerd Battenfeld (von links), Reiner Stiel, Oskar Gerhard und Holger Rauch.

Quelle: Ina Tannert

Anzefahr. „2014 war ein gutes Jahr für das Handwerk, der Ausblick auf dieses Jahr ebenfalls positiv“, hob Obermeister Konrad Schweinsberger während der Jahreshauptversammlung der SHK in Anzefahr hervor.

Trotz vermehrtem Konkurrenzkampf und Preisverfall der Branche stiegen die Investitionsnachfrage und damit auch die Geschäfte „konsumnaher Handwerke wie im Wohnungsbau“, sagte der Obermeister. Nach wie vor seien Bereiche wie Energiewende, demografischer Wandel und Wärmemarkt maßgebliche Themen der kommenden Jahre.

Das Bad sei dabei „einer der Schlüsselwohnbereiche für ein selbstständiges Wohnen im Alter in den eigenen vier Wänden“ – bei Bädern und Heizungen sei mit verstärkten Auftragszahlen zu rechnen, so Schweinsberger. Für die Innungsbetriebe bedeute dies, künftig Schwerpunkte in den Bereichen altersgerechtes Bauen und Energieeffizienz zu setzen.

Sanierung älterer Häuser lohnt sich

„Dafür sind wir bestens aufgestellt und gewappnet“, lobte der Obermeister. Er rief die Innungsmitglieder auf, ihre Kunden über das staatliche „Marktanreizprogramm“, das den Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt finanziell fördert, hinzuweisen.

Seit April sollen demnach klimafreundliche Heizungen vom Bund höher bezuschusst werden. Dies lohne sich vor allem bei Sanierungen von Heizungen, die älter als 20 Jahre sind. Für Modelle, die vor 1985 eingebaut wurden, bestehe laut Energiesparverordnung sogar die Pflicht, diese bis 2016 auszutauschen.

Über ein neuartiges Versicherungs-Paket für Handwerksbetriebe berichtete Michael Draude vom Versorgungswerk des Handwerks. Seit Anfang 2014 sei die „Meister Police Pro“ auf dem Markt, ein „zeitgemäßes Versicherungskonzept für den Sach- wie auch den Haftpflichtbereich“, erklärte der Referent. In diesem seien „alle klassischen Geschäftsrisiken“ in einer Police zusammengefasst.

Innung mit Zuwachs

Die SHK-Innung besteht derzeit aus 64 Betrieben, informierte der Obermeister. Dies bedeute eine Steigerung von 16 Prozent und damit neun Betrieben innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Der Zuwachs sei „ein sehr positives Plus und außergewöhnlich für eine Innung“, lobte Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Marburg.

Er berichtete zudem von aktuellen Zahlen die schlechte Ausbildungssituation im Landkreis betreffend. Die Anzahl der abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge sei in Marburg-Biedenkopf im Vergleich zu anderen Landkreisen „gravierend gering“, betonte Moog.

Während etwa Kassel über sinkende Azubi-Zahlen von rund 7 Prozent berichtet, liege Marburg-Biedenkopf im Vergleich bei einem alarmierenden Minus von 20,2 Prozent. Immer weniger potenzielle Lehrlinge entschieden sich für eine handwerkliche Ausbildung. Ein Grund seien die sinkenden Schülerzahlen an Haupt- und Realschulen.

„Der Wettbewerb um Nachwuchs wird immer schärfer“, stellte Moog klar. Vor allem die großen Ausbildungsberufe wie Baugewerbe, Maler und Lackierer, Elektroniker und auch die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik verzeichneten zunehmend sinkende Vertragszahlen. „Das ist und bleibt ein Dauerbrenner-Thema“,  bemängelte Moog und rief die Innungsmitglieder zu verstärkter Werbung und Nachwuchsgewinnung auf.

Daneben informierte der Geschäftsführer die Versammlung über eine potenzielle, seltene Gründungsabsicht einer fremden Innung: Die Klempnerinnung will sich in Marburg als Landesinnung etablieren.

Keine Bedenken gegen neue Pläne

Diesbezüglich fragte der potenzielle neue Verband über die Kreishandwerkerschaft bei der SHK an, ob diese geneigt sei, den Klempnerberuf aus ihrer Satzung zu streichen, um damit den Weg für mögliche, als Klempnerbetriebe geltende, Mitglieder freizumachen.

Andere hessische Städte und Kommunen hätten sich bereits größtenteils dagegen, teils auch dafür ausgesprochen, während sich die Marburger Kreishandwerker noch zurückhielten und sich innerhalb ihrer Innungen umhörten, teilte Moog mit.

Die Nachricht überraschte die Mitglieder, eine Gefahr für ihre Innung – etwa, dass diese durch sich abspaltende Betriebe schrumpfen könnte – sahen die meisten Anwesenden jedoch nicht. In der Region gebe es keine reinen Klempner-Betriebe, der Beruf sei kaum vertreten, da dessen Aufgaben durch andere Branchen übernommen würden, war sich die Versammlung einig. „Wenn einer in die Klempnerinnung eintreten will, soll er“, fasste Obermeister Schweinsberger den Konsens zusammen. Eine endgültige Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen.

  • Für ihr 25-jähriges Meisterjubiläum wurden Gerd Battenfeld, Reiner Stiel und Holger Rauch mit der Ehrenurkunde der Handwerkskammer Kassel ausgezeichnet. Oskar Gerhard wurde zudem für 50 Jahre mit zwei goldenen Meisterbriefen als Gas-Wasser-Installateur sowie als Klempnermeister geehrt.

von Ina Tannert

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