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Immobilienmarkt in Marburg boomt

Kernstadt und Marbach am teuersten Immobilienmarkt in Marburg boomt

Im vergangenen Jahr wurden in Marburg 814 Kaufverträge über Immobilien geschlossen. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie der aktuelle Marktbericht der Stadt aufzeigt.

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Im Nordviertel wurden und werden derzeit viele neu gebauten Wohnungen verkauft.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In Marburg sind im vergangenen Jahr besonders viele neue Eigentumswohnungen verkauft worden. Laut jetzt vorliegendem Immobilienmarktbericht wurden 381 Verträge abgewickelt, die ein Umsatzvolumen von insgesamt rund 55 Millionen Euro hatten – so viel wie seit dem Rekordjahr 2012 mit einem Umsatz von 68 Millionen Euro nicht mehr, erklärte Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) am Dienstag bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts.

Insgesamt wurden 814 Kaufverträge in Marburg abgeschlossen. Jeder Kauf wird beim Gutachterausschuss der Stadt anonym erfasst, sodass dieser die Statistik jedes Jahr neu vorlegt. Sie gibt einen Überblick über den Immobilienmarkt in Marburg und zeigt Trends auf.

Die neu gebauten Immobilien der Firma S+S im Nordviertel haben sich im aktuellen Marktbericht statistisch ausgewirkt, erklärte Kahle. So gab es besonders viele neugebaute Ein-Zimmer-Appartements, die im vergangenen Jahr verkauft wurden.

Beim Verkauf von bebauten Grundstücken gab es ein Umsatzplus von 52 Prozent. Mit 108 Millionen Euro wurde erstmalig die 100 Millionen-Marke überschritten. Insbesondere bei Mehrfamilienwohn- und Geschäftshäusern gab es immense Umsatz- und Preissteigerungen. Bei mehr als 70 Prozent aller Käufe von bebauten Grundstücken geht es um Ein- oder Zweifamilienhäuser.

Kahle sieht keine Anzeichen einer Blase

Im Schnitt kostete im vergangenen Jahr ein solches Haus mit einer Grundstücksgröße von durchschnittlich 783 Quadratmetern 351.000 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 337.000 Euro bei 780 Quadratmetern. Eine andere Zahl: Die Wohnungen in der Kernstadt waren mit gut 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche am teuersten. Der Höchstpreis wurde mit rund 4160 Euro pro Quadratmeter registriert. Auch die Kaufpreise von Doppelhaushälften und Reihenhäusern mit durchschnittlich 304.000 Euro und 224.000 Euro sowie der Baugrundstücke sind teilweise stark gestiegen.

„Wir gehören zu den boomenden Märkten, ohne Anzeichen einer Blase zu haben“, so Kahle. Es gebe keine Hinweise für spekulative Wohnungskäufe. Die meisten Käufer kämen aus der Region und investierten ihr Geld in Betongold. Der Gutachterausschuss beobachte die Steigerung allerdings sorgfältig, so Walter Ruth, Vorsitzender des Gutachterausschusses in Marburg. Bei manch hohen Kaufpreisen frage man sich nach der Rendite, es sei fraglich, ob diese durch Mieteinnahmen gedeckt werden können. Die Immobilienpreise steigen weit höher als die Mietpreise, erklärte er.

Mehr Hauskäufe in westlichen Stadtteilen

Der größte Anteil der gehandelten Ein- bis Zwei-Familienhäuser befand sich in der Kernstadt Marburg. Der Kaufpreis für ein solches Haus lag im Schnitt bei 387.000 Euro – hier ist ein Rückgang von 23.000 Euro im Durchschnitts-Preis zu verzeichnen. Höhere Preise müssen Kauf-Interessierte in Marbach erwarten. Dort zahlten Käufer im Schnitt 343.000 Euro für ein Haus, etwa 50.000 Euro mehr als im Vorjahr. In Cappel blieb der Preis mit 274.000 Euro stabil. In Wehrda war im vergangenen Jahr ein Preisanstieg von 37 Prozent auf 305.000 Euro zu verzeichnen.

In den Außenstadtteilen gibt es ebenfalls viele Unterschiede. So kostet ein Haus in Schröck – immer im Durchschnitt betrachtet – 292.000 Euro, im Nachbarort Moischt dagegen nur 164.000 Euro. Allerdings, und daher sind solche Statistiken auch mit Zurückhaltung zu interpretieren, gab es dort im vergangenen Jahr nur vier Verkäufe, erklärte Ruth.

2016 wechselten 56 Baugrundstücke für Wohnzwecke den Besitzer, das macht 45 Prozent aller unbebauten verkauften Grundstücke aus. Der Preis im Schnitt lag bei 154 Euro pro Quadratmeter. Die meisten dieser Grundstücke befinden sich im von der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG vermarkteten Neubaugebiet Michelbach-Nord.

Der Immobilienmarktbericht enthält auch Werte und Faktoren für die Bemessung der Erbschaftssteuer in den einzelnen Stadtteilen. Er kann unter der telefonnummer 06421/201644 für 30 Euro angefordert werden.

von Anna Ntemiris

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