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Ikea plant Ansiedlung in Wetzlar

Möbelhaus Ikea plant Ansiedlung in Wetzlar

Nachdem Ikea vor wenigen Wochen noch betont hatte, vor 2016 keinen Markt in Mittelhessen zu planen, kommt die Nachricht nun überraschend: In Wetzlar soll doch ein Möbelhaus entstehen.

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Wetzlars Wirtschaftsdezernent Harald Semler (von links), Umweltdezernent Norbert Kortlüke, Oberbürgermeister Wolfram Dette, Ikea-Expansionschef Johannes Ferber, Stephan Wehning von Heidelberg Cement, Bürgermeister Manfred Wagner und Ikea-Projektleiter Thilo Mayer stellten das Projekt gestern vor.

Quelle: Stadt Wetzlar

Wetzlar. Die schwedische Möbelkette Ikea plant ein Einrichtungshaus im mittelhessischen Wetzlar. Der Möbelriese will in der Domstadt nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Euro investieren und etwa 150 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die Filiale soll auf dem Gelände eines stillgelegten Zementwerkes in der Nähe der City entstehen, wie Ikea, Stadt und der Baustoffkonzern Heidelberg Cement gestern mitteilten. Eröffnet werden könnte der Markt Ende 2016.

„Großer Wurf für die Stadtentwicklung“

Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) bezeichnete die Pläne als „großen Wurf für die Stadtentwicklung“. Mit der Ansiedlung würden die Wetzlarer Innenstadt und das Bahnhofsumfeld enorm aufgewertet. Zudem sei ein Ikea-Haus in fußläufiger Nähe zum Bahnhof, zum Forum und zur Fußgängerzone eine „tolle Visitenkarte“ für die Stadt.

Dette betonte, dass die Schließung des Zementwerks 2010 für die Stadt ein herber Verlust gewesen sei. Dass die seitdem brachliegende Fläche revitalisiert und die nicht mehr benötigten Silotürme nun für eine derart attraktive Folgenutzung ersetzt werden könnten, könne „kaum hoch genug bewertet“ werden. Bis 2010 war auf dem rund 70000 Quadratmeter großen Areal produziert worden, zuletzt vom Grundstückseigentümer Heidelberg Cement. Die Vertragsverhandlungen mit Heidelberg Cement seien „weitestgehend abgeschlossen“, hieß es. Erste Kontakte zwischen der Stadtspitze und Ikea habe es laut Bürgermeister vor rund einem Jahr gegeben. Ikea und Heidelberg Cement seien schließlich von Wetzlars Wirtschafts- und Baudezernenten, Harald Semler, zusammengebracht worden.

Bereits vor einigen Wochen hatte es Spekulationen um eine mögliche Ansiedlung des Möbelriesen in Mittelhessen gegeben (die OP berichtete).

Sabine Nold, Sprecherin des Unternehmens, bestätigte damals auf Anfrage der OP, dass Mittel­hessen ein Wunschstandort sei. Sie relativierte aber sofort: „Für die nächsten drei Jahre können wir eine weitere Filiale in Ihrem Gebiet ausschließen.“ Doch nun hat offenbar ein Umdenken stattgefunden. Denn gestern überraschten der Möbelkonzern, die Stadt Wetzlar und das Unternehmen Heidelberg Cement mit der Nachricht, dass sich Ikea auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Zementwerks ansiedeln werde.

Die Region sei sehr interessant für das Unternehmen, sagte Ikea-Expansionschef Johannes Ferber. Mit Wetzlar könne eine Lücke zwischen den Einrichtungshäusern in Frankfurt-Niedereschbach, Hofheim-Wallau und Siegen geschlossen werden. Er präzisierte: „Wir möchten, dass uns unsere Kunden überall in Deutschland innerhalb einer Fahrzeit von 20 bis 40 Minuten erreichen können. Die Region Mittelhessen ist daher sehr interessant für uns.“ Die Verantwortlichen bei Ikea seien neben der verkehrsgünstigen Lage auch vom Umweltgedanken überzeugt: „Hier können wir eine Industriebrache nutzen, ohne weitere Fläche zu versiegeln“, betonte Ferber.

Areal als „Brücke in die Innenstadt“

Hinzu käme ein guter Anschluss an das ÖPNV-Netz, zudem sei die Fläche des ehemaligen Zementwerks „eine Art Brücke in die Innenstadt - bestehende Einzelhandelslagen sind vom künftigen Ikea-Standort zu Fuß bequem zu erreichen“.

Wirtschaftsdezernent Harald Semler (FW) erklärte, bei der Diskussion über die Revitalisierung des Industriegeländes seien die Interessen der Stadt, der Heidelberg Cement und von Ikea „auf ideale Weise zusammengefallen.“ Heidelberg Cement könne die Industriebrache so revitalisieren, Ikea erhalte einen verkehrsgünstigen, attraktiven Standort in Mittelhessen und die Stadt Wetzlar bekomme „einen enormen Schub für die Stadtentwicklung im innerstädtischen Bereich.“ Nach dem Ergebnis des jüngsten Einzelhandelsgutachtens habe Wetzlar „gerade im Möbel-Bereich noch ein Ausbaupotenzial.“ Semler rechnet auch für den Einzelhandel in Wetzlar mit einer positiven Wirkung. „Dank der einzigartig zentralen Lage wird die Ikea-Filiale die Innenstadt insgesamt beleben“, ist er überzeugt. Überdies werde es ein Gutachten zur Einzelhandelsverträglichkeit geben, ebenso wie ein Verkehrsgutachten.

von Andreas Schmidt

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