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IHK wählt Jörg Ludwig Jordan zum Präsidenten

Nachfolge von Dr. Martin Viessmann IHK wählt Jörg Ludwig Jordan zum Präsidenten

Am Mittwochabend endete vorzeitig die Amtszeit von IHK-Präsident Professor Martin Viessmann: Die Vollversammlung wählte dessen bisherigen Vize Jörg Ludwig Jordan in das Amt.

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Der Stabwechsel ist vollzogen: Professor Martin Viessmann (von links) hatte sein Amt vorzeitig 
zur Verfügung gestellt. IHK-Hauptgeschäftsführerin Sybille von Obernitz gratulierte Jörg Ludwig Jordan am Mittwoch zu dessen Wahl zum neuen IHK-Präsidenten.

Quelle: Jörg Lantelme

Kassel. Nach etwa zwölf Jahren als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg hat die Vollversammlung am Mittwochabend einen Nachfolger für Dr. Martin Viessmann gewählt.

Die in dem Gremium ehrenamtlich engagierten Unternehmer aus den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen stimmten mit großer Mehrheit für Jörg Ludwig Jordan, geschäftsführenden Gesellschafter der Kasseler W. & L. Jordan GmbH. Die Firma bietet Bodenbeläge, Türen und Holzwerkstoffe an.

53 der 58 stimmberechtigten Mitglieder der Vollversammlung votierten für den Familien­unternehmer, vier enthielten sich – und es gab eine Gegenstimme. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Jordan ist damit bis zu den nächsten IHK-Wahlen im Jahr 2019 im Amt.

„Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe“, sagte der bisherige Vizepräsident nach der Wahl. Es handelt sich um einen Wechsel in der laufenden Amtsperiode: Viessmann hatte zum Jahresende 2015 erklärt, das Ehrenamt bis spätestens Jahresende 2016 niederzulegen. In seiner Rede ging Viessmann auf Erfolge der IHK während seiner Amtszeit ein: Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region, den die IHK immer wieder bei Politik und Verwaltung angemahnt habe, sei ein Thema.

Jordan will den Weg seines Vorgängers fortführen

„Als Erfolg werte ich, dass wir mittlerweile Fortschritte sehen, zum Beispiel beim Weiterbau der A 44 und der A 49 oder auch beim Bau der Ortsumgehungen der B 252 nach Marburg und beim Ausbau der B 253 über die Sackpfeife“, so Viessmann.

Die Sicherung des Fachkräfte­nachwuchses in der Region 
habe ihm ebenfalls sehr am Herzen gelegen. „Eine wichtige Grundlage für unsere diesbezüglichen Aktivitäten war der DIHK-Pakt für Ausbildung, der letztlich auf das Engagement von Ludwig Georg Braun und Sybille von Obernitz in Berlin zurückzuführen ist“, betonte Viessmann. Und mit der IHK-Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsreife und Vertiefung der Berufsorientierung sei es gelungen, 28 Berufswahlbüros aufzubauen. Seinen Vorgänger Ludwig Georg Braun bezeichnete er als Vorbild, dem er viel zu verdanken habe.

Der neue Präsident Jörg 
Ludwig Jordan will den eingeschlagenen Weg seines Amtsvorgängers fortführen. Vor allem konzentriere er sich darauf, die duale Ausbildung zu fördern, Flüchtlinge in Ausbildung und Qualifizierung zu bringen sowie das IHK-Schwerpunktthema Wirtschaft Digital zu forcieren, um gerade den kleinen und mittleren Unter­nehmen in der Region die 
Chancen des digitalen Wandels aufzuzeigen.

Jordan: Selbstverwaltung ist Privileg

Zudem hat sich der neue Präsident zum Ziel gesetzt, das Verständnis bei den Mitgliedsunternehmen für die Funktionen und Aufgaben der IHK 
zu fördern sowie die vielen Dienstleistungen der Kammer 
bekannter zu machen. „Es ist eindeutig ein Privileg der Pflichtmitgliedschaft, dass wir uns als gewerbliche Wirtschaft selbst verwalten dürfen – und damit als Unternehmer selbst über Belange entscheiden, die uns direkt betreffen“, hielt Jörg Ludwig Jordan fest.

Der 55-Jährige ist seit 2000 
Vizepräsident der Kammer sowie Präsidiumsmitglied. Bereits seit 1995 engagiert er sich ehrenamtlich in der IHK als Mitglied der Vollversammlung, des Handels- und Dienstleistungs­ausschusses (Vorsitzender seit 
2004) sowie seit 2014 des 
 Regionalausschusses Region Kassel. Auch sein Vater Horst-
Dieter Jordan hatte viele Jahre das Amt des IHK-Vizepräsidenten inne, von 1983 bis 1994.

Nach Abitur und Bundeswehr erlangte Jörg Ludwig Jordan 1985 den Titel Diplom-Betriebswirt an der European Business School (EBS), Oestrich-Winkel, mit Auslandsstudium in England und Frankreich. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in den USA trat er am 1. Januar 1986 in das durch seinen Großvater Ludwig Jordan gegründete Familienunternehmen ein. Seit 1988 führt er dieses zunächst an der Seite seines Vaters Horst-Dieter Jordan (gestorben am 18. April 2014), später allein als Geschäftsführer.

Vizepräsident wird
im Oktober gewählt

Jörg Ludwig Jordan zeichnet maßgeblich für die stetige Expansion des 1919 gegründeten Familienunternehmens verant­wortlich. Heute führt er die Gruppe inklusive drei Auslandsgesellschaften und ihren etwa 1 200 Mitarbeitern zusammen mit einem weiteren Geschäftsführer und sechs Prokuristen.

Als Anbieter für die hochwertige Innenausstattung bietet die Firma Jordan ihrer Kundschaft aus Handwerk und Fachhandel ein breites Service- und Dienstleistungsspektrum über ein flächendeckendes Vertriebs- und Logistik-Netzwerk. Das Unternehmen hat 65 Standorte, darunter eins in Cölbe.

Der verheiratete Vater dreier Kinder ist Naturliebhaber und nutzt seine knappe Freizeit am liebsten in der nordhessischen Heimat. Das 16-köpfige Präsidium der IHK wählt aus seiner Mitte 
in der nächsten Sitzung am 6. Oktober einen neuen Vize­präsidenten als Nachfolger für Jörg Ludwig Jordan.

von unseren Redakteuren

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