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IHK erwartet „ein richtig gutes Jahr“

Prognose IHK erwartet „ein richtig gutes Jahr“

Die Unternehmer in Marburg und Nordhessen sind laut der IHK-Jahresanfangsprognose gut in das Jahr 2014 gestartet.

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„Made in Marburg und made in Nordhessen“ steht laut Konjunkturprognose der Industrie- und Handelskammer derzeit hoch im Kurs. Das Foto zeigt Nils Andersch von der Fitma Battenberg Robotic in Moischt. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Traditionell legt die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) zum Jahresbeginn die Prognose für die heimische Wirtschaft vor. An der aktuellen Umfrage haben sich 389 Unternehmen aus Marburg und Nordhessen beteiligt. Der IHK-Klimaindex errechnet sich aus der Gewichtung von aktueller und zukünftiger Lage. Er liegt aktuell bei 112,9 Punkten, wobei 100 Punkte den „Normalwert“ darstellen.

Die IHK Kassel-Marburg befragt dreimal im Jahr, nämlich zu Jahresbeginn, im Frühjahr und im Herbst, die Unternehmen zur Konjunktur. Die Herbstumfrage fließt in die Bewertung für das Sachverständigengutachten für die Bundesregierung mit ein.

Thomas Rudolff von der IHK Kassel-Marburg erläutert die Faktoren, die zur positiven Prognose der Unternehmer beigetragen haben: „Die Unsicherheiten durch die Bundestagswahl und die Landtagswahl in Hessen sind gewichen. Die politischen Rahmendaten stehen zunächst einmal fest und nun geht es wieder fast ausschließlich um ökonomische Fakten“, sagt er.

Es zeigten sich leichte Aufhellungen in europäischen Krisenregionen. Spanien und Irland gäben Hoffnung zur Überwindung der europäischen Finanzkrise. Und auch die konjunkturellen Daten aus den USA schienen das gesamtwirtschaftliche Umfeld zu beflügeln. „Einzig in China scheint es zu einer kleinen Abkühlung zu kommen“, stellt Rudolff fest. Die exportorientierte bundesdeutsche Wirtschaft sei für 2014 allerdings gut aufgestellt. „Dies merkt man natürlich in unserer Region mit einem starken industriellen Besatz auch sofort. Insofern ist der Anstieg auf 112,9 Indexpunkte keine wirkliche Überraschung“, so der Kommunikationschef. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 109,7 Punkten.

Unternehmen schauen positiv in die Zukunft

„2014 müsste ein richtig gutes Jahr werden. Die Unternehmen sind aktuell mit ihrer Situation zufrieden und sie schauen positiv auf die kommenden Monate“, ist sich Rudolff sicher. Das Wachstum lag im vergangenen Jahr bei 0,4 Prozent. Doch für dieses Jahr geht die IHK von einer deutlichen Steigerung aus, wie Rudolff erläutert: „Wir gehen von einem Wachstum zwischen 0,8 und 1 Prozent aus. Also keine Überhitzung, sondern ein schönes, gesundes Wachstum.“ Als besonders positiv sieht er die Entwicklung in der Gastronomie, die melde „endlich wieder gute Zahlen. Und Teile der Industrie strotzen geradezu vor Kraft. ,Made in Marburg‘ beziehungsweise ,made in Nordhessen‘ steht im Ausland hoch im Kurs“, sagt er.

Für den Arbeitsmarkt ist Rudolff verhalten-optimistisch. Dort seien die hohen Zuwachsraten zunächst vorbei. „Wir können aber auch wieder eine anziehende Dynamik verzeichnen. Wichtig ist immer die Qualifikation. Der Fachkräftebedarf bleibt hoch“, sagt Rudolff. Vor allem gut ausgebildete Facharbeiter in technischen Berufen seien oft gesucht.

Beim Einzelhandel sei indes festzustellen, dass der stationäre Handel zunehmend gegenüber dem Onlinehandel verliere. „Hier muss sich auch der Verbraucher mal hinterfragen. Man kann sich aus meiner Sicht nicht vor Ort beraten lassen, um dann online zu bestellen, nur um eventuell wenige Euro zu sparen“, findet Thomas Rudolff deutliche Worte.

Stimmung im Baugewerbe pessimistisch

Pessimistisch ist indes die Stimmung im Baugewerbe: Nur 15,4 Prozent der heimischen Bauunternehmer beurteilen ihre aktuelle Lage gut. Weitere 76,9 Prozent gehen zum Jahresanfang von einer aktuell befriedigenden Lage aus. 7,7 Prozent der Befragten sehen ihre aktuelle Geschäftslage gar als schlecht an. Und auf die Zukunft gerichtet gehen auch nur 7,7 Prozent von einer eher günstigen zukünftigen Geschäftslage aus. 69,2 Prozent erwarten ein gleichbleibendes Geschäft, das waren im Herbst noch 92,3 Prozent, ganze 23,1 Prozent vermuten sogar, dass sich das Baugeschäft in diesem Jahr rückläufig entwickeln werde. Somit fällt der IHK-Klimaindex im Baugewerbe von 127,5 Punkten im Vorjahr auf 95,5 Punkte aktuell.

„Eigentlich könnte man sagen, dass es sich um ein typisches Winterergebnis handelt“, so die IHK. Zu bedenken gebe aber der starke Verlust auf der Seite der zukünftigen Erwartungen. „Dieses Ergebnis muss im Frühjahr einer gründlichen Verifizierung unterzogen werden“, meint Rudolff.

Ganz anders sieht es im Großhandel aus: Dort stieg der Index von 106,5 Punkten im Vorjahr auf 123,7 Punkte aktuell. Der Großhandel sei zu den Frühindikatoren zu zählen. Die gute Auftragslage im Großhandel sollte sich laut IHK in den nachgelagerten Sektoren ebenfalls bemerkbar machen.

von Andreas Schmidt

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