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Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Zeiss Sports Optics Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Nach dem überraschend angekündigten Abbau von 220 Arbeitsplätzen bei Zeiss Sports Optics in Wetzlar ruft die Gewerkschaft IG Metall alle Mitarbeiter zur Kundgebung am Freitag auf.

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Die Belegschaft des Wetzlarer Herstellers Zeiss will den geplanten Arbeitsplatzabbau nicht kampflos hinnehmen.

Quelle: Zeiss

Wetzlar. Auch sechs Tage nach der entscheidenden Betriebsversammlung sitzt der Schrecken bei den 340 Mitarbeitern der Zeiss Sports Optics tief. Ungewiss ist die Zukunft für mehr als 220 Arbeitnehmer und deren Familien. Die Geschäftsleitung hatte am Mittwoch vergangener Woche angekündigt, dass 140 Stellen in der Produktion in Wetzlar gestrichen und 80 weitere in Vertrieb, Produktmanagement und Marketing an den Zeiss-Sitz nach Oberkochen in Baden-Württemberg verlegt werden sollen ( wir berichteten).

Wut, Enttäuschung und viele offene Fragen beherrschen die Stimmung. Offene Fragen wie die, wer betroffenen sein wird, welchen Ursprung das angebliche Millionen-Defizit hat oder danach, was die mehrfachen Restrukturierungen der Vergangenheit gebracht haben?

Auch die neue Geschäftsführung ist noch nicht lange im Amt. Ferner ganz persönliche Fragen: Wie viele Menschen können überhaupt nach Oberkochen umziehen? Wie zahle ich meinen Kredit für das Eigenheim ab? Bekomme ich noch einen Arbeitsplatz? Stürze ich später unverschuldet in die Altersarmut?

„ ,Made in Germany’ wäre
  eine Mogelpackung“

IG-Metall-Sekretär Stephen Maier rechnet damit, dass Zeiss die Produktionsarbeitsplätze­ vor allem nach Ungarn verlagert und in Wetzlar künftig nur noch eine Endmontage mit Kontrolle stattfindet, um „Made in Germany“ zu retten. Das wäre aus seiner Sicht eine „Mogelpackung“, sagte Maier. Wetzlar gelte weltweit als Optikstadt.
Nun drohe jedoch ein Teil der mehr als 150-jährigen Wetzlarer Geschichte wegzubrechen. Für den Betriebsrat und die IG Metall sei dieser Schritt der Geschäftsführung nicht nachvollziehbar.

Deshalb ist eine Protestkundgebung für den Freitag, 27. Oktober, ab 11 Uhr durch Wetzlar geplant. Mit ihrer Teilnahme werden die Mitarbeiter der Geschäftsführung deutlich machen, dass sie mit dieser unternehmerischen Entscheidung nicht einverstanden sind.

Zur Solidarität aufgerufen sind auch die Mitarbeiter des Schwesterunternehmens Zeiss SMT und der Hensoldt Optronics. Die Geschäftsleitung wird aufgefordert, diesen drastischen Schritt zu überdenken. „Der Arbeitnehmer wäre ansonsten wieder einmal der Willkür der unternehmerischen Entscheidung ausgesetzt“, heißt es.

von Steffen Gross

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