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Holzwiege erinnert an den Beginn einer Ära

Tischlerei Schütz feiert 125-jähriges Bestehen Holzwiege erinnert an den Beginn einer Ära

1891 wurde die Tischlerei Schütz gegründet. Sein Jubiläum feierte der Familienbetrieb nun auf dem Firmengelände in der 
Aumühle 21a.

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Im Beisein der Kreisvorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Hochtaunus, Claudia Kott, überreichten Tischlerinnung-Obermeister Stephan Becker und Landesgeschäftsführer des Tischlerhandwerkes Hermann Hubing die Ehren- und Jubiläumsurkunde an Willi und Karin Schütz. Mit dabei Sophia Sillmann, Lennart Schütz und Seniorchefin Gisela Schütz.

Quelle: Elvira Rübeling

Niederwetter. Die Tischlerei Schütz wurde 1891 von Johann Heinrich Schütz in Lischeid gegründet. Aus dieser Zeit existiert bis heute noch sein Meister­stück, eine Wiege, die er damals für seinen erstgeborenen Sohn angefertigt hatte.

In der über viele Jahre hinweg im Wohnhaus untergebrachten Tischlerei absolvierte dann auch der älteste Sohn Heinrich seine Tischlerausbildung. Bevor dieser im Jahr 1922 seine Meisterprüfung ablegte, ging er, so wie es damals üblich war, für einige Jahre auf Wanderschaft.

Aus dieser Zeit existiert ebenfalls bis heute sein damaliges Wandergesellenbuch. Darin hat er nicht nur seine Erfahrungen und viele Episoden seiner Wanderschaft, sondern auch Gedichte festgehalten. Auch dieses konnte neben vielen anderen Erinnerungsstücken, die die vorangegangenen Tischlermeister der Familie Schütz angefertigt hatten, in den Ausstellungsräumen der Tischlerei besichtigt werden. Unter der Führung von Heinrich Schütz wurde der Betrieb in Folge des zunehmenden Einsatzes von Maschinen erweitert.

Modernisierung im Jahr 1970

Im Jahr 1957 übernahm wiederum dessen Sohn Matthäus die Tischlerei in Lischeid, die er bis ins Jahr 1996 führte. Anfangs musste er noch für den Transport von Möbeln, Fenstern oder Türen auf einen Leihwagen zurückgreifen. Drei Jahre später konnte das erste Firmenfahrzeug angeschafft werden.

In den 1970er Jahren erweiterte er, so wie es sein Vater vor ihm getan hatte, wiederum den Betrieb. Alte Maschinen wurden gegen neue und modernere ausgetauscht. Seit nun mehr als 30 Jahren lenkt dessen Nachfolger und Sohn Willi Schütz die Geschicke der Tischlerei, die sich damals noch immer im elterlichen Wohnhaus in Lischeid befand.

Auf der Suche nach einer räumlichen Alternative in der Nähe seines neuen Wohnortes in Sarnau stieß er durch Zufall auf den ehemaligen Kornspeicher der Aumühle. Im Jahr 1997 wurde dann der Betrieb von Li­scheid nach Niederwetter verlegt. Dort, wo früher Tonnen von Getreide gelagert haben, entstehen heute Möbel, Treppen, Fenster und Türen. Des Weiteren bietet der Standort genügend Platz für moderne Maschinen und Ausstellungsflächen.

Während der Jubiläumsfeierlichkeiten nahmen viele Gäste 
die Möglichkeit zur Besichtigung der Tischlerei wahr. Im eigens dafür eingerichteten Mühlencafe ließen sich die Besucher neben Kaffee und Kuchen auch vom Erzählkünstler Philipp Layer und von der Gitarrenmusik von Gerald Picavé verwöhnen.

Mittlerweile hat Willis Sohn Lennart seine Ausbildung im elterlichen Betrieb abgeschlossen und nach seiner Meisterprüfung ein Architekturstudium begonnen. So verbindet die Familie auch in der kommenden und damit fünften Generation die gemeinsame Liebe zum Holz und der Stolz auf ihre Handwerkskunst.

von Elvira Rübeling

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