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Hochschulmediziener halten Privatisierung für gescheitert

Rhön-AG Hochschulmediziener halten Privatisierung für gescheitert

Wieder eine scharfe Kritik aus Reihen der Hochschulmediziner an der Privatisierung des UKGM. Die „Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin“ hält sie für gescheitert.

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Notfall am UKGM in Marburg – ein Hubschrauber startet vom Dach des Uniklinikums. Foto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Der Deutsche Medizinische Fakultätentag hatte im Jahr 2012 die Privatisierung als gescheitert bezeichnet. Es war vor fast genau einem Jahr, Hintergrund war der (schließlich gescheiterte) Übernahmeversuch des UKGM-Eigners Rhön-Ag durch Helios.

Nun hat sich auch die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin zu Wort gemeldet. In ihr ist vom Deutschen Hochschulverband (dem Dachverband der Professoren) über die Ärztevereinigung Marburger Bund und die Ärztekammer bis hin zur Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland alles vertreten, was in der Hochschulmedizin ein Wort mitzureden hat. „Aus der heutigen Perspektive ist klar erkennbar, dass die Privatisierung des Universitätsklinikums an beiden Universitätsstandorten (Gießen und Marburg) ebenso wie der Betrieb der Partikeltherapieanlage gescheitert sind“, heißt es in der Erklärung. Die Arbeitsgemeinschaft kritisiert, dass die „vom Rhön-Klinikum getätigten umfangreichen Investitionen vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg aus dem laufenden Haushalt selbst refinanziert werden“ sollen. Hierzu sei das Universitätsklinikum nicht in der Lage.

Auch die im Januar 2013 geschlossene Vereinbarung zwischen dem Land Hessen und der Rhön-Klinikum AG zur Lösung der jahrelangen Auseinandersetzung um das UKGM lässt sich nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin bestenfalls als „Notmaßnahme“ charakterisieren. In der Vereinbarung wurde unter anderem ein größerer Einfluss des Landes in den Gremien der Rhön-Klinikum AG und die Inbetriebnahme der Partikeltherapie vereinbart - mit dem bekannten Ergebnis: Die Landesregierung erklärt nach wie vor, sie stehe für Gespräche zwischen Rhön und Siemens zur Zukunft der Partikeltherapie moderierend zur Verfügung.

Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin weist in ihrer Erklärung darauf hin, dass die Aufgabe, künftige Ärzte auszubilden, nicht mit den Erwartungen nach einer möglichst hohen Rendite vereinbar sei.

Der Marburger Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund äußerte sich gegenüber der OP zurückhaltend zu der Erklärung. Sie komme „ein Jahr zu spät“. Inzwischen sei das UKGM wieder in ein „ruhigeres Fahrwasser“ gekommen. Dazu habe auch beigetragen, dass die derzeitige Geschäftsführung seit eineinhalb Jahren gute Arbeit leiste.

„Wir atmen in Marburg auf“, sagte Rothmund und fügte hinzu: „Wir bemühen uns inzwischen mit Erfolg, Patienten gut zu behandeln und Rendite zu erwirtschaften.“

von Till Conrad

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