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Hessische Handwerker sind zufrieden

Frühjahrsumfrage Hessische Handwerker sind zufrieden

„Die Stimmung im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk bleibt gut“, verkündete der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, bei der Vorstellung der Frühjahrsumfrage.

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Ein Tischler-Lehrling beim Anreißen von Fensterteilen. Durch den milden Winter ging der Umsatz bei vielen Handwerksbetrieben nur leicht zurück.

Quelle: Bernd Settnik/dpa

Kassel. ,,Trotz saisonal geprägten Rückgängen bei Umsatz und Aufträgen ist die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage positiv. Der milde Winter hat deutlichere konjunkturelle Bremseffekte verhindert. Wegen des ausgezeichneten Konsumklimas erwarten die meisten Betriebe eine Fortsetzung der guten Konjunktur“, so Gringel, bei der Vorstellung der aktuellen Frühjahrsumfrage, die am Montag in der Tischlerei Pfaar GmbH in Edermünde-Besse präsentiert wurde.

Für die aktuelle Frühjahrsumfrage wurden 800 Betriebe im Kammerbezirk Kassel angeschrieben. Insgesamt 79,2 Prozent der Betriebe waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden oder beurteilten sie als gut. Im guten Vorjahr war der Zufriedenheitsgrad auf ähnlichem Niveau (80,6 Prozent).

Die Erwartungen an die kommenden drei Monate sind sehr zuversichtlich, auch wenn sie etwas zurückhaltender als vor Jahresfrist waren: Insgesamt 33,9 Prozent erwarten gute und weitere 49,8 Prozent befriedigende Geschäfte (im Vorjahr: 37,2 bzw. 47,5 Prozent).

Zulieferer und Ausbaugewerbe boomen

Der Geschäftsklimaindex der HWK Kassel legte im Vergleich zum Vorquartal (116,0 Punkte) leicht auf 116,3 Punkte zu. Der Rekord-Vorjahreswert (118,7 Punkte) konnte allerdings nicht erreicht werden. Der langjährige Mittelwert liegt bei 105 Punkten, was die aktuell gute konjunkturelle Gesamtsituation unterstreicht.

Träger der guten Konjunktur blieben in erster Linie die Ausbauhandwerke als beschäftigungsintensive Branche sowie die Betriebe für den gewerblichen Bedarf, aber auch das Nahrungsmittelhandwerk.Die Ausbauhandwerker profitieren dabei vom ungebrochen guten Privatgeschäft, die gewerblichen Zulieferer von der gestiegenen Industrie-Nachfrage.

Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Gesundheitshandwerken, die von der guten Konsumlaune der Verbraucher profitierten. Unzufriedener waren die Befragten im Bauhauptgewerbe, die zwar immer noch den Schwung vom privaten Wohnungsbau spüren, aber auf mehr öffentliche Aufträge warten.

Recht schwach war die Lage im Kfz-Handwerk. Nach den deutlichen Aufschwungtendenzen der letzten Quartale prägten Umsatzrückgänge die aktuelle Situation, was angesichts der wieder angestiegenen Kfz-Zulassungen verwundert. Auch das private Dienstleistungsgewerbe (v.a. Friseure) lag unter dem Durchschnitt des Gesamthandwerks, aber die geäußerten Zukunftserwartungen sind wieder sehr freundlich.

Auftragslage besser als im Vorjahr

Im Durchschnitt verfügten die befragten Betriebe zwischen Januar und März über ein Auftragsvolumen von 6,5 Wochen. Gegenüber der letzten Quartalsumfrage war das ein Plus von 0,4 Wochen. Die Ordereingänge verliefen jahreszeitlich bedingt auf niedrigerem Niveau, waren aber leicht günstiger als vor zwölf Monaten: Über alle befragten Branchen hinweg berichteten 16 Prozent der Betriebsinhaber von gestiegenen und 51,4 Prozent von gleichgebliebenen Auftragseingängen.

Die durchschnittliche Betriebsauslastung lag im Berichtszeitraum bei 72,7 Prozent (Vorjahr: ebenfalls 72,7 Prozent). Knapp jeder fünfte Betriebsinhaber sprach sogar von Vollauslastung. Weniger erfreulich gestaltete sich für viele Handwerksbetriebe die Umsatzsituation, was jedoch überwiegend auf saisonale Ursachen zurückzuführen ist.

37,9 Prozent der befragten Handwerker beklagten in den ersten drei Monaten Umsatzeinbußen. Bei 11,4 Prozent der Unternehmen steigerten sich die Umsatzzahlen, bei 50,7 Prozent blieben sie auf dem Vorquartalsniveau. Trotz der kälteren Jahreszeit war der übliche Beschäftigtenrückgang recht gering.

Während 78,8 Prozent der Betriebe ihren Personalbestand konstant hielten, berichteten 8,2 Prozent der Befragten von gestiegenen Mitarbeiterzahlen, 13 Prozent mussten mit weniger Personal auskommen. Vor Jahresfrist war der Negativsaldo deutlich höher.

von unseren Redakteuren

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