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Herbstaufschwung fällt verhalten aus

Arbeitsmarkt Herbstaufschwung fällt verhalten aus

Die Arbeitslosenquote im Landkreis bleibt mit 3,7 Prozent stabil. Laut dem Marburger Agenturleiter Volker Breustedt bewegte sich die Zahl der Arbeitslosen „im saisonüblichen Rahmen“.

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Die Arbeitslosenquote ist im Landkreis erneut gesunken. Einen leichter Anstieg gab es aber bei den bei den Langzeitarbeitslosen.

Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Marburg. Insgesamt waren im November im Bereich der Arbeitsagentur Marburg 4.765 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 332 Personen oder 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 Prozent. Hessenweit liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 5,4 Prozent, der Landkreis ist der drittbeste in Hessen. Lediglich die Agenturbezirke Fulda und Hochtaunus bieten geringfügig bessere Quoten.

„Den schönsten Abschwung hatten wir im Versichertenbereich“, so Volker Breustedt: Dort seien derzeit noch 1.901 Menschen arbeitslos, was einem Minus von 7,6 Prozent entspreche – „ein Top-Ergebnis“, wie Breustedt kommentierte.

In Biedenkopf ist die Arbeitslosenquote allerdings im Vergleich zum Oktober um 0,2 Prozent gestiegen: Dort waren im Oktober noch 962 Personen arbeitslos gemeldet, im November jedoch 1018. Im Vergleich mit dem November vergangenen Jahres sank die Zahl der Arbeitslosen jedoch auch im Hinterland leicht, von 1.062 (3,3 Prozent) auf 1.018. Für den leichten Anstieg zur Monatsfrist gebe es jedoch „keine besonderen Ereignisse“, wie Breustedt erläuterte. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit in Stadtallendorf besonders stark: Um 8,5 Prozent von 1.301 auf 1.191 Menschen.

Viel Unterbeschäftigung

Trotz der soliden Werte verdeutlichte Breustedt, dass die Zahl der Unterbeschäftigung recht hoch sei. „Zwar haben wir nur 1.901 Arbeitslose, aber es gibt eine Unterbeschäftigung von 2433. Das heißt: Es verstecken sich in Maßnahmen wie der beruflichen Weiterbildung mehr als 500 Menschen, die noch im weiteren Sinne keine Stelle haben.“ Diese gelten als Personen, die „nah am Arbeitslosenstatus“ sind.

Noch deutlicher wird diese Diskrepanz im Rechtskreis des SGB II, landläufig als „Hartz IV“ bezeichnet: Dort sind 2.864 Menschen arbeitslos gemeldet, die Unterbeschäftigung liegt allerdings bei 4.563 Menschen – also um knapp 1.700 Personen höher.

Eine Top-Entwicklung gebe es bei den 15- bis 25-Jährigen. „Dort haben wir ein Minus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Breustedt, das seien 50 junge Menschen weniger in Arbeitslosigkeit. „Im Versichertenbereich ging die Zahl sogar um 19,5 Prozent, also knapp ein Fünftel, zurück.“ Dies sei definitiv auf die beiden zusätzlichen Vermittler zurückzuführen, die seit dem Sommer explizit mit der Vermittlung von Jugendlichen beschäftigt sind. „Und dieses Projekt wurde jetzt auch für weitere zwei Jahre bewilligt“, sagte Breustedt. Leicht gestiegen ist hingegen die Zahl der arbeitslosen Ausländer: Sie stieg um 40 von 815 auf 855.

Das Kreisjobcenter weist für November 2.864 Arbeitslose aus. Das sind 7 Personen oder 0,2 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 176 Personen oder 5,8 Prozent gesunken.

Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger ist im Kreisgebiet gegenüber dem Vormonat unverändert und liegt bei 2,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 2,4 Prozent.

Skepsis in der Wirtschaft

„Im November ist die Zahl der arbeitslosen Menschen erstmals nach einem halben Jahr wieder leicht angestiegen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Marian Zachow (CDU). „In der Wirtschaft ist eine gewisse Skepsis bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung zu spüren“, kommentiert Zachow. „Ich gehe aber davon aus, dass die Unternehmen in unserer Region den drohenden Fachkräftemangel im Blick haben und deshalb weiter in Ausbildung und Beschäftigung investieren.“

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist leicht um 7 (0,1 Prozent) auf insgesamt 6.100 zurückgegangen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies aber einen Anstieg um 279 oder 4,8 Prozent.

Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 32 (0,4 Prozent) auf 7.902 Personen zu registrieren. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl um 4,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Dies entspricht einem Anstieg um 337 Personen.

von Andreas Schmidt

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