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Helmut Henkel erhält Verdienstorden

Ehrenkreishandwerksmeister Helmut Henkel erhält Verdienstorden

Am Freitag bekommt Helmut Henkel das Bundesverdienstkreuz ausgehändigt. Der Beltershäuser ist seit vielen Jahren ehrenamtlich im Einsatz. Auch jetzt im Ruhestand.

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Ehrenkreishandwerksmeister Helmut Henkel hält in einem Kindergarten ein Spielzeug in der Hand. Die Aktion „Kinder und Handwerk“, die er vor Jahren in Marburg zum ersten Mal initiierte, ist auch heute noch eine Herzenssache für ihn. Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Das historische Stadtsiegel der Stadt Marburg gab‘s zum Abschied, auch die goldene Ehrennadel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften hat Helmut Henkel bereits erhalten. Genug der Ehre? Nein: Der Ehrenkreishandwerksmeister bekommt nun eine noch höhere Auszeichnung: Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) und Landrätin Kirsten Fründt (SPD) überreichen ihm am Nachmittag den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Stufe „Verdienstkreuz am Bande.

Helmut Henkel war bis vor einem Jahr Kreishandwerksmeister und vertrat dabei 13 Jahre lang in der Öffentlichkeit an vorderster Stelle die Innungen im Altkreis Marburg. Zuvor war er, seit 1990, im Vorstand der Kreishandwerkerschaft. 2010 hatte er unter anderem die Aktion „Kinder und Handwerk“ ins Leben gerufen (die OP berichtete gestern).

Engagement hält auch im Ruhestand an

Ein Projekt, das dem Großvater auch persönlich am Herzen lag. Aber eigentlich liegen Helmut Henkel alle ehrenamtlichen Tätigkeiten am Herzen. So war er acht Jahre lang Vorsitzender der hessischen Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften - engagierte sich also auch auf Landesebene. Auch im Ruhestand hat sich der 67-Jährige ein wenig freiwillige Arbeit auferlegt: „Senior Experten Service“ heißt die Initiative, die Helmut Henkel in der Region vorantreiben möchte. Ziel ist, dass erfahrene Senioren und Experten Jugendlichen helfen, damit ein Ausbildungsabbruch verhindert werden kann.

Jahrelang hat er selbst Aktionen begleitet, in denen Auszubildenden, interessierten Schülern oder Studierenden Einblick in die verschiedenen Innungen gegeben wurde. Die inzwischen zur Tradition gewordene „Aktionswoche Handwerk“ ist auch ein Verdienst von Helmut Henkel.

Um das Projekt „Senior Experten Service“ weiter auszubauen, wird er auch in nächster Zeit viel mit Schulen und Lehrern zu tun haben.

Vor seiner Zeit in der Handwerkerschaft war der gelernte Elektrotechniker aktiver Radsportler und Radsportfunktionär in Hessen. Zu den Hobbys zählen neben Rad fahren, Laufen, Squash und Oldtimer. Viel Zeit verbringt er auch mit seinem Enkelkind.

Der 67-Jährige hat zu vielen Themen eine deutliche Haltung. Er bekennt gern Kante, ohne laut zu werden. So ist er zum Beispiel gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. „Man sollte den Mindestlohn von den Arbeitnehmer-Vertretern, also Gewerkschaften und Arbeitgebern, verhandeln lassen“, hatte er im OP-Interview erklärt.

Handwerk ist in Marburgs Öffentlichkeit renommiert

Der Nachfolger von Henkel als Kreishandwerkschef, Rolph Limbacher, sagt über seinen Vorgänger: „Helmut Henkel hat es geschafft, dass das Handwerk in Marburg im öffentlichen Leben als Partner anerkannt ist. Das bekommt man nicht geschenkt, Helmut Henkel hat viel Zeit und Mühe investiert.“ Er selbst profitiere jetzt vom Einsatz Henkels, so Limbacher.

Henkel sei in allen Bereichen ehrgeizig, mache keine halben Sachen, so Limbacher.

An seinem Vorgänger schätzt er auch, dass dieser zunächst das direkte Gespräch mit Menschen sucht, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Und oft habe Henkel im Vorhinein schon Probleme erkannt.

Ein Beispiel: Als das Thema Fachkräftemangel noch gar nicht in der Öffentlichkeit präsent gewesen sei, habe Henkel appelliert, in die Bildung der Jugend und des Handwerker-Nachwuchses zu investieren.

von Anna Ntemiris

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