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Heizen mit nachwachsendem Rohstoff

Pellet-Kesselanlage eingeweiht Heizen mit nachwachsendem Rohstoff

Wer denkt jetzt schon an den kalten Winter? Diejenigen, die für die Wärmeversorgung zuständig sind – wie etwa die Stadtwerke und die Kommunen. In Dreihausen wurde jetzt eine Heiz­anlage eingeweiht.

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Die Stadtwerke Marburg mit Geschäftsführer Rainer Kühne (Zweiter von links vorne) und Vertreter der Gemeinde Ebsdorfergrund mit Bürgermeister Andreas Schulz (vorne) nahmen die neue Pellet-Kesselanlage in Betrieb. Die Männer zeigten kleine Packungen Holzpellets – eine Tüte entspreche etwa einem Viertel Liter Heizöl.

Quelle: Thorsten Richter

Dreihausen. Ausgerechnet in der Heizzentrale war es am Dienstagnachmittag am kühlsten. Andreas Schulz (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund, und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne scherzten über das Wetter und ihr Thema: die Einweihung der Heizanlage.

Aber der nächste Winter kommt bestimmt und daher haben das Marburger Tochterunternehmen und die Gemeinde jetzt Vorsorge getroffen: Mit der Inbetriebnahme einer Pellet-Kesselanlage in Dreihausen.

Die Stadtwerke haben dort eine Fernwärmeleitung von etwa einem halben Kilometer verlegt und unter anderem das Bürgerhaus, den Kindergarten, die Grundschule und ein Wohn- und Geschäftshaus daran angeschlossen.

Dann wurde dafür eine neue Pellet-Heizzentrale mit einem Kessel und Pellet-Bunker neben dem Bürgerhaus errichtet. Der Kessel hat eine Leistung von 150 Kilowatt und wird mit Holzpellets aus der Region beheizt, erklärte Kühne.

2015 hatten die Stadtwerke Marburg die bestehende Wärmeversorgungsanlage für das Bürgerzentrum Dreihausen übernommen und die neuen Leitungen verlegt. Der Ölkessel wurde durch einen leistungsstärkeren Niedrigtemperatur-Ölkessel mit nachgeschaltetem Brennwert-Wärme-Tauscher ersetzt. Dieser leiste 
seine Dienste für Spitzenlasten 
und „für den Fall, dass die 
Pelletanlage mal ausfallen oder gewartet werden sollte“, so 
Kühne. Die Grund- und Hauptlast der Nahwärmeversorgung werde jedoch über die neue 
Pellet-Heizanlage geleistet.

Gemeinde will bis 2020 energieautark werden

Allein 65 Tonnen Kohlendioxid werden so im Jahr für die Gemeinde eingespart. Dabei seien auch die kurzen Lieferwege der Holzpellets wichtig, derzeit werden sie laut Stadtwerke aus der Wetterau angeliefert. Die neue Anlage erspare in etwa den Verbrauch von 40.000 Liter Heizöl im Jahr, so Kühne.

Bürgermeister Schulz erklärte 
 während der Einweihung, die Gemeinde möchte immer mehr nachwachsende Rohstoffe statt fossiler Brennstoffe verwenden. „Unser Ziel bleibt: Wir wollen bis zum Jahr 2020 energieautark sein“, so Schulz.

Mit dem Umstieg auf das umweltfreundlichere Heizen spare die Gemeinde auch Unterhaltskosten – wie beispielsweise für den Schornsteinfeger – und Platz, da Heizungsräume frei geworden sind, sagte der Bürgermeister. Ohnehin seien die Heizungen 
veraltet gewesen, sodass eine Investition in neue angestanden hätte.

Der ehrenamtliche Energieberater der Kommune, Helmut 
Piscator, sowie der Ortsbeirat habe auch daher die Errichtung einer Pellet-Kesselanlage befürwortet. Die rote Holzlattenverkleidung des Gebäudes passe sich dem vorhandenen Baubestand an. In der Heizzentrale 
 können etwa 40 Kubikmeter Holzpellets gelagert werden, das reiche für ein bis zwei Monate.

450.000 Euro haben die Stadtwerke für die Fernwärmeleitungen, die Hausanschlüsse, den Austausch des Ölkessels und die neue Heizzentrale investiert. „Wir hoffen noch auf eine Erweiterung der Nahwärmeinsel“, so Kühne. Man könnte weitere Gebäude an die Leitungen anschließen, die privaten Besitzer müssten dafür noch zustimmen, ergänzte er.

von Anna Ntemiris

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