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„Hauptsache, es macht Spaß“

Aktionswoche Handwerk „Hauptsache, es macht Spaß“

Zimmermann, Friseur, Dachdecker, Bäcker, Fleischer – das Handwerk bietet viele Möglichkeiten für Beruf und Karriere. Hunderte Schüler aus Marburg und dem Landkreis ließen sich aus erster Hand beraten.

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Einblicke in die Aufgaben eines Maurers gab Alexander Tarassenko (29) neugierigen Schülern.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Lässig sitzt Mauricio Herzberger (13) neben Gerhard Schmidt in der Fahrerkabine eines Schleppers.

Der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses der Landmaschinenmechaniker beantwortet dem Gesamtschüler aus Heskem Fragen rund um PS, Zylinderzahl und Getriebe.

Für Mauricio kein Neuland: „Ein Teil meiner Verwandtschaft besitzt Landwirtschaft in Großseelheim. Im Sommer helfe ich dort häufig aus und fahr dann auch mal selber einen Schlepper“, erzählt er stolz.

Eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker ist für ihn durchaus eine Option. „Ich mag es, dass man in dem Beruf so viel mit großen Maschinen, Technik aber auch mit der Landwirtschaft zu tun hat.“

Am Dienstag startete am Marburger Berufsbildungszentrum die Aktionswoche Handwerk, mit der die Kreishandwerkschaft Marburg zahlreiche Schüler über die Vielfalt der verschiedenen Handwerksberufe informiert.

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Ein paar Meter, an einer weiteren der insgesamt 14 Stationen, an denen sich die Schüler über verschiedene Handwerksberufe informieren können, entsteht, Schicht für Schicht, eine kleine Mauer mit einem Rundbogen. Geduldig erklärt Alexander Tarassenko (29) drei Jugendlichen, wie man die Steine verspachelt. „Immer die Wasserwaage sauber halten“, mahnt er, putzt den grauem Mörtel an seiner Arbeitsjacke ab und legt ihn auf die oberste Reihe, um zu überprüfen, ob sie gerade ist.

„Es ist viel los hier, ich komme kaum hinterher“, sagt der Maurer in Ausbildung. „Jeder will sich mal ausprobieren. Manche informieren sich aber auch konkret über die Ausbildung, das Gehalt und die Aufstiegschancen.“ Diese seien nicht zu unterschätzen: „Maurer ist ein Beruf, mit dem man viel erreichen kann. Man kann damit zum Beispiel Bauleiter werden oder Architekt“, so Tarassenko.

Gut besucht sind auch die Räume der Friseure. Viele, vor allem weibliche Besucher, haben sich um Frisierköpfe versammelt und färben Strähnen, schneiden Spitzen oder stecken Haare hoch. Letzteres ist bei den Schülerinnen sehr beliebt – „vor allem geflochtene Hochsteck-Frisuren“, weiß Karin Hofmann, die als Lehrlingswart die vielen jungen Besucher beaufsichtigt und anleitet.

Organisator: „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“

Auch Frank Bubenheim und Andreas Carle von der Bäcker-Innung Marburg können sich nicht über zu wenig Interesse beklagen. Der Raum, in dem sie über das Handwerk des Bäckers berichten, ist bis auf den letzten Platz gefüllt. „Als Bäcker stelle ich meine Produkte noch mit eigenen Händen her und kriege sofort Rückmeldung, ob es dem Kunden geschmeckt hat oder nicht“, zählt Bubenheim zwei der Vorteile auf. „Bäcker sein bedeutet aber auch: früh aufstehen“, räumt er ein.

Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Marburg Meinhard Moog zeigt sich zufrieden mit dem ersten Tag der Aktionswoche. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Wir haben heute noch Anmeldungen für morgen bekommen“, freut er sich. Sämtliche Schulen aus Stadt und Landkreis seien vertreten. Lediglich von den Gymnasien hätte er sich mehr Beteiligung gewünscht. Immerhin ergreifen viele Gymnasiasten nach ihrem Abitur einen handwerklichen Beruf.

Ayleen (14), Sheila (13) und 
Milena (13) stehen am Info-Stand der Agentur für Arbeit. 
Gerade haben sie gemeinsam das Fachzentrum für Maler und Lackierer im BBZ besucht. Stolz zeigen sie sich die bunten Bilder, die dort entstanden sind.

Auch wenn der Schulabschluss noch weit weg ist: Für sie ist der Maler- und Lackiererberuf durchaus eine Option. Dass er hauptsächlich von Männern ergriffen wird, beeindruckt sie nicht. „Ist doch egal, Hauptsache es macht Spaß“, sagt Milena und lacht 
ihre Freundinnen an.

von Ruth Korte

 
Hintergrund
Bereits zum 14. Mal findet die „Aktionswoche Handwerk Ausbildung“ statt. Die Berufsinformationstage richten sich an die abgangsnahen Stufen der Schulen aus dem Landkreis, für die die Veranstaltung schon seit Jahren ein fester Termin ist. Alle Innungen beteiligen sich traditionell daran, um Aspekte ihres Handwerks zu vermitteln und über die Ausbildung zu informieren. Auch heute wird der Info-Tag auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft an der Umgehungsstraße fortgeführt. Mehr Informationen auf www.handwerk-marburg.de.
 
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