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Handwerk wie ein Schnellboot steuern

Freisprechungsfeier Handwerk wie ein Schnellboot steuern

Bei der Freisprechungsfeier hoben alle Redner die nach wie vor bedeutende Wirtschaftsmacht Handwerk hervor.

Marburg. .„Für Sie beginnt jetzt ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt. Aber Sie müssen sich keine Gedanken machen, denn das Handwerk verbindet Tradition und Moderne.“ Diese Worte gab der scheidende Kreishandwerksmeister Helmut Henkel den 100 Junggesellen bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft am Donnerstagabend im Cineplex mit auf den Weg. Der Kinosaal war mit 320 Gästen voll besetzt.

Wie wichtig die „Wirtschaftsmacht Handwerk“ aufgestellt ist, verdeutlichte Henkel anhand von Zahlen: 74000 Handwerksbetriebe mit 330000 Beschäftigten gibt es in Hessen. Und diese Betriebe nehmen ihre Verpflichtung in der Gesellschaft ernst, denn sie bilden rund 27500 junge Menschen aus.

Und diese blicken laut Henkel in eine gesicherte Zukunft: Man sei der „Ausrüster der Energiewende“, die laut Berechnungen einen Marktwert von etwa einer Billion Euro habe.

„Wir dürfen das Handwerk aber nicht steuern, wie einen Ozeanriesen - sondern wie ein Schnellboot. Wenn der Kunde ruft, müssen wir schon da sein“, mahnte er jedoch zugleich.

Das Handwerk sei gut durch die Krise gekommen, die nach Ansicht von Henkel aber noch nicht vorbei sei. Und auch die „Geiz-ist-geil“-Mentalität herrsche immer noch vor. Dennoch ist Henkel überzeugt: „Handwerk hat Zukunft - mit einem Ausrufezeichen!“

Konrad Schweinsberger, Obermeister der Innung für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Deutschland ein Bildungsproblem habe: 15 bis 20 Prozent der jungen Erwachsenen hätten keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Das Handwerk erweise sich jedoch weiterhin als eine „Fachkräfteschmiede auch der Industrie.“

Die Junggesellen erhielten nun den Lohn für ihre Arbeit. „Dennoch ist es wichtig, sich immer weiterzubilden“, so Schweinsberger.

Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, hatte den jungen Leuten ein Geschenk mitgebracht: Einen leeren Karton. „Darin befindet sich das, womit in einigen Bereichen der Wirtschaft gehandelt wird: heiße Luft. Das ist bei Ihnen anders“, sagte er.

Und Oberbürgermeister Egon Vaupel rief den frisch gebackenen Gesellen zu: „Sie haben ein ganz wichtiges Podest erreicht und die Grundlage für Ihr weiteres Berufsleben geschaffen.“

n Die Fotos mit den frischgebackenen Handwerkern finden Sie auf der gegenüberliegenden Seite.von Andreas Schmidt

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