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Handwerk bleibt positiv gestimmt

Handwerks-Bilanz Handwerk bleibt positiv gestimmt

Hessens Handwerker setzen weiter aufs Geld der Eigenheimbesitzer. Doch die fetten Jahre gehen zu Ende. Wegen des Lehrlingsmangels sollen auch Studienabbrecher angeworben werden.

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Schuhmacher Helmuth Allmeroth repariert in seiner Garagen-Werkstatt in Lohfelden (Landkreis Kassel) einen Schuh.Das Hessische Handwerkstag bleibt bei seiner Prognose für 2013 positiv.

Quelle: Uwe Zucchi

Marburg. Trotz nachlassender Dynamik bleibt das hessische Handwerk für dieses Jahr optimistisch. Das Geschäft werde vor allem wegen der weiter hohen Nachfrage bei der energetischen Sanierung von Häusern auf hohem Niveau bleiben, sagte der Präsident des Hessischen Handwerkertages (HHT), Bernd Ehinger, gestern in Wiesbaden. Nach den vergangenen Boomjahren werde der Umsatz aber nur noch nominal um rund ein Prozent zulegen.

„Der Konjunkturzenit ist nach unserer Auffassung überschritten“, räumte Ehinger ein. Mehr als 83 Prozent der Handwerksbetriebe beurteilten das abgelaufene Jahr in einer Umfrage des Verbandes als gut oder befriedigend. Die Stimmung war damit fast so gut wie im Ausnahmejahr 2011.

Am größten war 2012 die Euphorie im Bau- und Ausbauhandwerk (über 85 Prozent). Dagegen machte sich im Kraftfahrzeug-Handwerk bei 70,5 Prozent - einem Rückgang von mehr als 10 Punkten - große Ernüchterung breit. In seinen rund 75 000 Betrieben beschäftigt das Handwerk in Hessen knapp 330 000 Menschen. Wegen der weiter sehr niedrigen Zinsen geht das Handwerk fest davon aus, dass die Menschen ihr Angespartes auch weiter lieber ins Eigenheim stecken als es anderswo anzulegen. Die Energiewende bleibe die große Chance des Handwerks, sagte Ehinger. Der HHT-Präsident beklagte zugleich, dass die von der Bundesregierung geplanten Steuererleichterungen zur energetischen Sanierung von Wohnungen an der Blockadehaltung im Bundesrat im Dezember gescheitert seien. Die CDU/FDP-Landesregierung wurde aufgefordert, die Sanierung von gewerblichen Immobilien zu fördern. Ein Zehn-Millionen-Euro-Programm könne ein Anfang sein. Sorgen macht sich das Handwerk wegen des großen Lehrlingsmangels. „Viele Betriebe suchen händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften“, sagte Ehinger.

Von Oktober 2011 bis 2012 wurden 10 526 Lehrverträge abgeschlossen, ein Minus von vier Prozent. Deshalb will das Handwerk verstärkt auch um technisch orientierte Studienabbrecher an den Unis werben. Neben einer Imagekampagne sind spezielle Veranstaltungen in den Hochschulen geplant. „Wir brauchen immer mehr Kopfwerker“, sagte HHT-Geschäftsführer Harald Brandes. In der Öffentlichkeit gebe es falsche Vorstellungen über das Handwerk. Dies werde in vielen Ausbildungszweigen verstärkt von der Elektronik dominiert.

von Anna Ntemiris und unserer Agentur

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