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Händler sind bisher zufrieden

Weihnachtsgeschäft Händler sind bisher zufrieden

Der Online-Handel boomt. Ein Wachstum kann der lokale Handel nicht verzeichnen, ist aber dennoch zufrieden mit dem bisherigen Verlauf im Vorweihnachtsgeschäft. Alle hoffen auf einen Anstieg in den nächsten Tagen.

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Die Geschäfte an den Adventssamstagen liefen aus Sicht der heimischen Händler gut, während der Woche war die Kauflaune geringer. Alle erwarten, dass in den nächsten Tagen mehr Menschen Geschenke kaufen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der deutsche Einzelhandel ist mit den bisherigen Umsätzen in der Vorweihnachtszeit zufrieden. Diesen Satz können die Vorsitzenden der Marburger Gewerbevereine unterstreichen. Das Geschäft habe in der Woche vor dem dritten Advent das gute Vorjahresniveau erreicht, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage unter 400 Unternehmen mit.

Insgesamt rechnet der Verband für November und Dezember erstmals mit einem Umsatz von mehr als 90 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft im Jahr 2015 würde das einem Wachstum von 3,9 Prozent entsprechen. Besonders stark wächst dabei der Online-Handel: Dort erwarteten sie zu Weihnachten ein Umsatzplus von zwölf Prozent.

„Der Online-Handel boomt. Aber der stationäre Einzelhandel bewegt sich auf Vorjahresniveau. Ein Wachstum sehen wir nicht“, sagt Wolfram Kühn, Vorsitzender des Werbekreises 
Kaufpark Wehrda, auf Anfrage 
der OP. „Wir ziehen ein posi­tives Zwischenfazit, ohne überschwänglich zu sein“, sagt Christian Großmann, Vorsitzender des Werbekreises Marburg-Nordstadt.

Diese Meinung teilen alle von der OP befragten Einzelhändler und Werbekreisvorsitzenden. „An den bisherigen Adventssamstagen waren die Geschäfte voll, aber während der Woche waren die Kunden zurückhaltender. Wir erwarten, dass sich dies in den nächsten Tagen ändert. Bisher haben sich viele schon mal informiert, geschaut, was sie kaufen könnten“, sagt Friedhelm Bode, Vorsitzender des Werbekreises Oberstadt.

Ahrens: Wertigkeit und Nachhaltigkeit im Trend

Dass der erste Adventssamstag bereits im November war und diesmal die längste Adventszeit ansteht, habe Auswirkungen: „Die Leute lassen sich Zeit mit dem Einkaufen. Das ist verständlich, viele müssen eben noch arbeiten“, sagt Bode.

Der Marburger Kaufhaus-
Inhaber Peter Ahrens rechnet damit, dass die letzte Woche vor Weihnachten die umsatzstärkste wird. „Wir sind bisher mit der Besucherfrequenz und Kaufquote zufrieden. Dass, wie allgemein gesagt wird, die Frequenz in 
den Innenstädten durch den Online-Handel nachgelassen haben soll, können wir nicht beobachten. Wir tun auch alles dafür, dass dies so bleibt“, sagt er.

Insbesondere die Ahrens-Mieter Douglas und Thalia bringen im Dezember eine hohe Besucherzahl ins Kaufhaus, sagt Ahrens. Parfüm und Bücher seien nunmal Geschenk-Klassiker. „Die Tendenz geht zu Wertigkeit und Nachhaltigkeit statt Billigprodukten“, sagt Ahrens. Höherwertige Geschenkartikel wie beispielsweise echter Schmuck, Kaschmirpullover oder Leder­taschen seien besonders gefragt.

Ein Viertel bietet Ambiente, das im Internet fehlt

Wolfram Kühn, der Inhaber des Elektrofachhandels Medialand ist, nennt als Trend in seiner Branche Smartphones und Smartwatches. Große Kaffeevollautomaten und Fernseher oder mobile Bluetoothlautsprecher seien ebenfalls beliebte Weihnachtsgeschenke in den Familien.

Seit Jahren beliebt: Gutscheine. Das bestätigen alle Händler. Einige erklären, dass sie Kunden, die „ein schönes Geschenk“ für die Enkelkinder 
suchen, auch mal ausdrücklich dazu raten. Der „Marburg-Gutschein“ sei besonders gefragt, weil er eine persönlichere Note habe, sagt Großmann.

Die Nordstadt-Händler beobachten außerdem, dass der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche vermehrt Kundschaft anziehe. Bernd Brinkmann vom Kaufhaus Teka habe dem Werbekreis mitgeteilt, dass aus seiner Sicht Marburg als Weihnachtsstadt immer erlebbarer und spürbarer werde. Das Ambiente, die Beleuchtung seien gelungen.

„Die Vorweihnachtszeit ist die richtige Zeit, um die Wertigkeit im Handel zu zeigen. Eine Stadt oder ein Einkaufsviertel kann sich präsentieren, für Ambiente sorgen. Das ist der Unterschied zum Internet“, fasst Großmann zusammen.

von Anna Ntemiris

 
 
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