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Händler schlagen Alarm

Geschäftsleute beklagen Umsatzverluste Händler schlagen Alarm

Die Geschäfte in der ­Marburger Straße sind für den Verkehr nach wie vor erreichbar, auch gibt es Parkmöglichkeiten. Dennoch kommen seit Beginn der Bauarbeiten weniger Kunden, sagen die Händler.

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Die Marburger Straße in Cappel ist weiterhin erreichbar, aber viele Kunden meiden den Weg – das trifft die Händler.

Quelle: Thorsten Richter

Cappel. Durch die Sperrung der Ortseinfahrt Cappel und der gleichzeitigen Sperrung im Lichtenholz fühlen sich Cappeler Geschäftsleute „abgehängt.“

„Wenn das so weiter geht, kann ich am Jahresende Insolvenz anmelden“, sagt Uwe Linker, Inhaber der Bäckerei Steitz. Seine Filiale in der Marburger Straße habe seit Beginn der Bauarbeiten einen Umsatzrückgang von 50 Prozent. „Man macht sich anfangs etwas vor, denkt, das wird schon klappen. Aber so geht es nicht weiter“, sagt der Bäcker.

Er gehört zu den Geschäftsleuten in Cappel, die die Auswirkungen der Bauarbeiten in der Marburger Straße deutlich spüren. Seit dem 5. September ist die Marburger Straße abschnittsweise gesperrt (die OP berichtete). Am ersten Kreisel vor Cappel – aus Richtung Marburg – weist ein Schild darauf hin, dass alle Geschäfte über die Umleitungsstrecke erreichbar sind.

„Das Schild hätte dort viel früher errichtet werden müssen“, sagt Jan Engelhardt von der Apotheke „Zum Frauenberg“. Tatsächlich ist jedes Geschäft aus Richtung Marburg über die Umgehungsstraße erreichbar ( Foto: Richter). Dennoch: Die Kundschaft fehlt.

„Das Problem ist, dass viele Kunden fälschlicherweise anfangs dachten, die Straße sei voll gesperrt und man könne hier nicht mehr parken“, sagt Engelhardt. Ähnlich äußert sich auch Anja Gethings vom Lebensmittelmarkt Edeka-Rein.

„Durch die Umleitung des Busverkehrs sind die Parkmöglichkeiten besser denn je, doch Kunden aus umliegenden Orten scheinen durch die erschwerte Einfahrt an der Kreuzung Beltershäuser Straße und eventuell nicht ausreichende öffentliche Informationen irritiert“, sagt sie.

Die Sparkassen-Filiale bemerkt weniger Geschäftsverkehr am Schalter, die Döner-Inhaber haben ebenfalls weniger Kundschaft. „Die Verlagerung der Bushaltestelle trifft uns besonders“, so Hacce Acar. Das bestätigt auch Gethings.

„Wir hatten in drei Wochen so viele Kunden wie sonst in einer Woche“, sagt Anita Cegledi von „Anita‘s Haardesign“. Geschäftsleute wie Linker und Gethings fügen hinzu, dass auch die Ansiedlung der großen Lebensmittelmärkte und Discounter am Ortseingang zum Problem beiträgt.

Unternehmer vermisst Unterstützung durch die Stadt

Doch sollten Kunden und Öffentlichkeit auch an die Einzelhändler und das örtliche Handwerk denken. „Wir sind der Versorger für viele ältere Menschen in Marburg. Wenn es uns nicht geben würde, würden viele das in ihrem Alltag spüren. Wir kennen die Bedürfnisse der Kunden, helfen ihnen beim Einkauf und beraten sie“, sagt Gethings.

Sie hat die Sorge, dass nach Ende der zweijährigen Bauzeit der Durchgangsverkehr aus der Marburger Straße verschwunden ist. „Wir können die Durststrecke nur ertragen, wenn wir eine Perspektive haben“, so Gethings.

„Wir haben kein offenes Ohr bei der Stadt Marburg. Es wird so viel über Marketing und Stärkung des Handels gesprochen. Keiner war hier, um mit uns zu sprechen“, beklagt sich Klaus Engelhardt, ebenfalls von der Apotheke Zum Frauenberg.

Es gibt aber auch etliche Kunden, die bewusst weiterhin die Geschäfte in der Marburger Straße aufsuchen. So wie Heike Heuser, die mit dem Fahrrad fährt. „Ich unterstütze den regionalen Handel in Cappel“, sagt sie.

von Anna Ntemiris

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