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Haarige Angelegenheit mit Spaßfaktor

Handwerk Haarige Angelegenheit mit Spaßfaktor

„Du machst den Style“ hieß die Aktion der Marburger Friseure. Dass das Stylen keine einfache, aber eine kreative Sache sein kann, erfuhren die Teilnehmer beim Praxis-Test an Puppen.

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Die Leiterin der Friseurabteilung im BBZ, Angela Huttel (von rechts), und Friseurmeisterin Karin Hoffmann zeigten unter anderem, wie man Hochsteckfrisuren macht. Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Strähne für Strähne abstecken, sie drehen und fixieren: Was ganz leicht aussieht, erfordert Fingerfertigkeit und Geduld, stellte Johanna Burghardt fest. Die Schülerin der Friedrich-Ebert-Schule gehörte zu den Jugendlichen, die am Montag ihren ersten Feriennachmittag mit handwerklicher Arbeit verbrachten: Sie kam zum Aktionstag „Du machst den Style“, den die Friseur-Innung im Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft gemeinsam mit der Agentur für Arbeit organisiert hatte - die Haarpflegefirma Wella hatte die für die Teilnehmer kostenfreie Veranstaltung ebenfalls unterstützt. Jugendliche hatten die Gelegenheit, unverbindlich den Handwerksberuf Friseur kennenzulernen und sich über Ausbildungsplätze zu informieren. 27 offene Stellen in der Friseurbranche kann die Agentur für Arbeit ab dem 1. August im Kreis derzeit vermitteln, so Walter Horn von der Arbeitsagentur. Die Zahl sei im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.

Doch vor der Bewerbung sollten die Schüler eine Vorstellung darüber haben, welche Voraussetzungen sie für diesen Beruf mitbringen müssen. Ein solcher Aktionstag sei ideal, um sich über die Ausbildung unverbindlich zu informieren und Theorie und Praxis kennenzulernen, sagte Friseur-Obermeister Rolph Limbacher. Er riet den rund 30 Teilnehmern: „Stellen Sie so viele Fragen, wie Sie wollen“.

Die 14-jährige Madelaine Mückler aus Neustadt wollte lieber gleich an die Arbeit: Sie traute sich als erste, die Schere in die Hand zu nehmen und an einer Puppe ihr Können zu testen. „Ich hatte mein Schulpraktikum im Frisörsalon gemacht“, erklärte sie. Nun wisse sie: „Ich will Friseurin werden“. Die Marburger Achtklässlerin Silvana Löwer dagegen ist noch nicht sicher, ob das Handwerk ihr liegt. „Ich will heute erst einmal schauen“, sagte sie.

Angehender Azubi: Umgang mit Kunden macht Spaß

„Man merkt schon schnell, ob einem der Beruf Spaß macht. Man arbeitet mit Haaren und das erfordert Fingerfertigkeit“, erklärte Angela Huttel, Leiterin der Friseurabteilung im BBZ.

Hasan Araz weiß, dass ihm diese Arbeit Spaß macht. „Ich hätte bis vor einigen Wochen auch nicht gedacht, dass ich einmal eine Ausbildung zum Friseur machen will“, sagte der 25-Jährige aus Neustadt. Doch nach einem Praktikum sei er von der Chefin gefragt worden, ob er sich ausbilden lassen wolle. „Das hat mich sehr motiviert“. Ihm macht nicht nur das Handwerk Spaß, sondern auch der Umgang mit den Kunden. Zwei Jahre hat er in Kirchhain eine Videothek geführt - von den Erfahrungen in der Kundenbetreuung und Kommunikation profitiert er.

Hasans Neuanfang sei eine Weiterentwicklung, sagt Sven Jerchow von der Arbeitsagentur. „Wer mit Mitte 20 eine Ausbildung beginnt, ist oft selbstsicherer als mit 17.“ Und wer wie Hasan im Praktikum engagiert zeige, was er könne, habe gute Karten, eine Ausbildung zu finden.von Anna Ntemiris

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