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Gute Zahlen trotz „Nullzinspolitik“

VR Bank Hessenland Gute Zahlen trotz „Nullzinspolitik“

Von einer „soliden Entwicklung“ spricht der 
Vorstand der VR Bank Hessenland: Die Genossenschaftsbank konnte im 
vergangenen Jahr das Kundenvolumen um 
44 Millionen Euro steigern.

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Werner Braun (von links), Richard Wagner, Ralph Kehl, Bernd Reitz und Helmut Euler und präsentierten die Bilanz der VR Bank ­Hessenland in Kirchhain.

Quelle: Andreas Schmidt

Kirchhain. Vorstandsvorsitzender Helmut Euler sprach von einem „positiven Wachstum trotz der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank“. Hatte das Kundenvolumen im Jahr 2014 noch rund 2,391 Milliarden Euro betragen, stieg es im vergangenen Jahr auf 2,435 Milliarden Euro – damit verzeichnet die Genossenschaftsbank ein Plus von zwei Prozent. Das Kundenanlagevolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 31 Millionen Euro auf insgesamt 1,513 Milliarden Euro.

Mit diesem Ergebnis, das laut Euler „so aufgrund der Erfahrungen des Vorjahrs geplant“ gewesen sei, war der Vorstand zufrieden. „An den Marktbedingungen wird sich auch in der kommenden Zeit nichts ändern“, ist sich Euler sicher. Denn die Inflationsrate bewege sich in der Eurozone um den Wert von 0,5 Prozent – wünschenswert seien jedoch 3 Prozent.

„Die Ertragslage wird weiter sinken“

„Also wird die EZB den Leitzins wohl eher noch einmal senken, um noch mehr Geld in den Kreislauf zu pumpen“, schätzt Euler. Dieses Instrument sei aus Sicht von Euler „nicht hilfreich, die Deutsche Wirtschaft ist so solide, dass wir ein viel höheres Zinsniveau brauchen“, sagt Helmut Euler.

Vor diesem Hintergrund sei auch zu verstehen, dass dieses Niedrigzinsumfeld, das bei risikoarmer Kapitalanlage keinen Ertrag mehr abwerfe, bei Kapitalanlegern das bestimmende Thema gewesen sei. „Kein Wunder, an dem Thema hängt ja alles dran: Altersvorsorge, Bausparkassen und vieles mehr. Daher ist es für alle Banken schwierig, auf dieser Basis Kapitalanlagen vorzunehmen“, erläutert Euler. „Und die Ertragslage wird weiter sinken“, ist er sich sicher.

Dennoch seien die Kundengelder binnen Jahresfrist von 1,482 Milliarden Euro um 31 Millionen auf 1,513 Milliarden Euro angewachsen – ein Plus von 2 Prozent. „Dies ist in einem stärkeren Umfang den Wertpapierkäufen der Kunden geschuldet“, verdeutlicht Euler. Vor allem gemischte Investmentfonds hätten im vergangenen Jahr deutlich angezogen.

Kundenkredite stiegen in Jahresfrist um 1,4 Prozent

Die Aufgabe der VR Bank bestehe darin, in Abhängigkeit zur Risikoneigung des Kunden gemeinsam mit ihm den entsprechenden Anlagemix zu entwickeln. „Das war von den Beratern auch ein großer Arbeitsschwerpunkt“, sagt Euler. Denn nur so könne man „von der Null wegkommen“. Aus diesem Grund habe die Bank in diesem Segment auch in Manpower und Weiterbildungen investiert.

Auch auf der Kreditseite hat die VR Bank Hessenland im vergangenen Jahr zugelegt: Von 909 Millionen Euro stiegen die Kundenkredite auf 922 Millionen Euro – ein Zuwachs von 1,4 Prozent. „Wir haben im vergangenen Jahr eine sehr starke Zahl an Tilgungen sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich verzeichnet“, erläuterte Euler. Das Volumen habe rund 70 Millionen Euro betragen.

Wenn die Kunden die Möglichkeit nutzten, sich zu entschulden, dann sei dies ein Zeichen von Robustheit. „Betriebswirtschaftlich hätten wir natürlich nichts dagegen, wenn die Tilgungsgeschwindigkeit etwas moderater verlaufen würde“, sagt er lachend. Vor diesem Hintergrund sei das Wachstum der Kundenkredite gleichwohl ein guter Wert.

Aufbau von Eigenkapital steht im Vordergrund

Das Jahr 2015 habe auch im weiteren Aufbau des Eigenkapitals bestanden – dieses stieg von 138,5 Millionen Euro auf knapp 144,3 Millionen Euro – was aufgrund von gesetzlichen Vorgaben auch nötig sei.

„Bis 2021 müssen wir im Vergleich zu 2014 insgesamt 30 Millionen Euro Eigenkapital neu aufbauen, damit wir unser Geschäft konstant halten können“, erläuterte Vorstand Ralph Kehl. Man sei aber bereits komfortabel ausgestattet – dennoch müsse man weiter aufbauen, damit man im gewohnten Umfang Kredite vergeben könne.

Vor diesem Hintergrund werde man der Vertreterversammlung vorschlagen, in diesem Jahr eine Dividende von 4 Prozent auszuschütten – im Vorjahr hatte die Dividende noch 6 Prozent betragen. „Das ist aber im Vergleich zur Verzinsung einer Bundesanleihe immer noch das 15-fache und ein sehr, sehr auskömmlicher Zins“, sagt Kehl.

Die Mitgliederzahl ist leicht rückläufig: „Wir haben vergangenes Jahr beschlossen, dass wir uns von Mitgliedern, die sonst keine Geschäftstätigkeit mit uns unterhalten, trennen. Denn es kann nicht sein, dass diese von dem Erfolg der Gemeinschaft profitieren, aber selbst nichts zum Erfolg beitragen“, erläutert Kehl.

40.867 Mitglieder habe die Bank derzeit – 300 weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig hat die Bank auch weniger Personal: 317 Mitarbeiter sind beschäftigt – umgerechnet 229 Vollzeitstellen. Im Vorjahr waren es noch 256 Vollzeitstellen.

von Andreas Schmidt

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