Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Gutachter soll Schaden beurteilen

Gericht Gutachter soll Schaden beurteilen

Ein Mitarbeiter von Buderus Guss klagt darauf, dass sein Arbeitgeber die Neulackierung seines Autos und den Austausch von Scheiben bezahlt. Partikelausstoß des Unternehmens sei für den Schaden verantwortlich.

Breidenbach. Die Parteien trafen sich zum wiederholten Mal, eine gütliche Einigung ist bisher gescheitert. Wie Arbeitsrichter Tim Schömig berichtete, hatte der Kläger, der krankheitsbedingt nicht an der Verhandlung teilnahm, ein Angebot von Buderus, den Wagen reinigen zu lassen, abgelehnt.

Laut seinen Angaben hat er vom 2. auf den 3. August 2014 seinen Kleinwagen auf dem Betriebsparkplatz abgestellt. Nach der Nachtschicht habe er Schäden am Lack festgestellt, die vorher nicht vorhanden gewesen seien. Eine Werkstatt habe ihm mitgeteilt, dass der Lack nicht zu reinigen sei, auch müssten Scheiben ausgetauscht werden. Die Reparatur werde 5600 Euro netto betragen.

Auch Anlieger klagten bereits über Flugrost

Die Beklagtenseite hat laut Arbeitsrichter mitgeteilt, dass es sich lediglich um eine Verschmutzung durch Flugrost im Falle eines Störfalls der Filteranlage bei einem Ofen handeln könne, was durch eine Reinigung zu beseitigen sei. Sollten Metallteile in den Lack eingebrannt sein, wie vom Kläger angeführt, müsse dies woanders passiert sein.

Am Begriff „Einbrennen“ werde nicht unbedingt festgehalten, betonte die Anwältin des Mitarbeiters, wohl aber am entstandenen Schaden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Klagen auch von Anliegern über Flugrost, der sich auf ihren Autos abgelagert hat. Die Klägervertreterin bestätigte, dass in diesen Fällen eine Reinigung, die das Unternehmen bezahlte, zur Zufriedenheit ausgefallen sei.

Richter Schömig bemerkte, dass eine vom Kläger vorgelegte interne E-Mail belege, dass Ende August 2014 die Reinigung von Fahrzeugen anderer Mitarbeiter angeordnet wurde - auch wenn das Unternehmen einen Störfall im Filtersystem, der für Flugrost verantwortlich wäre, für besagten Zeitraum bestreite. In jedem Fall wünsche er sich, so Schömig, dass der Kläger zur Sachverhaltsaufklärung bei einem zukünftigen Termin auch persönlich erscheint. Wenn es „glühende Eisenpartikel geregnet hat, müssten doch auch andere Autos beschädigt sein“, stellte der Richter in den Raum. Doch dafür gebe es bisher keine Hinweise.

Ist Schaden höher als der Restwert des Wagens?

Wenn es stimme, dass das Auto seit dem Vorfall aus Beweisgründen nicht gereinigt wurde, so frage er sich zudem, „ob das dem Lack zuträglich ist?“

Auch stelle sich die Frage, ob es sich bei dem relativ alten Auto angesichts des Kostenvoranschlages nicht um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass Sachverständigengutachten eingeholt werden müssten. Zunächst sei zu klären, was überhaupt zu den Schäden geführt hat. Ermittelt werden soll auch der Restwert des Fahrzeugs.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel