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Gutachter schätzen Preis für Filetstück

Geplantes Gutenberg-Center Gutachter schätzen Preis für Filetstück

Wenn das Land Hessen das Savignyhaus verkauft, könnte es losgehen mit dem Bau des Gutenbergcenters. Doch jetzt wartet die Uni zunächst auf zwei Kosten-Gutachten, die sie neu in Auftrag gegeben hat.

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Investor Tenkhoff will aus dem Allianzhaus ein modernes Einkaufszentrum machen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Verhandlungen über das geplante Gutenberg-Center in der Innenstadt laufen „auf Höchstgeschwindigkeit“, hatte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) im November der OP gesagt. Er sowie Investor Joachim Tenkhoff hatten erklärt, auf eine Entscheidung des Landes zu warten. Noch Ende des Jahres 2012, so Vaupel damals, werde man mehr wissen. Doch die Entscheidung steht noch aus. Der Investor möchte das jetzige Einkaufscenter sowie das Savignyhaus kaufen und abreißen, um dort einen neuen Gebäudekomplex - ein Einkaufszentrum - zu errichten. Daher spielt derzeit das Savignyhaus des Landes, das vom Fachbereich Rechtswissenschaften genutzt wird, eine wichtige Rolle.

Verhandlungspreis wird noch ermittelt

Das bestätigt auch Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Sie räumt ein, dass das ganze Verfahren schon eine gewisse Zeit dauert. „Aber es hat sich tatsächlich etwas getan. Das zieht nur neue Prüfungen nach sich“, erläutert sie im OP-Gespräch. Im Grundsatz sei man sich einig, dass man für die juristische Fakultät ein so genanntes Public-Private-Partnership-Projekt vorbereiten möchte. Das bedeutet: Ein privater Investor baut ein neues Gebäude und stellt es dem Land und damit der Uni als Mieter zur Verfügung. Doch zunächst müsste man viele Schritte durchrechnen, so Krause.

Die Universität will, bevor sie das Gebäude möglicherweise an Tenkhoff verkauft, den Wert des Savignyhauses samt Grundstück ermitteln lassen und habe dafür ein unabhängiges Büro beauftragt, erläutert die Uni-Präsidentin. Zudem soll ein weiterer Gutachter herausfinden, was eine Sanierung des Savignyhauses und was ein Neubau der Fakultät kosten könnten. „Wir benötigen eine Vergleichsrechnung“, so Krause. Auch stelle sich die Frage, ob es für das Land teurer wird, wenn es Bauherr wird. Die PPP-Lösung müsste mindestens zehn Prozent günstiger ausfallen, so laute die Regelung. Eine Sanierung des Savignyhauses würde nicht nur die Pläne für das Gutenberg-Center durchkreuzen, sondern hätte Nachteile für den Uni-Betrieb. Der große Fachbereich müsste über viele Monate provisorisch andere Unterbringungsmöglichkeiten nutzen. „Eine Sanierung des Gebäudes durch das Land wäre nicht schneller fertig als ein Neubau durch einen privaten Investor“, so Krause. Denn ein privater Investor müsse bei der Beauftragung von Handwerksbetrieben und Firmen nicht in dem Maße Vergabeverfahren beachten wie die öffentliche Hand.

Einer, der bereits grundsätzliches Interesse an der Unterstützung der juristischen Fakultät signalisiert hat, ist nach OP-Informationen der Unternehmer Dr. Reinfried Pohl (DVAG), beziehungsweise eine Pohl-Stiftung. Doch über mögliche Investoren will Krause derzeit nicht reden. Ein PPP-Projekt würde ohnehin europaweit ausgeschrieben werden, jeder könnte sich bewerben. Fest steht, dass die Uni für eine Laufzeit von 30 Jahren plant. Der Mietvertrag wäre also langfristig - auch dies müssen die Gutachter bei ihrer Kosten-Schätzung berücksichtigen.

Dass der ganze Prozess nun schon einige Zeit in Anspruch nehme, sei auch nicht beabsichtigt gewesen, erklärt Krause. Es seien zunächst verschie­dene vergaberechtliche Punkte juristisch geprüft worden. „Erst später war klar geworden, dass rechtlich ein PPP-Projekt möglich ist.“ „Auch das Präsidium und die Universität wollen Klarheit haben“, betont Krause vor dem Hintergrund, dass OB Vaupel auf eine Entscheidung drängt. Die Stadt sei weder Eigentümer noch Investor, erklärt er. „Wir wollen als Stadt nicht die Richtung vorgeben.“ Aber das jetzige Allianzhaus sei nicht attraktiv, es „muss etwas pas­sieren“.

von Anna Ntemiris

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