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Günstiger Einkauf im Supermarkt

Preisvergleich Günstiger Einkauf im Supermarkt

Die Verbraucher müssen mit Preisanstiegen bei Lebensmitteln rechnen, teilt der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels mit. Die OP hat mal wieder ihren Warenkorb gefüllt und den Vergleich gemacht.

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Seit mittlerweile zehn Jahren füllt die OP regelmäßig einen Warenkorb mit den immer gleichen Artikeln, um Preissteigerungen oder -senkungen zu dokumentieren.

Quelle: Archivfoto: Tobias Hirsch

Marburg. Mineralwasser und Bier, Apfelsaft und Cola light, Erdnüsse und Gummibärchen, Milch, Margarine, Alufolie und Taschentücher - alles Artikel des täglichen Bedarfs. Und alles Artikel, die zum OP-Warenkorb gehören.

Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren vergleicht die Redaktion der Oberhessischen Presse die Preise von 35 immer gleichen Artikeln aus vier Marburger Supermärkten und Discountern. Mit dem überraschenden Ergebnis, dass Lebensmittel und Drogeriewaren im Vergleich zum vorherigen Einkauf Ende des Jahres 2014 erneut im Preis gesunken sind. Mussten damals noch 96,40 Euro an der Kasse gezahlt werden, so waren diesmal knapp drei Euro weniger fällig: 93,59 Euro. Damit war der Einkauf diesmal so günstig wie zuletzt im Sommer des Jahres 2010.

Sekt ist dauerhaft im Preis gesenkt

Dauerhaft im Preis gesunken ist laut Etikett der Sekt - und zwar um gute 30 Prozent. Statt 5,79 Euro werden derzeit nur noch 3,99 Euro für eine Flasche fällig. Auch die Preise für Drogeriewaren wie Duschgel, Haarspray, Schaumfestiger, Rasiergel und Babywindeln sind im Vergleich zu Ende 2014 günstiger geworden. Die Preise für Mineralwasser, Bier, alkoholfreies Bier und Cola blieben das zweite Jahr in Folge gleich.

Mehr Geld bezahlt werden musste dagegen im Vergleich zum Vorjahr für Apfelsaft und eine Käsesorte. Ebenfalls teurer im Preis, aber dafür auch mit deutlich mehr Inhalt gab es das Baby-Öl-Bad und eine Fettcreme.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen auch die Preise für Gemüse und Obst an. Zudem mussten Verbraucher für Fisch und Fischwaren tiefer in die Tasche greifen.

Nach einer Mitteilung des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels kann es sein, dass dies nicht mehr lange so bleibt: Im laufenden Jahr müssen die Verbraucher in Deutschland mit steigenden Lebensmittelpreisen rechnen, aber wohl nicht mit großen Preissprüngen, informierte der Verband. Die Nachfrageschwankungen auf den Weltmärkten und das Wetter in wichtigen Produktionsländern könnten allerdings auch zu Ausschlägen nach oben oder untern führen.

Inflationsrate von 0,3 Prozent

Auch die Inflationsrate verdeutlicht, dass die Verbraucherpreise 2015 so langsam gestiegen sind wie zuletzt im Jahr der Wirtschaftskrise 2009. Das Statistische Bundesamt errechnete für das gesamte vergangene Jahr eine Inflationsrate von 0,3 Prozent. Begünstigt wurde diese Entwicklung vor allem durch den niedrigen Ölpreis und die damit einhergehenden Einsparungen beim Autofahren und Heizen.

Nach Einschätzungen der Volkswirte dürfte die Teuerung allerdings nicht mehr lange auf diesem Niveau bleiben. Sowohl in Deutschland als auch im Euroraum - so wird geschätzt - steigt sie im Jahresverlauf an. Allerdings werde sie wohl weiterhin vom Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) entfernt bleiben.

Die Bundesbank erwarte für dieses Jahr eine Inflationsrate von 1,1 Prozent. Erst im nächsten Jahr würde die Teuerung wieder auf 2,0 Prozent klettern. Selbst die EZB rechnet für 2016 nur mit einem langsamen Anstieg der Verbraucherpreise im Euroraum mit 1,0 Prozent, 2017 dann 1,6 Prozent.

Teuerungsrate wird über 300.000 Einzelpreise erhoben

Die Inflationsrate wird übrigens ähnlich berechnet wie der OP-Warenkorb (siehe Hintergrund): Monat für Monat schwirren Preiserheber der Statistischen Landesämter und des Bundesamtes aus und notieren deutschlandweit in Geschäften, was Obst und Gemüse, Bücher und Zeitschriften, Schuhe und Möbel kosten. Rund 600 Frauen und Männer sind dafür regelmäßig im Einsatz. Wie hoch ist der Listenpreis für ein Auto, was kostet eine Pauschalreise, was der Sprit an der Tankstelle?

Mehr als 300.000 Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden so repräsentativ nach einem stets gleichen Schema erfasst. Der Warenkorb für die Inflationsrate umfasst rund 600 Güterarten. Den größten Anteil hat der Themenblock Wohnen (Mieten, Strom, Gas) mit fast 32 Prozent. Gut zehn Prozent entfallen auf Lebensmittel.

Auf der Grundlage dieser gesammelten Preise berechnet das Statistische Bundesamt dann schließlich die Entwicklung der Verbraucherpreise.

Hintergrund: Der OP-Warenkorb
  • Die OP füllt ihren Warenkorb seit dem Jahr 2005 regelmäßig mit den immer gleichen 35 Artikeln aus denselben vier Supermärkten in Marburg.
  • Der bislang günstigste Einkauf stammt aus dem Sommer des Jahres 2010. Damals mussten für die 35 Artikel nur knapp 93 Euro bezahlt werden.
  • Der teuerste Einkauf stammt aus dem Frühjahr 2014: 99,16 Euro waren damals an der Kasse fällig.

von Katharina Kaufmann-Hirsch und unserer Agentur

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