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Großer Prozess gegen Aktien-Betrüger

Aus dem Landgericht Großer Prozess gegen Aktien-Betrüger

Es ist der größte Wirtschaftsprozess seit Jahren, der in Marburg ab Montag vor der 12. Straf­kammer des Landgerichts beginnt.

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Rund 100 Geschädigte in ganz Deutschland sind bei riskanten Aktiengeschäften auf eine mutmaßliche Betrügerbande hereingefallen.

Quelle: Boris Roessler

Marburg. Vier Angeklagte, drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, sollen die Drahtzieher eines Millionenbetrugs sein. Den Männern wird vorgeworfen, 2014 bis 2016 Callcenter gegründet zu haben, um Kunden telefonisch Aktien zu verkaufen, die in Wahrheit nicht existierten, sagte der Landgerichtssprecher, Dr. Marcus Wilhelm, auf Anfrage der OP.

Einer der vielen ehemaligen Callcenter-Mitarbeiter packte vor dem Amtsgericht Marburg bereits aus: „Unsere Verkäufer haben aus teilweise gekauften Daten Personen angerufen, bei denen davon auszugehen war, dass sie sich auf risikoreiche Investments einlassen“, sagte der Mann, der mit einer Bewährungs- und Geldstrafe davonkam ( die OP berichtete).

Den Kunden seien dann Aktien, etwa von VW, zu einem sehr niedrigen Preis angeboten worden – mit dem Hinweis, dass der Verkauf nur mit einer Sperrfrist möglich sei, sodass sie die Zertifikate erst nach Monaten erhalten würden. Die jeweilige Schein-Firma war dann aber bereits aufgelöst. Etwa 100 Menschen sollen in ganz Deutschland auf diese Masche hereingefallen sein. Der Schaden beläuft sich laut Wilhelm auf rund sechs Millionen Euro.

Drei der mutmaßlichen Geschädigten kommen aus der Region, die Staatsanwaltschaft Marburg ermittelte bundesweit. 20 Verhandlungstage sind angesetzt, 23 Zeugen bereits geladen. Sollten die Angeklagten wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt werden, drohen ihnen laut Wilhelm Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

von Anna Ntemiris

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Aus dem Landgericht
Mit verlockend günstigen Aktien sollen die mutmaßlichen Betrüger ihre Opfer in die Falle gelockt und so Millionen erbeutet haben. Foto: Boris Roessler

Die ersten beiden Angeklagten einer mutmaßlich bundesweit agierenden Betrügerbande berichteten über die Betrugsmasche, mit der Hunderte Aktienkäufer um mehrere Millionen Euro geprellt worden sein sollen.

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