Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Großaktionäre sammeln sich an Rhön-Spitze

Hauptversammlung Großaktionäre sammeln sich an Rhön-Spitze

Erstmals präsentiert sich diesen Mittwoch Stephan Holzinger als neuer Rhön-Vorstandsvorsitzender den Aktionären.

Voriger Artikel
„Köchen steht die Welt offen“
Nächster Artikel
Münch pocht auf radikalen Wandel

Der neue Rhön-Vorstandsvorsitzende Stephan Holzinger sprach kürzlich mit der OP über die Einigung mit dem Land.

Quelle: Tobias Hirsch

Frankfurt. Aus Hessen kam erst vorherige Woche viel Lob, aber auch Kritik für den bayerischen Krankenhauskonzern aus Bad Neustadt an der Saale. Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) hatte im Landtag das Zukunftskonzept der Rhön-Klinikum AG, die unter anderem das Universitätsklinikum Gießen und Marburg betreibt, gegen Kritik verteidigt.

Die Unterstützung des Landes von jährlich fast 15 Millionen Euro für Forschung und Lehre ist für den Minister ein „Erfolg und Durchbruch“. Vor zwei Wochen hatten sich Rhön AG und das Land auf diese Summe geeinigt und damit den Streit um die sogenannte Trennungsrechnung beigelegt (die OP berichtete). Die Opposition­ kritisierte die Einigung.

Diesen Mittwoch könnte die Rhön-Spitze wieder Lob und Tadel aus Hessen mit nach Franken nehmen: Zur Hauptversammlung, die wie in den Vorjahren in der Jahrhunderthalle in Frankfurt stattfindet, kommen – teils streitbare – Aktionäre aus ganz Deutschland. Erstmals wird auch Stephan Holzinger als Vorstandsvorsitzender teilnehmen und berichten.

Dr. Annette Beller kandidiert für Aufsichtsratsposten

Mit Spannung erwartet wird die Hauptversammlung auch deshalb, weil sich in den vergangenen Wochen und Monaten zunehmend die drei Großaktionäre an der Spitze versammeln – und offenbar im Wettbewerb stehen. Da ist zum einen Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch. Mit seiner Ehefrau kommt er auf inzwischen rund 23 Prozent der Stimmrechte, will weitere dazugewinnen.

Zum anderen kaufen seit Monaten die beiden anderen Großaktionäre Ludwig Braun vom Medizintechnikkonzern B. Braun sowie der Gründer des Krankenhauskonzerns Asklepios, Bernard große Broermann, Aktien dazu und verfügen jeweils über 25 Prozent, haben damit eine Sperrminorität und können damit auch wichtige Entscheidungen blockieren.

Wie der Wettbewerb um die Aktien weitergeht, ist eine der offenen Fragen, die Anlass für Übernahme-Spekulationen gibt. Im Aufsichtsrat des Unternehmens sind bisher Braun und Münch vertreten, zur Nachwahl in den Aufsichtsrat steht diesen Mittwoch Dr. Annette Beller, Vorstandsmitglied der B. Braun Melsungen AG, die für Stephan Holzinger nachrücken soll.

Vorschlag: Vorstand soll selbst Aktien kaufen

Auf der Tagesordnung steht auch die Beschlussfassung über die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 35 Cent je Stückaktie. Auch wird der neue Rhön-Vorstandschef zum Gewinnrückgang und den niedrigen Gewinnerwartungen Stellung nehmen. Im Gespräch mit der OP hatte sich Holzinger kürzlich zuversichtlich gezeigt, dass er mit dem Ausbau der ­Digitalisierung im Konzern Erfolge erzielen werde.

Ebenfalls schlagen Aufsichtsrat und Vorstand den Aktionären vor, den Vorstand zu ermächtigen, eigene Aktien zu kaufen. Damit soll die Gesellschaft bis Ende 2021 Aktien im Umfang von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals erwerben.

Mit dem Aktienzukauf will sich der Konzern Freiräume für Investitionen oder Zukäufe schaffen. Der Vorstand soll der Hauptversammlung über die Verwendung berichten. Wie üblich soll die Hauptversammlung zu Beginn die im Geschäftsjahr 2016 amtierenden Vorstandsmitglieder entlasten. ­Namentlich genannt sind aber nur Dr. Martin Siebert (der Vorgänger von Holzinger), Professor Bernd Griewing und Martin Menger – der ebenso wie Finanzvorstand Jens-Peter Neumann im Februar abberufen worden war. Im Gegensatz zu Menger steht Neumann allerdings nicht auf der Entlastungs-Liste. Auf Anfrage gab es dazu keine Erklärung von Rhön.

von Anna Ntemiris

Mehr zum UKGM lesen Sie hier und hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kritik an UKGM-Konzept
Das Uniklinikum in Marburg (UKGM). Die kleinen Fotos zeigen die heimischen Landtagsabgeordneten Jan Schlauske und Handan Özgüven. Fotos: Richter/Hirsch/Weigel

Für Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) ist das Zukunftskonzept für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) ein „echter Mehrwert für Mitarbeiter und den Medizinstandort Mittelhessen“. Die Opposition im Landtag beurteilt die Situation nicht ganz so optimistisch.

mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr