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Grippe-Impfstoff kommt etwas später

Pharmabranche Grippe-Impfstoff kommt etwas später

Die Zulassungsbehörden haben den neuen Grippe-Impfstoff später freigegeben, als ursprünglich zugesagt, erklärt Novartis. Bio CSL erwartet teilweise Verzögerungen und hat mehr als eine Million zusätzlicher Impfdosen bereitgestellt.

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Alle Jahre wieder: Im Sommer wird frischer Impfstoff für die Wintersaison produziert, im September sollte er in den Vertrieb gehen, im Herbst wird er gespritzt.Archivfoto

Quelle: Florian Schuh

Marburg. Patienten müssen in einigen Regionen Deutschlands mit einer verzögerten Verfügbarkeit ihres Grippe-Impfstoffs rechnen, teilt Unternehmen Bio CSL aus Marburg mit. „Ein Grund liegt in der erforderlichen Anpassung des Impfstoffs an neue Erregerstämme, die einigen Herstellern im Produktionsprozess Schwierigkeiten bereitet.“ Einen anderen Grund stellen nach Angaben des Unternehmens Niedrigpreis-Vereinbarungen auf Basis so genannter Ausschreibungen dar, die zwischen Krankenkassen und Impfstoff-Herstellern getroffen wurden. Im vergangenen Jahr gab es in mehreren Bundesländern Lieferverzögerungen und Engpässe. Hessen zählt zu den Nicht-Ausschreibungsgebieten. Um die Versorgung hier zu sichern, wird Bio CSL nach eigenen Aussagen Ärzten und Apothekern mehr als eine Million zusätzlicher Impfdosen zur Verfügung stellen.

Liefertermine haben sich geändert

„In Hessen haben sich die Beteiligten in diesem Jahr auf ein alternatives, flexibles Versorgungsmodell geeinigt. Es bewertet die Versorgungssicherheit der gesetzlich Versicherten hoch - neben dem Wunsch nach möglichst preisgünstigen Impfstoffen. Als Partner dieses Modells sind wir uns unserer Verantwortung für eine zuverlässige Versorgung mit Grippe-Impfstoff bewusst. Um diese in den Nicht-Ausschreibungsregionen Hessen, dem Nordosten Deutschlands, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gewährleisten zu können, unterstützen wir mit über einer Million zusätzlichen Impfdosen“, erklärt Stefan Neudörfer, Geschäftsführer der Bio CSL GmbH. Der Impfstoff Afluria wird in Australien produziert und am Behringstandort Marburg vertrieben.

Der Marburger Impfstoffhersteller Novartis Vaccines dementiert, dass Patienten mit Verzögerungen rechnen müssen. Der Unternehmenssprecher aus Holzkirchen, Axel Wieczorek erklärt, die Lieferterminierung für die diesjährigen saisonalen Novartis-Grippeimpfstoffe habe sich geändert. Jedes Jahr stellen Zulassungsbehörden den Herstellern Prüfreagenzien zur Verfügung, um damit die Wirksamkeit ihrer saisonalen Grippeimpfstoffe zu prüfen. „In diesem Jahr erhielten die Hersteller die Prüfreagenzien mehrere Wochen später als ursprünglich zugesagt, was sich zwangsläufig auf unseren Lieferplan auswirkt. Wir arbeiten bei aller Sorgfalt so schnell wie möglich, um die verlorene Zeit aufzuholen und die Impfstoffe rechtzeitig zur neuen Grippesaison ausliefern zu können.“

Auslieferung im vergangenen Jahr mit Verzögerungen

Derzeit geht Novartis davon aus, Begripal ab Ende September/Anfang Oktober und Optaflu ab Mitte Oktober an Kunden in Deutschland liefern zu können.

Novartis hat Verträge mit den Ländern Sachsen, Thüringen und Bremen abgeschlossen, die das Unternehmen um Bereitstellung der Impfstoffe beauftragten. „Begripal“ konnte von Novartis Vaccines im vergangenen Jahr nur verspätet ausgeliefert werden. Die gesetzlichen Krankenkassen in den betroffenen Bundesländern hatten aufgrund der Lieferengpässe beschlossen, Ärzten bis auf Weiteres die Nutzung aller zugelassenen Impfstoffe zu erlauben. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) erlaubt es den Krankenkassen, sich per Ausschreibung auf nur einen einzelnen Impfstoff-Hersteller pro Bundesland festzulegen.

von Anna Ntemiris

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