Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Gießener Möbelhaus expandiert

Sommerlad baut im Afföller Gießener Möbelhaus expandiert

In Kürze will das Unternehmen Sommerlad den Bauantrag einreichen, um im Marburger Gewerbe­gebiet Afföller-Nord 
einen neuen Standort zu errichten.

Voriger Artikel
Hilfe für Hospizdienste
Nächster Artikel
„Mein Vertrauen in VW ist erschüttert“

Auf die Wiese zwischen dem Mazda-Autohaus und dem Spielwarengeschäft Sulzer will Sommerlad einen neuen „Somit“-Markt und ein Küchenstudio bauen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Dass ein Unternehmen aus Gießen in Marburg investiert, sei ein „deutliches Signal, dass wir regional denken müssen“, sagte Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). In einer Pressekonferenz verkündete er, dass „Möbelstadt Sommerlad“ einen großen Neubau in Marburg plane. Sommerlad ist seit elf Jahren mit dem Mitnahme-Möbel-Discounter „Somit“ im Kaufpark Wehrda ansässig.

Die jetzige Verkaufsfläche und das Warensortiment seien dort nicht mehr ausreichend, sodass er nach einer neuen und größeren Fläche gesucht habe, 
 berichtete Frank Sommerlad, geschäftsführender Gesellschafter.

Vor anderthalb Jahren hatte er mit der Stadt Marburg und Manfred Schwarz, Geschäftsführer Autohaus Nord, Verhandlungen begonnen, berichtete Sommerlad. Sommerlad hat nun von Schwarz ein freies Grundstück in der Afföllerstraße gekauft, sodass in Kürze der Bauantrag gestellt werden könne. Die Wiese befindet sich zwischen dem Spielwarenladen Sulzer und dem Mazda-Autohaus Schneider.

Sommerlad bezieht sich 
auf Einzelhandelsstudie

Mit dem zweigeschössigen Neubau werde das jetzige Angebot des Möbel-Discounters 
erweitert, so Sommerlad. Mit insgesamt 4735 Quadratmetern soll das Verkaufshaus nicht nur größer, sondern zusätzlich durch ein Sommerlad Küchenstudio ergänzt werden. Für die beiden Geschäfte sind insgesamt 75 Kunden-Parkplätze vorgesehen. Der Bedarf an einem Küchen-Fachmarkt sei in Marburg vorhanden, so der Gießener Unternehmer.

Er stützt sich mit dieser Aussage auf die Einzelhandelsstudie aus dem Jahr 2009. Zudem würden immer mehr Menschen viel Wert auf eine gute Küche legen. Kochen liege im Trend, daher werde Sommerlad auch in Marburg eine Kochschule veranstalten, zum Beispiel wie in Gießen gemeinsam mit der Volkshochschule, so der Unternehmer.

Laut Studie sei in Marburg auch der Bedarf an schnell verfügbaren und preiswerten Möbeln vorhanden, sodass die Erweiterung des Möbel-Discounters „Somit“ der Nachfrage in Marburg nachkomme. Mit dem Küchenstudio entstehen 15 neue Arbeitsplätze in Marburg. Der Gießener Möbelhändler plant derzeit auch in Fulda an der A 7 einen Neubau.

Das Neubauprojekt auf der „grünen Wiese“ beschäftigt die Kommunalpolitik in Fulda seit mehr als zehn Jahren, zuletzt stand es im öffentlichen Fokus, da das Regierungspräsidium in Kassel die Pläne kritisch beurteilt hatte. Auf Anfrage der OP sagte Sommerlad am Mittwoch, dass er weiterhin an den Plänen für ein neues Möbelhaus in Fulda festhalte. Allerdings gehe er davon aus, dass das Marburger Projekt zuerst abgeschlossen werde.

„Lokalpatrioten“, die Steuern in Region zahlen

In Marburg stoßen seine Pläne auf Zustimmung des Oberbürgermeisters und vor allem der Wirtschaftsförderung, wie der zuständige Leiter Wolfgang Liprecht betonte. Das Vorhaben stärke den Wirtschaftsstandort Marburg.

Der Grundstückseigentümer Schwarz, der im Gewerbegebiet Afföller ein großes Autohaus führt, erklärte: „Es gab für das Grundstück viele potenzielle Interessenten, die weltweit agierenden Ketten zuzuordnen sind.“ Doch als „Lokalpatriot“ habe er einem lokalen Händler, der Steuern in der Region zahle, das Grundstück verkaufen wollen. „Unser größter Konkurrent ist das Internet“, so Schwarz.

Sommerlad geht davon aus, dass die Baugenehmigung im Frühjahr 2016 erteilt werde, sodass die Eröffnung für 2017 geplant sei. Bis dahin, so Vaupel, wird auch die Verkehrsführung vereinfacht. An der jetzigen 
Kreuzung zur Autobahn-
Abfahrt Messe soll ein Kreisel gebaut werden.

Ein erstes Gutachten liege bereits vor, Hessen Mobil müsse der neuen Verkehrsführung noch zustimmen, dann gehe das Ganze seinen Weg durch die parlamentarischen Gremien.

von Anna Ntemiris

Die Unternehmer aus Marburg und Gießen, Manfred Schwarz (von links) und Frank Sommerlad, sowie OB Egon Vaupel berichteten über eine neue Gewerbeansiedlung. Foto: Anna Ntemiris
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr