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Gewobau plant Investitionsprogramm

65 Millionen Euro "stille Reserve" Gewobau plant Investitionsprogramm

In den vergangenen vier Jahren hat die überwiegend städtische „Gemeinnützige Wohnbau GmbH“ (Gewobau) mehr als 32 Millionen Euro investiert. Die Bilanz für 2013 weist einen Überschuss von gut 533000 Euro aus.

Marburg. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in Marburg investiert. Und diese auf den ersten Blick sehr trockenen Zahlen möchten wir mit den Projekten, die dahinter stehen, etwas plastischer machen“, erläuterte Bernd Schulte, Geschäftsführer der Gewobau.

Und in der Tat, auf den ersten Blick liest sich das Zahlenwerk wie eine ganz normale Bilanz: Die Bilanzsumme des Jahres 2013 lag bei 112,593 Millionen Euro. „Die Steuerbilanzsumme des Jahres 2012 betrug sogar rund 180 Millionen Euro“, verdeutlicht Schulte. Der Jahresüberschuss des vergangenen Jahres betrug knapp 534000 Euro. „Und das trotz der Investitionen, die wir in den vergangenen Jahren getätigt haben“, so der Geschäftsführer.

Denn von 2011 bis 2014 hat die Gewobau 32,350 Millionen Euro investiert, „diese Summe ist komplett in den Bestand gegangen“, so Schulte. Zwei Neubauten seien in dieser Zeit realisiert worden. So hat die Gewobau das Alten- und Pflegeheim in Cölbe mit 80 Plätzen für 9,4 Millionen Euro realisiert. Und vergangenes Jahr entstand in der Simmestraße ein Neubau mit fünf Wohneinheiten, der mit 1,05 Millionen Euro zu Buche schlug.

Teuerstes Projekt ist der Umbau des Marburger Hauptbahnhofs: Dort wurden bereits 27 Studentenappartements, zwei Gewerbeeinheiten und eine Zahnarztpraxis gebaut, in den kommenden drei Monaten sollen noch ein Hostel mit 26 Betten und zwölf weitere Studentenzimmer fertiggestellt werden. Der Gesamtpreis: 6,7 Millionen Euro.

Instandhaltung und Modernisierung

Auch das ehemalige Kreisjobcenter wurde von der Gewobau für 4,6 Millionen Euro umgebaut. Dort entstanden 34 Wohnungen mit 66 Zimmern, von denen fünf Wohnungen behindertengerecht sind.

Schon 2011 hat das Unternehmen den Umbau des „Kilian“ realisiert und dort 21 Zimmer mit Gemeinschaftseinrichtungen für eine Million Euro errichtet. Ebenfalls eine Million ist für Umbau und Modernisierung des Hauses „Am Dachsbau 5/7“ veranschlagt, die zwölf Wohneinheiten sollen im Oktober fertig sein. Und in der Bilanz nimmt sich die energetische Modernisierung des Hauses „Wittenberger Weg 2-6“ für 600000 Euro geradezu klein aus. Denn, wie Schulte betont: „In den vergangenen vier Jahren wurden für Instandhaltung und kleinere Modernisierungen insgesamt acht Millionen Euro investiert.“

Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Egon Vaupel (SPD) verdeutlicht indes: „Ich freue mich zwar über den Gewinn. Aber Aufgabenstellung der Gewobau mit ihren mehr als 2500 Wohnungen ist es, den Menschen bezahlbaren Wohnraum zu bieten - und das mit Wohnungen, die dem heutigen Standard entsprechen.“ Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass das Unternehmen auch weiterhin die energetische Modernisierung im Bestand weiter vorantreibe.

„Stille Reserve“ von 65 Millionen Euro

„Was mich als Kämmerer besonders freut ist, dass in der Gewobau 65 Millionen Euro stille Reserven stecken“ - und zwar durch den Gebäudebestand.

Auch sei es sehr wichtig, dass das Unternehmen „Menschen Wohnraum zur Verfügung stellt, die auf dem freien Wohnungsmarkt sonst Schwierigkeiten hätten“.

Doch Vaupel weiß auch, dass Neubauten in Zukunft schwierig werden. Denn: „Die Fläche in Marburg ist endlich.“ Und man könne nicht mit den privaten Investoren in Konkurrenz treten - denn sonst seien Nettokaltmieten von durchschnittlich 4,10 Euro pro Quadratmeter nur schwierig möglich. Geschäftsführer Schulte will an dieser Preisgestaltung festhalten. Zwar würden Mieten durch energetische Sanierungen steigen. „Aber wir sanieren nicht ohne die Zustimmung der Mieter“, so Schulte. In den kommenden Jahren wolle man mit einem Sonderinvestitionsprogramm den Wohnungsbestand weiter modernisieren.

Vaupel betonte indes, dass man das Investitionsvolumen weiter hoch halten wolle - „auch, um preisregulierend am Markt tätig zu sein“.

von Andreas Schmidt

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