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Gewinn des Rhön-Konzerns bricht ein

Klinikum Gewinn des Rhön-Konzerns bricht ein

Die Rhön-Klinikum AG, die das privatisierte Universitätsklinikum Gießen und Marburg betreibt, meldete gestern in ihrer Jahres-Bilanz für 2012 einen herben Gewinnrückgang.

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Die wirtschaftlich angeschlagene Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH hat zum Gewinneinbruch beim Betreiber Rhön-Klinikum AG geführt.Foto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Konzern mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale meldete gestern während seiner Pressekonferenz in Frankfurt einen Rückgang des Gewinns um 42,9 Prozent auf 92,0 Millionen Euro. Das operative Ergebnis - Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) - ging um 29,5 Prozent auf 150,3 Millionen Euro zurück. Die Rhön-Klinikum AG führt diesen Gewinneinbruch unter anderem auf „Rückschläge bei der Restrukturierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) zurück.

„Kulturkampf“ nach Privatisierung

Das UKGM, das zu 95 Prozent dem Rhön-Konzern gehört, hat ein Jahresergebnis von minus 8,7 Millionen Euro erzielt. „Die Zuspitzung der Entwicklung am UKGM 2012 ist auf verschiedene, vor sieben Jahren bei der Privatisierung kaum vorhersehbare Änderungen der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen zurückzuführen, wie der systembedingten Preisdeckelung beim Mengenwachstum und den überdurchschnittlich gestiegenen Tariflöhnen“, sagte Dr. Dr. Martin Siebert. Der seit einigen Monaten im Amt als Vorstandschef fügte hinzu: „Auch die Rhön-Klinikum AG hat einen Beitrag zu dieser unerfreulichen Entwicklung geleistet, beispielsweise durch die zahlreichen Wechsel in der Geschäftsführung. Oder durch die offensichtliche Unterschätzung dessen, was man im Zusammenhang mit der erstmaligen Privatisierung einer Universitätsklinik in Deutschland vielleicht gar als einen gesellschaftspolitischen Kulturkampf bezeichnen könnte.“

Weiterhin habe das Übernahmeangebot von Fresenius im vergangenen Jahr zu Sonderbelastungen geführt.

Trotz des turbulenten und schwierigen Geschäftsjahrs 2012 steigen Umsatz und Patientenzahlen der Rhön-Klinikum AG. In den Kliniken des Verbunds wurden insgesamt fast 2,6 Millionen Menschen behandelt. Der Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr auf 2,86 Milliarden Euro. „Die weiterhin hohe Attraktivität unserer Leistungen wird durch diesen Vertrauensbeweis eindeutig gestärkt. Gleichwohl ist die Kostensituation im Ergebnis insgesamt unbefriedigend“, erklärte Siebert.

Aufgrund der vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 12. Juni vorschlagen, weniger Dividende auszuzahlen. Nach 0,45 Euro je Aktie im Jahr 2011 sollen nun für 2012 0,25 Euro pro Anteilsschein an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Vorstand blickt optimistisch in die Zukunft

Auch die ersten drei Monate des laufenden Jahres schloss der Klinikbetreiber mit einem Gewinnrückgang ab: Der Konzerngewinn fiel um 28,7 Prozent auf 24,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis, Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich um 8,4 Prozent auf 74,9 Millionen Euro. Im ersten Quartal stiegen die Umsatzerlöse um rund zehn Prozent auf 752,2 Millionen Euro - dank gestiegener Patientenzahlen. 670677 Menschen wurden in den 54 Rhön-Kliniken in den vergangenen drei Monaten behandelt.

Die Prognose für das laufende Jahr hatte Siebert im Februar bekannt gegeben. Sie wurde gestern bestätigt: Die Rhön AG erwartet Umsätze in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Der Konzern wolle Kompetenzen, Techniken und Verfahren stärker als bisher „künftig systematisch“ austauschen und enger als bisher miteinander „verzahnen“. „Hierbei wird das UKGM in neuer Stärke als medizinisch-technologisches Drehkreuz für alle Verbundkliniken zukünftig eine wichtigere Rolle spielen“, so Siebert. von Anna Ntemiris

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