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Gewerkschaft ruft zu Warnstreik auf

UKGM Gewerkschaft ruft zu Warnstreik auf

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums Gießen und Marburg sind für kommenden Dienstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

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Ende März 2011 traten mehrere hundert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Universitätsklinikum in den Ausstand. Am Dienstag sind sie erneut zu einem Warnstreik aufgerufen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Hintergrund des Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi sind die laufenden Tarifverhandlungen für die etwa 6500 nicht-ärztlichen Beschäftigten mit dem Universitätsklinikum. Die vierte Verhandlungsrunde findet am 19. April statt. Verdi fordert mehr Lohn und Gehalt in Höhe von 4 Prozent und einen Sockelbetrag von 150 Euro. Damit könne man mit der Lohnentwicklung in anderen Kliniken Schritt halten. Die UKGM-Geschäftsleitung bezeichnet dies als „nicht finanzierbar“. Vorsitzender Martin Menger sagte im Gespräch mit der OP, die Forderungen der Gewerkschaft beliefen sich in der Summe auf zehn Prozent. „Das ist utopisch.“

Menger verwies darauf, dass die Geschäftsführung in ihrem jüngsten Tarifangebot alte Forderungen des Betriebsrats und der Gewerkschaft aufgegriffen habe. So sollen Arbeitsverträge entfristet und Mitarbeiter der outgesourcten Reinigungsgesellschaften wieder beim UKGM angestellt werden. Dies müsse die Gewerkschaft aber bei ihren Lohnforderungen berücksichtigen. Verdi-Sekretärin Marita Kruckewitt betonte unterdessen, der Arbeitgeber habe bislang lediglich zwei Prozent mehr Lohn für dieses und ein Prozent für nächstes Jahr geboten. Die Beschäftigten seien aufgefordert, mit einem ganztägigen Warnstreik zu demonstrieren, dass ihre Arbeit ebenso viel wert sei wie an anderen hessischen Kliniken.

Der Beschäftigten an beiden Standorten sind für Dienstag ab 6 Uhr früh zum Streik aufgefordert. Nach einer Auftaktkundgebung vor dem Haupteingang des 1. Bauabschnitts um 8 Uhr fahren die Marburger Streikenden um 10.20 Uhr in Bussen nach Gießen. Dort soll ab 11.15 Uhr eine gemeinsame Demonstration mit den Gießener Kollegen durch die Innenstadt stattfinden. Zur Abschlusskundgebung ab 13 Uhr spricht Verdi-Bundesvorsitzender Frank Bsirske. Kruckewitt rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern aus Marburg an Warnstreik und Kundgebung.

Menger reagierte mit Unverständnis auf dem Streik: Die Verhandlungen seien auf einem guten Weg gewesen, man habe sich sogar auf das weitere Vorgehen geeinigt. Aufgrund des Streiks müssten teils langfristig geplante Operationen abgesagt und verschoben werden. Menger bezifferte den Umsatzverlust aufgrund ausfallender Operationen auf 700000 Euro. „Unzufriedene Patienten sind an diesem Streiktag sicherlich ein Problem“, sagte Menger. Verdi und Kliniksleitung haben aber schriftlich eine Notdienstvereinbarung getroffen, die die klinische Gesundheitsversorgung in der Region sicherstellen soll. Sie vereinbarten eine ­Mindestbesetzung im Klinikum, die der Besetzung an Wochenenden und Feiertagen entspricht.

von Till Conrad

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