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Geschäftsstellen im Landkreis bleiben bestehen

Reform der Barmer GEK Geschäftsstellen im Landkreis bleiben bestehen

Im Februar kündigte die Krankenkasse Barmer GEK eine weitreichende Umstrukturierung an - mit rund 3500 Stellenstreichungen. Am Freitag hat die Kasse ihre Pläne den Mitarbeitern vorgestellt.

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Die Marburger Geschäftsstelle der Barmer GEK am Gerhard-Jahn-Platz bleibt erhalten – ebenso, wie die Geschäftsstelle in Biedenkopf.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Noch rund 400 Geschäftsstellen soll es künftig geben, das entspricht in etwa einer Halbierung. In Hessen sollen noch 30 der bisher 60 Geschäftsstellen erhalten bleiben. Derzeit kommen auf 713000 Versicherte in Hessen 1200 Mitarbeiter der Barmer GEK. Durch die Zusammenlegung von Geschäftsstellen könnten künftig mehr Kundenberater eingesetzt und bundesweit einheitliche Öffnungszeiten angeboten werden.

In einem Hintergrundpapier mit dem Titel „aufbruch“, das der OP vorliegt, heißt es, die Kunden hätten den Bedarf, „alle verfügbaren Kontaktwege zu unseren Beratern nutzen zu können - und zwar wo und wann sie wollen, mit reibungslosen Übergängen von einem Kanal zum anderen“. Drei Viertel der Kunden klärten bereits heute einfache Angelegenheiten per Telefon, komplexe Themen würden in den Geschäftsstellen erledigt. Jede Geschäftsstelle solle innerhalb 20 Minuten erreichbar sein, im ländlichen Raum solle die mobile Kundenbetreuung durch Hausbesuche oder Sprechstunden in Bürgerbüros ausgeweitet werden.

Thomas Noll, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK in Gießen, erläutert, dass die Barmer an den mittelhessischen Geschäftsstellen in Marburg, Biedenkopf, Gießen, Wetzlar, Limburg und Alsfeld festhalte. Geschlossen werden indes die Filialen in Lich, Lauterbach und Dillenburg. Deren Mitarbeiter arbeiten nach der Umstrukturierung in Gießen, Alsfeld und Biedenkopf.

Und auch der Großteil der Mitarbeiter - 150 inklusive Teilzeitkräften und Auszubildenden - würden im Unternehmen bleiben. Jedoch könne es sein, dass einige Mitarbeiter, „die eine sehr hohe Fachkompetenz besitzen, künftig in einem unserer Zentren für Fachthemen eingesetzt werden“, so Noll. Denn dort würden die Spezialisten benötigt. „In die genauen Planungen steigen wir allerdings erst im vierten Quartal 2015 ein“, führt er aus. Denn die Umsetzung in Hessen würde erst 2016 beginnen.

Allerdings werde die Sachbearbeitung ab Mitte 2016 in neu gegründete Zentren für Fachthemen verlagert. Durch die Konzentration von Spezialisten an einem Ort „sollen die Anliegen der Versicherten künftig deutlich schneller bearbeitet werden“, teilt Noll mit. Derzeit würde das neue Beitragszentrum in Frankfurt, eins von neun Zentren bundesweit, aufgebaut. Dort sollen ab dem Spätsommer mehr als 200 Mitarbeiter das Beitragswesen bearbeiten. In Wiesbaden werde ein weiteres Fachzentrum aufgebaut. Ab Sommer 2016 fände dort die Krankengeldbearbeitung statt. Eine von sechs bundesweiten Telefongeschäftsstellen werde es in Kassel geben.

Die Veränderungen hätten auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter. „Jeder der Beschäftigten wird vor der Reorganisation ein konkretes Angebot für seine berufliche Perspektive bei der Barmer erhalten. Damit setzen wir unsere Ankündigung um, den Umstrukturierungsprozess sozialverträglich im Sinne unserer Mitarbeiter zu gestalten“, erklärt Thorsten Noll. Dazu zählten auch Unterstützungsangebote bei einer längeren Anfahrt zum Arbeitsplatz oder bei einem eventuellen Umzug.

Bis zu 300 Millionen Euro will die Barmer so pro Jahr einsparen. Die Reorganisation soll in Hessen bis Mitte 2016 abgeschlossen sein.

von Andreas Schmidt

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