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Geschäft mit Strom und Gas wächst

Stadtwerke mit Bilanz zufrieden Geschäft mit Strom und Gas wächst

Die Stadtwerke Marburg verbuchen für 2015 einen Überschuss von 680.505 Euro – weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem vorläufigen Jahresbericht hervor. Die Bilanzsumme beläuft sich demnach auf rund 149 Millionen Euro.

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Der Überschuss in der Bilanz der Stadtwerke Marburg fällt etwas geringer aus.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Trotz erheblicher Belastung durch den öffentlichen Nahverkehr, der immer noch ein Verlustgeschäft ist, sind die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren und Rainer Kühne zufrieden: Sie können dem Aufsichtsrat nach den Sommerferien ein positives Jahresergebnis präsentieren. „2015 war für uns ein extrem gutes Jahr, weil wir wieder einen Überschuss erzielt und weitere Stromnetze übernommen haben“, erklärt Schüren auf Anfrage der OP.

Die vorläufigen Bilanzzahlen geben keinen Grund zur Euphorie, denn Rekorde haben die Stadtwerke über das abgelaufene Geschäftsjahr nicht zu vermelden. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf rund 680.505 Euro, im Vorjahr erzielten die Stadtwerke Marburg einen Gewinn in Höhe von 990.234 Euro.

Beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, also dem Gewinn vor Ertragssteuern, kommen die Stadtwerke auf fast 601.000 Euro im Vergleich zu 442.000 Euro im Vorjahr. Die Bilanzsumme stieg von 136  Millionen Euro im Jahr 2014 auf 149 Millionen Euro.

Zahlreiche Unternehmen buhlen um die Kunden

Schüren verweist auf die stetig zunehmende Zahl der Kunden: 52.000 Stromkunden zählt das städtische Tochterunternehmen inzwischen. Vor 15 Jahren seien es noch halb so viele gewesen.

Das Handelsvolumen lag im vergangenen Jahr im Bereich Strom bei 50 Millionen Euro und bei Gas bei 20 Millionen Euro. Dass dies das Ergebnis einer hohen Leistung des Vertriebsgeschäfts sei, verdeutlicht Schüren mit einer Zahl: Mehr als 180 Stromanbieter stehen in Marburg im Wettbewerb und kämpfen um das Volumen von 50 Millionen Euro. Bei Gas sind es 120 Unternehmen.

„Eine ausgesprochen schwierige Situation, das Geschäft ist verdammt hart“, sagt Schüren. So schwierig der Wettbewerb sein mag: Die Stadtwerke haben laut Schüren und Kühne bei Gas ­einen Gewinn von drei Millionen Euro erzielt, bei Strom gab es einen Überschuss in Höhe von einer Million Euro.

Kummer macht der öffentliche Nahverkehr, der weiterhin im Minus steckt. Doch die Verluste in Höhe von 4,9 Millionen Euro sind geringer als erwartet. „Ein Minus von unter fünf Millionen Euro im Nahverkehr ist schon klasse“, sagt Schüren. Die Tariferhöhung beim RMV sei ein Grund für die bessere Finanz­situation im Nahverkehr, ein weiterer Grund sind die um rund 30 Prozent gesunkenen Spritkosten, erklärt Kühne.

Neues Sorgenkind ist die Wasserversorgung, nicht nur wegen der Keimbelastung des Trinkwassers, sondern wegen der geschätzten Mindereinnahmen in Höhe von 300.000 Euro. Daher überlegen die Stadtwerke derzeit, den Wasserpreis ab 2017 leicht zu erhöhen. „Wir wollten beim Wasser nie Geld verdienen, aber wir müssen aus den leichten Verlusten rauskommen“, stellt Schüren fest.

Stadtwerke wollen den Strompreis stabil halten

Kühne ergänzt, dass die Verbraucher nur mit einer Erhöhung von ein bis zwei Cent pro Kubikmeter Wasser rechnen müssten. Das wären fünf bis zehn Euro mehr im Jahr. Mieter werden diese Erhöhung in der Regel über ihre Nebenkostenabrechnung spüren. Die Stadtwerke lesen „nur“ 15.000 Wasserzähler in der Stadt ab, so Kühne.

Gute Nachrichten versprechen die Stadtwerke-Chefs für die Gaskunden. Im nächsten Jahr rechnen sie mit einer Senkung des Preises. Ein durchschnittlicher Marburger Haushalt könne mit 50 bis 100 Euro im Jahr rechnen. Der Strompreis werde stabil bleiben. Die Stadtwerke erwarten zudem für das vergangene Geschäftsjahr auch Steuerrückzahlungen.

Die Stadt Marburg als Eigentümer hat mit einer Gewinnabführung von einer Million Euro gerechnet, so steht es im Haushalt. Da diese Summe nicht erwirtschaftet wurde, wird darüber noch verhandelt. Die Wirtschaftsprüfer der Stadtwerke werden dem Aufsichtsrat die Zahlen nach den Sommerferien vorlegen.

von Anna Ntemiris

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