Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Geldpäckchen unter Jacke versteckt

Millionen-Diebstahl in Bank Geldpäckchen unter Jacke versteckt

Vier kleine verschweißte Geldpäckchen soll ein Bank-Mitarbeiter aus dem Tresorraum gestohlen haben. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Seit Dienstag sitzt er in Untersuchungshaft.

Voriger Artikel
Verdächtiger nach Millionen-Diebstahl festgenommen
Nächster Artikel
"Maler des Jahres" kommt erneut aus Wollmar

Am 4. Januar 2016 soll ein Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen 1,3 Millionen Euro aus dem Tresorraum gestohlen haben: Er fiel dabei offenbar nicht auf. Die Bank meldete den Diebstahl am selben Tag, nachdem sie das Fehlen bemerkte.Archivfoto: Lamberts

Gießen. Ein Dutzend Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen sowie Kurierfahrer und externe Dienstleister, die in den vergangenen Wochen von der Polizei vernommen wurden, sind nun über das Ergebnis der Ermittlungen bestürzt, aber auch erleichtert. Nach Informationen der OP bestand von Anfang an der Verdacht, dass einer der Mitarbeiter, der Zugang zum Tresorraum im Bargeldlogistikzentrum im Schiffenberger Weg hatte, der Täter sein könnte. Fest stand aber nur, dass seit dem 4. Januar 1,3 Millionen Euro aus dem Tresorraum fehlten.

Staatsanwalt: Fluchtgefahr besteht

Es gibt zwar umfangreiches Videomaterial aus dem Bargeldzentrum, nur aus dem Tresorraum selbst nicht. Für die Mitarbeiter ist dieser Raum tagtägliche Arbeitsstätte, daher werden sie dort nicht permanent aufgenommen. Zudem arbeiten dort nur erfahrene, vertrauensvolle Mitarbeiter. Einer dieser Beschäftigten sitzt aber seit Dienstag im Gefängnis. Der Mann bestreitet den Tatvorwurf, erklärt der Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger. Von der Beute fehle weiterhin jede Spur. „Weil Fluchtgefahr besteht, liegt ein Haftgrund vor. Wir gehen davon aus, dass er weiterhin Zugriff auf das Geld hat“, so Hauburger im Gespräch mit der OP. Bislang gebe es keine weiteren konkreten Tatverdächtigen, es sei aber nicht auszuschließen, dass der Festgenommene das Geld nach dem Diebstahl einem Dritten übergeben habe. „Möglich ist aber auch, dass das Geld irgendwo versteckt ist“, so der Staatsanwalt.

Gibt es Datenspuren auf privaten Computern?

Der mutmaßliche Täter soll das Geld, das in vier kleinen Päckchen verschweißt war, unter seiner Jacke versteckt und damit die Bank verlassen haben. Die Staatsanwaltschaft berichtet von äußerst aufwändigen Auswertungen der Kameraüberwachungsaufnahmen. Spezialisten des Bundeskriminalamts seien für die technischen Auswertungen hinzugezogen worden. Parallel dazu habe die Polizei viele Zeugen vernommen, die schließlich den Verdacht auf den Festgenommenen bestärkten. In dessen Wohnsitz haben die Ermittler unter anderem Laptops und Speichermedien sichergestellt, die jetzt digitalforensisch ausgewertet werden, so Hauburger. Die Ermittler wollen prüfen, ob dort Daten Auskunft über den Verbleib des Geldes geben.

Der juristische Vorwurf gegen den Verdächtigen lautet „einfacher Diebstahl“. Laut Gesetz droht dem mutmaßlichen Täter somit eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, das Mindestmaß wäre bei einer Verurteilung eine Geldstrafe.

Bank ist gegen den Schaden versichert

Die Volksbank Mittelhessen ist gegen den Schaden versichert, der Fehlbetrag erscheint daher nicht in der Bilanz des Unternehmens, bestätigte ein Bank-Sprecher.

Der Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, Dr. Peter Hanker, erklärte am Dienstag in einer Pressemitteilung, mit Bedauern müsse man „zur Kenntnis nehmen, dass die Tat mutmaßlich durch einen langjährigen, eigenen Mitarbeiter verübt wurde. Diese Erkenntnis macht mich persönlich, den gesamten Vorstand und auch die Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen sehr betroffen. Fakt ist, dass die Verhaftung das Ergebnis der getroffenen Sicherheitsvorkehrungen der Volksbank Mittelhessen und der professionellen Ermittlungsarbeit der Beamten ist. Über den genauen Tathergang müssen wir mit Blick auf den anstehenden Prozess weiterhin Stillschweigen bewahren.“ Der Vorstand betonte, dass diese Tat eines Einzelnen keinen Einfluss auf das große Vertrauen in die gesamte Belegschaft hat.

von Anna Ntemiris

Mehr Informationen finden Sie hier

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr