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Gebühr und Schließungen in der Kritik

Sparkasse Marburg-Biedenkopf Gebühr und Schließungen in der Kritik

Aufregung bei denen, die ihre Geschäftsstelle verlieren und bei denen, die nun bald für das Onlinebanking Gebühren zahlen müssen.

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Auch die Weidenhäuser Filiale der Sparkasse in Marburg wird kommendes Jahr geschlossen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Seitdem feststeht, welche Geschäftsstellen der Sparkasse Marburg-Biedenkopf geschlossen werden, fragen sich viele Kunden, wo sie nun künftig ihre Bankgeschäfte erledigen sollen.

Sparkassenvorstand Andreas Bartsch erklärte, dass die von der Schließung betroffenen Kunden eine Information erhalten, wo sie künftig geführt werden. Jeder Kunde kann aber selbst entscheiden, ob er dies annimmt oder lieber in einer anderen Geschäftsstelle als Kunde geführt werden möchte, betonte Bartsch.

14 Geschäftsstellen werden geschlossen, weitere 9 werden in Selbstbedienungsservicestellen-Standorte umgewandelt, darunter die in der Stiftstraße in Marburg-Ockershausen. „Das kann keinesfalls als 
eine auch nur hilfsweise Ersatzlösung dienen“, sagt Reinhold Drusel, Stadtältester aus Ockers­hausen. Dass im Vorfeld des Beschlusses nicht mit den Bürgern gesprochen wurde, kritisiert Drusel scharf.

Spies zeugt Verständnis für Schließungen

Er fordert nun die Sparkassen-Spitze auf, sich in den Stadtteilen und Orten den Fragen der Bürger zu stellen. Insbesondere für ältere Menschen sei der direkte Kontakt am Bankschalter wichtig, erklärt die Fraktion „Marburger Linke“, die den Magistrat auffordert, den Verwaltungsrat zu einer Umkehr zu bewegen.

An der Spitze des Verwaltungsrats stehen Landrätin Kirsten Fründt und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (beide SPD), der auf Anfrage der OP Verständnis für die Schließungen äußerte. Der Grund der Schließungen: Immer mehr Kunden nutzen das Online-Banking, suchen eine Filiale nur für kleinere Erledigungen auf.

Die Sparkasse möchte ihren Service in den neuen Zentren ausbauen und das Onlinebanking stärken. Das allerdings ist mit neuen Gebühren verbunden. Erste 
Kunden erhielten nun Post und wurden informiert. Statt bisher 0 Euro zahlen Kunden der Sparkasse Marburg-Biedenkopf ab 2017 3,50 Euro pro Monat an Gebühr. Ausgenommen davon sind Schüler, Studenten, Auszubildende und FSJler.

Sparkassen-Marketing-Leiter Micha­el Frantz betont, dass es ab 2017 aber auch neue Vorteile gebe: „Es sind ab 1. Januar dafür kein Lohn-/Gehaltseingang oder vergleichbare Eingänge mehr erforderlich – ein Vorteil zu bisher.“ Zudem müsse man keine Kontoauszüge mehr ziehen: Elektronischer Kontoauszug und elektronisches Postfach sind automatisch dabei.

Er betont weiter: „Es ist ein transparentes, klares Modell. Wir bieten unseren Kunden das dichteste Geschäftsstellen-Netz und das dichteste Geldautomatennetz im Landkreis.“ Die Sparkasse unterstütze als Unternehmen die Region, biete Ausbildungsplätze und Förderungen, so Frantz weiter. Auch das seien Vorteile, die man in der Diskussion beachten sollte.

Die Volksbank Mittelhessen bietet das Onlinebanking weiterhin kostenfrei an, erklärte Sprecher Dennis Vollmer. Voraussetzung sei, dass mindestens 3750 Euro im Quartal auf das Konto eingehen.

von Anna Ntemiris

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