Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Gastronomen rufen auf zum Sky-Boykott

Fußball-Übertragung in Kneipen Gastronomen rufen auf zum Sky-Boykott

Der Bezahlsender Sky wird ab dem 1. September seine Abo-Preise erhöhen. Ein Aufreger für viele Wirte - auch in Marburg.

Voriger Artikel
Transplantation ausgeschlossen
Nächster Artikel
Gewobau plant Investitionsprogramm

Sportfans werden in einigen Kneipen und Sportsbars bald in die Röhre schauen: Diese wollen ihre Sky-Abos kündigen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. In zahlreichen Kneipen und Sportsbars könnten die Gäste bald im wahrsten Wortsinne in die Röhre schauen. Denn der Bezahlsender Sky wird seine Preise für Gewerbekunden zum 1. September kräftig erhöhen - diese Preiserhöhungen wollen viele heimische Gastronome nicht mitmachen.

Grund für die Preiserhöhungen sind laut Sky gestiegene Lizenz- und Produktionskosten, die der Sender laut eigenen Angaben für Programminhalte zahlt.

Zukünftig soll daher bei der Preisberechnung eine differenziertere Bewertung anhand der Kriterien Kaufkraft, Bevölkerungsdichte und Sportaffinität stattfinden. Letztere werde anhand von Marktforschungsinstituten sowie die Nähe zu Bundesliga-Vereinen und großen Fangemeinden ermittelt, wie Sky mitteilt.

Für manche Betriebe kommt es dadurch zu Preissenkungen. Für die Mehrheit aller Gewerbekunden allerdings entstehen dadurch immense Preiserhöhungen.

Bisher richteten sich die Kosten für ein Sky-Abo in der Gastronomie nach der Quadratmeterzahl des Betriebes. Durch die Neuberechnungen kann es für Gastronomen, die Fußball live zeigen, zu Preissteigerungen von durchschnittlich 30 Prozent, in manchen Fällen sogar bis zu 100 Prozent kommen.

Gastronome rufen zum Sky-Boykott auf

Laut Sky seien die deutlichen Erhöhungen jedoch eine Ausnahme. Für viele Wirte senke sich durch die neue Preisberechnung sogar der Beitrag. In manchen Regionen jedoch, wie etwa in den nordrhein-westfälischen Ballungsgebieten, bündeln sich durch die Vielzahl der Bundesligavereine und die hohe Kaufkraft eine Menge Faktoren. Immer mehr Gastronomen sind daher nicht mehr bereit, die erneut gestiegenen Preise zu bezahlen und rufen zu einem bundesweit einheitlichen Boykott auf.

Auch in Marburg sorgen die Preiserhöhungen für Sky-Abos für Aufregung unter den Wirten bis hin zu deren Boykottierung.

Das Restaurant „5 Jahreszeiten“ gab unlängst über Facebook bekannt: „Nach einer weiteren Preiserhöhung auf jetzt über 900 Euro im Monat werden wir kein Fußball mehr über Sky zeigen.“ Die Kosten für Ihr Abo seien von 500 erst auf 700 und schließlich auf nun 900 Euro gestiegen. „Unsere Schmerzgrenze wurde schon bei 700 Euro im Monat überschritten“, so Geschäftsführerin Patricias Piesk. „Nun reicht es.“

Auch der Branchenverband der Hotellerie und Gastronomie (Dehoga) in Hessen ist verärgert.

„Wir haben kein Verständnis für die Preiserhöhungen, die Sky jetzt durchführt, nachdem bereits im letzten Jahr die Preise für die Wirte erhöht wurden“, so Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner gegenüber der OP. Er betont, dass „die Branche versichert sein darf, dass die Dehoga diese erneute Preiserhöhung deutlich kritisiert hat und auch die massive Verärgerung der Betriebe gegenüber Sky deutlich gemacht hat.“

Nach vielen Verlusten fuhr Sky Dank der steigenden Zahl von Abonnementen (derzeit gut 3,5 Millionen) in diesem Jahr erstmals wieder Gewinne ein. Im zweiten Quartal 2013 war der Münchener Konzern nur noch 900000 Euro von der schwarzen Null entfernt, der Umsatz stieg um 15 Prozent.

Dass sich die bundesweite Boykott-Aktion negativ auf das Unternehmen auswirken könne, glaubt das Unternehmen jedoch nicht. Es handele sich lediglich um vereinzelte Fälle, daher erwarte man kein Minusgeschäft.

von Ruth Korte

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr