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GSK weitet Impfstoffproduktion aus

Spatenstich am „Mars“-Campus GSK weitet Impfstoffproduktion aus

Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) baut eine neue Produktionsanlage und investiert damit insgesamt mehr als 170 Millionen Euro in den Standort Marburg.

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Eine Grundfläche von 200.000 Quadratmetern hat die neue Anlage in Michelbach.

Quelle: Thorsten Richter

Michelbach. Die Genehmigung für den Bau eines modernen Betriebsrestaurants war das erste sichtbare Signal des britischen Pharmakonzerns nach der Übernahme von Novartis Vaccines. Am Montag erklärte der Marburger GSK-Geschäftsführer Jochen Reutter vor geladenen Gästen im neuen Betriebsrestaurant, dass weitere Investitionen in Höhe von 162 Millionen Euro „langfristig die Zukunft“ des Unternehmens sichern.

GSK baut am Görzhäuser Hof auf dem „Mars“-Campus eine neue Produktionsanlage für Impfstoff gegen Meningokokken-Erkrankungen wie Meningitis. Weitere zehn Millionen Euro sind für die Immunisierung gegen Mumps vorgesehen. Auf dem „Mars“-Campus wird bereits der Wirkverstärker für den Impfstoff hergestellt.

Spatenstich von GSK für den Neubau einer Impfstoffproduktionsanlage auf dem „Mars“-Campus.

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Künftig werden in der Anlage für das Marburger-Meningitis-Protein (MMP) drei weitere von insgesamt vier aktiven Komponenten für den innovativen Meningokokken B-Impfstoff produziert, erklärte Projektleiter Mark Ruppersberg der OP. Die Produktion der drei rekombinanten Proteinbestandteile des Impfstoffes werde in getrennten, leicht unterschiedlichen, aber sehr komplexen Prozessen erfolgen.

Die Entscheidung, die Produktion nach Marburg zu holen, hat mehrere Gründe: Es gibt auf dem neuen „Mars-Campus“ bereits vorhandene Infrastruktur wie etwa Lagerhallen. Zudem sei die lebenswichtige Bedeutung des Arzneimittels, erklärte Ruppersberg. Bisher stellt Novartis in Österreich die drei rekombinanten Proteine im Auftrag von GSK her. Man wolle aber einen solchen Impfstoff, der Säuglingen verabreicht werde, lieber vollständig selbst produzieren. In Zeiten, in denen Unternehmen eher outsourcen, sei diese Entscheidung keine Selbstverständlichkeit, so Ruppersberg.

Hintergrund

Meningokokken-B-Erkrankungen sind eine bakterielle Infektion und eine Hauptursache von Meningitis (Hirnhautentzündung) in Europa, insbesondere bei Säuglingen. Der beste Schutz gegen diese lebensbedrohliche Erkrankungen ist eine Impfung.

In der neuen Anlage werden ab 2020 auf rund 2500 Quadratmetern und vier Stockwerken 100 Mitarbeiter arbeiten. Eine hohe Zahl von Neueinstellungen sein damit noch nicht verbunden, da das Personal zum großen Teil aus bereits vorhandenen Abteilungen eingesetzt werde. Zunächst ist eine zweijährige Testzeit geplant.

Ab 2022 sollen die Produkte dann in den Verkauf gehen. Die geschätzte Kapazität der MMP-Anlage beläuft sich zunächst auf die Fertigung einer Antigenmenge, die rund 26 Millionen Dosen Meningokokken B-Impfstoff ergibt. Die Nachfrage sei weltweit so groß, dass durchaus Steigerungspotenzial möglich sei, sagte Reutter.

„Wir werden gute Steuerzahler sein“, sagte Reutter in Richtung des Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies (SPD). Dieser hob die Bedeutung der Pharmaunternehmen für den Wirtschaftsstandort Marburg hervor. Er bedauerte aber auch, dass GSK die Impfstoffe, die einst der Marburger Nobelpreisträger und Gründer der Behringwerke Emil von Behring erfand, künftig nicht mehr in Marburg produzieren werden. Das Unternehmen wird die Impfstoffe gegen Diphterie und Tetanus nach Ungarn verlagern. Die Investition in die neue Produktionsanlage sei aber gewichtiger als die Verlagerung, so Reutter auf Anfrage der OP.

von Anna Ntemiris

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Spatenstich bei GSK
Spatenstich GSK für den Neubau einer Impfstoffproduktionsanlage auf dem Mars-Campus. Foto: Thorsten Richter

GlaxoSmithKline (GSK) will Impfstoffe gegen Meningitis künftig in Marburg produzieren. Dafür baut das Unternehmen eine große Anlage.

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